Eigenkapital und Baufinanzierung: Wofür ist das Eigenkapital genau

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also dein vorhandenes und angegebenes EK sollte definitiv mit einfliesen, denn die Bank rechnet ja quasi damit das zu es investieren wirst.

Natürlich ist das EK auch ein Grund für die Bank zu sehen, dass du mit Geld umgehen und auch sparen kannst, aber das ist eher zeitrangig und hat keine sehr hohe Bedeutung.

Denn auch Menschen ohne EK kriegen letztlich Häuser finanziert, aber das sei mal nur nebenbei erwähnt und spielt für deine Frage keine Rolle.

Die Banken verlangen meistens rund 30% EK vom Kaufpreis, wobei das eigentlich mehr Wunschdenken der Bank und realitätsfremd ist. Wer hat schon heutzutage 60.000 Euro auf der hohen Kante liegen wenn er ein Haus für 200 TE kaufen möchte? Wohl eher die wenigsten....

Warum möchte die Bank das so gerne? Ich erkläre Dir das anhand eines Beispiel: Das EK ist für die Bank lediglich eine Absicherung um bei dem gewährten Kredit kein Risiko eingehen. Denn das schlimmste, was passieren könnte, wäre das du die Raten nicht bezahlen kannst und das Haus versteigert werden müsste. Bei einer Zangsversteigerung bemisst ein Gutachter den Verkehrswert des Hauses was MEISTENS in etwa deinem Kaufpreis entspricht.

Bei der 1. Versteigerung kann das Haus jedoch schon für 7/10 des Verkehrswertes "weggehen", dass heisst 3/10 müsste die Bank dann quasi abschreiben. Und genau an diesem Punkt kommt dein bereits investiertes EK ins Spiel.

Also mal so ganz salopp gerechnet:

Dein Kaufpreis: 100.000 Dein EK: 30.000 Finanzierungssumme: 70.000

Wert Haus bei Versteigerung: 100.000 Haus wird versteigert für: 70.000 (7/10) Risiko für die Bank: 0 Euro

Also ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber ich will Dir ja nur mal kurz aufzeigen WIESO die Bank ein zwingendes Interesse an deinem gesparten Eigenkapital hat ;-)

Übrigens: Sollte das Haus bei der 1. Versteigerung keine Abnehmer finden, dann zählt bei der 2. Versteigerung nur noch die 5/10 Regelungen und bei der 3. Versteigerung gibt es dann gar keine Grenze mehr.

Hoffe ich konnte Dir helfen und halbwegs verständlcih erklären.

hat mir auch geholfen ich will mir aus Frankreich eine EW in Frankfurt kaufen, zuerst als Kapitalanlage und dann für den Eigenbedarf mittelfristig - Kaufpreis: ca. 150.000, Finanzierung durch Kredit ca. 105.000. und 60.000 EK. Finanzierung des Darlehens durch die Mieteinnahme...und mittelfristig (2-3 Jahre) durch den Verkauf meines Hauses in Frankreich und Rückkauf des Darlehen. bin um jeden Rat dankbar.

Eigenkapital können z.B. auch zusätzliche Sicherheiten sein. Oft werden dafür bereits bestehende Immobilien wie z.B. die der Eltern mit herangezogen. Das steht jedem Kreditnehmer frei, selbst zu entscheiden. Sogenannte 100% Finanzierung sind immer relativ teuer, da das Risiko der Bank sehr hoch ist., daher sind die klassischen Finanzierungen zwischen 60 und 80 %. Da kannst Du bei der Bank super Konditionen raushandeln. Eigenkapital können beim Neubau auch Eigenleistungen sein, für die sollte man aber auch qualifiziert sein, damit die Bank sie anerkennt.

Kaufpreis = Markt-/Verkehrswert >> 1,5 -2 fache des üblichen Marktzinses ./. Risikoabschlag 10-20% je nach Lage des Objektes = 100% >> Risikozuschläge auf den Marktzins ./. Eigenkapital 20% = 80% Finanzierung >> Standardzins ./. Zusatzsicherheiten 20% und mehr = 60% Finanzierung >> TOPZINS

Bei einer ersten Immobilie solltest Du eventuell das "Pferd" von hinten aufzäumen, also mal zusammenrechnen was da ist und dann hoch rechnen was du dir leisten kannst und dann schauen, was du dafür am Immobilienmarkt bekommst.

Mit leisten meine ich welche monatliche Belastung überhaupt vertrehtbar ist nach Abzug aller Fix- und Nebenkosten.

LG Baerlulu

Hallole. Nun gut. Das Eigenkapital sollte man i.d.R. dafür verwenden, daß mach die Nebenkosten damit bezahlen kann, wie z.B. die Kosten des Kaufvertrages ('Beurkundung Notar), die Umschreibung des Grundstückes beim Grundbuchamt, die Anträge hierzu, Ferner beim Neubau die Baupläne, die Statik u.ä. Das sind alles Kostenm, die nur unwillig von einer Bank finanziert werden, die zwar zu den Gesamtfinanzierungskosten zählen, aber den Wert des Objektes nicht beeinflussen. Grundsätzlich: Kaufpreis ist gleich 100%, ales andere neben dem Kaufpreis (s.o.) sind die Nebenkosten. Dies ist nur ein grober Überblick und beinhaltet keine komplette Aufstellung.

Hallo,

in erster Linie dient das Eigenkapital dazu, das Risiko der Bank bei einer Finanzierung zu mindern, falls Du auf Dauer nicht zahlen kannst und das Haus verkauft werden muss.  Es zeigt natürlich auch, dass du sparen kannst und verantwortungsvoll an die Zukunft denkst.

Das Eigenkapital muss aber nicht zwangsläufig zur Finanzierung herangezogen werden. Meist ist es jedoch so, dass der Käufer mit seinem Eigenkapital die Maklercourtage zahlt, dann die Notar- und Gerichtskosten und die Grunderwerbsteuer. Bei einer Immobilie von 300.000 sind die 20.000 Euro dafür schon weg.

Einen Vergleich von Bauzinsen gibt es hier: www.biallo.de/baufinanzierung

Noch Fragen? Gern.

Otto von biallo.de

Wenn Du 300.000,-- finanzieren willst, so fragt Dich die Bank immer, ob Du Eigenkapital hast. Um dieses Eigenkapital von 20.000,-- wird Dein Kredit kleiner, so dass Du also nur 280.000,-- brauchst. Die Bank gibt Dir aber keinen besseren Zinssatz, als wenn Du nichts hättest. Ob Du den Kredit bekommst, hängt auch davon ab, wie hoch Dein Einkommen ist. Hast Du nämlich ein kleines Einkommen, so überlegt sich die Bank, wie Du den Kredit zahlen willst.

Ja, das habe ich mir auch so gedacht und wollte es nur noch einmal bestätigt haben. Ich frage mich eben, wie man als junger Mensch (ok, dafür muss man noch nicht einmal unbedingt jung sein) 20%-30% Eigenkapital aufbringen soll?

Bei einer Finanzierung von 300.000 EUR entspräche das einer Summe von 60.000 EUR - 90.000 EUR. Zusätzlich sollte man noch 3-6 Nettomonatsgehälter in der Hinterhand behalten. Vielleicht braucht man ja auch noch Geld um sich das eine oder andere Möbelstück zu kaufen.... um es kurz zu sagen, es erschien und erscheint mir immer noch relativ unmöglich, zumindest bei der oben genannten Finanzierungssumme. Deswegen sollte ich mal nachfragen, wie genau das mit dem Eigenkapital gemeint ist.

Vielen Dank!

@LJzimmermann

Dazu kann ich Dir nur sagen, dass Du als junger Mensch auch keine Immobilie um 300.000,-- kaufen solltest. Such Dir doch für den Anfang eine kleine Wohnung, die Du dann auch zahlen kannst. Wenn Du ein gutes regelmäßiges Einkommen hast, wirst Du hierzu auch die Finanzierung packen, auch ohne oder mit wenig Eigenkapital. Wenn Du eine neue Wohnung kaufen willst, so bieten viele Bauträger auch gleich eine Finanzierungsmöglichkeit an.

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