Ehrenamtliche Überstunden

3 Antworten

Erstmal ist die Frage, ob man da von einer Forderung reden kann. Vieleicht ist es ja nur eine "freundliche Anfrage". Vereinsmitglieder leisten jede Menge ehrenamtliche Arbeit, aber sie tun das in der Regel freiwillig bzw sie sind sogar freiweillig im Verein.

Bei einem Lohnempfänger ist das aber anders. Der Verein hat euch als Arbeitnehmer beschäftigt und muss euch auch so behandeln. Überstunden wären eigentlich zu bezahlen, aber korekterweise nur dann, wenn sie angeordnet wurden.

Das gleiche gilt für freiwillige Zusatzarbeiten. Sie sind nicht Bestandteil des Arbeitvertrags und ihr seid offenbar auch kein Mitglied des Vereins. Von einem Mitglied konnte man die moralische Verpflichtung zu einer gewissen Solidarität erwarten, den Verein zu unterstützen.

Ihr als "Arbeitnehmer" könntet aber eure Solidarität zeigen und dem Vorstand sagen, dass ihr nicht zu zusätzlicher Arbeit bereit seid.

Wo ist da eine "Forderung"??? Der Verein lebt von Spenden und dem Engagement der Mitglieder - wenn du KEINE Überstunden machen willst, ist das dein gutes Recht. Genau wie es das Recht des Vereins ist, dann über deine längerfristige Mitarbeit nochmal nachzudenken.

Für dich sieht das nach Erpressung aus, okay. Aber du hast es nicht in erster Linie mit einem Wirtschaftsunternehmen zu tun! Mit deiner ehrenamtlichen Mithilfe würdest du auch dein weiteres Gehalt finanzieren. Und, was noch wichtiger ist, du beweist sowohl den Mitgliedern (die DICH mit ihren Beiträgen bezahlen) als auch Außenstehenden, die zahlende Mitglieder werden könnten, dass der Verein DIR etwas wert ist.

Wenn du meinst, deine bisherigen Überstunden sind mehr als genug - bereite eine kleine Aufstellung davon vor. Von allem, was du jetzt schon "ehrenamtlich" dort machst. Wenn das mehr ist als hier und da mal ein paar Minuten - stelle es genauso dar! Biete evtl. einen Tausch gegen Wochenendaktionen an, oder erkläre, warum es am Wochenende bei dir einfach nicht geht.

Gerade in einem Verein, der nur durch Freiwilligkeit existieren kann, solltest du nicht auf Konfrontation gehen - häufig WEISS der Vorstand nicht mal, wer was wann wie lange macht. Und fühlt sich sehr schnell auf den Schlips getreten, wenn man ihm "Ausnutzung" bezahlter Mitarbeiter vorwirft...

Deine Argumente sind durchaus schlüssig, @kesuga, aber ein Verein, der sich Angestellte leisten kann, sollte so strukturiert bzw. so geführt sein, dass er es nicht nötig haben sollte, "nach Übertunden zu betteln"...

Jemand zu ehrenamtlichen Tätigkeiten zu "zwingen" nicht, sie zu fragen und die Möglichkeit zu lassen nein zu sagen ja..

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