Eigentliches Fahrverbot steht nicht im Bußgeldbescheid

4 Antworten

Zu den Folgen für deine Fahrerlaubnis hat Crack eine richtige Antwort geschrieben. Dir wird also die Fahrerlaubnis entzogen, dein Führerschein wird eingezogen und vernichtet.

Wie geht es dann weiter?

Gemäß § 2a Abs. 5 Satz 3 StVG (Link am Ende des Beitrages von Crack) darf dir vor dem Ablauf einer Frist von 3 Monaten keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Die Frist beginnt mit der Ablieferung des Führerscheins.
Da du aber bereits 3 Monate vor Ablauf einer Erteilungssperre eine neue Fahrerlaubnis beantragen kannst, kannst du dieses zeitgleich mit der Abgabe deines Führerscheines tun.

Sobald dir eine neue Fahrerlaubnis erteilt worden ist, gilt für den Rest deiner Probezeit, dass du bei jeder weiteren schwerwiegenden Zuwiderhandlung ("A-Verstoß") bzw. bei je zwei weiteren weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen ("B-Verstößen") zur MPU geschickt wirst. Und damit ist nun wirklich die medizinisch-psychologische Untersuchung ("Idiotentest") gemeint und nicht die verkehrspsychologische Beratung, an der teilzunehmen man dir nach deinem zweiten Verstoß nahegelegt hatte.

Sowohl die Entziehung der Fahrerlaubnis als auch die Erteilung einer neuen sind selbstverständlich mit Gebühren verbunden (jeweils 33,20 - 256,00 Euro gemäß Nr. 206 bzw. 203.3 GebOSt ).

Ich habe nun den Bußgeldbescheid bekommen aber da steht nur was von 128,50 € als Geldstrafe nichts von einem Fahrverbot. Nur das ein Punkt an das Fahreignungsregister gemeldet wird.

Das ist auch "nur" der Bußgeldbescheid mit dem die Ordnungswidrigkeit geahndet wird.

Eine Empfehlung hatte ich auch schön für ein MPU bekommen.

Das war keine MPU sondern eine verkehrspsychologische Beratung.

War die dafür gesetzte Frist bereits abgelaufen als Du den 3.Verstoß begangen hast?

Muss ich da noch mit einem Fahrverbot rechnen oder nicht?

Wenn die Frist bereits abgelaufen war dann musst Du jetzt nicht nur mit einem Fahrverbot rechnen sondern zwingend mit dem Entzug der Fahrerlaubnis, das ist etwas völlig Anderes und mit einem befristeten Fahrverbot nicht zu vergleichen.

Die Fahrerlaubnisbehörde wird Dich also in ein paar Wochen anschreiben, Dir die Fahrerlaubnis entziehen und Dich auffordern Deinen Führerschein abzugeben, das gilt dann für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten, siehe dazu auch § 2a Abs.2.3 StVG:

http://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__2a.html


Wie immer eine sehr gute und richtige Antwort - DH!

Nein, Du musst nicht damit rechnen, Du wirst eins bekommen.

Und das, sorry, auch zu recht! Wer die Warnschüsse nicht versteht, weiter macht, muss dann auch die Konsequenzen tragen!

Ich denke mal, dass wird ein richtig teures Erlebnis für dich.

ehm okaaayy.. kommt das schreiben dann extra?

Keine Sorge - die vergessen Dich nicht!

Der Bescheid kommt extra! Du hattest ja nach Zustellung des Bußgeldbescheides noch eine Widerspruchsfrist. Es hätte ja sein können, dass nicht Du sondern jemand anderes gefahren bist.

Nun steht fest, dass Du selbst am Steuer warst. Und nun geht das ganze seinen Gang.

Du wirst wohl eine ziemlich teure Nachschulung in Anspruch nehmen dürfen, um Deine Fahrerlaubnis wiedererlangen zu können.

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