Ehe für Homosexuelle, standesamtlich, Kirchlich oder beides?

5 Antworten

Eins vorweg... kirchliche und standesamtliche Ehe sind STRIKT voneinander zu trennen.

Die einzige "echte" Ehe ist die standesamtliche. Nur durch sie ist man offiziell verheiratet. Wer ausschließlich kirchlich heiratet, ist offiziell nach wie vor ledig, und gilt nicht als verheiratet.

Wenn es um die Homoehe geht, geht es IMMER um die standesamtliche Ehe.

Zu Frage 2... Der Staat kann darf und wird die Kirche niemals dazu zwingen Homoehen zu akzeptieren, allein schon aus dem Grund, dass die kirchliche Ehe keine offizielle Ehe ist...

Unter dem Gesichtspunkt der Homoehe muss man immer bedenken, dass die Homoehe ohne zeitgleiche Legalisierung von Adoptionen durch homosexuelle Paare, und die Legalisierung der Leihmutterschaft, eine Benachteiligung von Hetero-Paaren darstellt.

Zuerst einmal zu deiner Frage: damit ist die standesamtliche Ehe gemeint, da diese in Deutschland die einzige rechtsgültige Ehe ist. Die Hochzeit in der Kirche ist rechtlich irrelevant. Sie ist dennoch eine Tradition, die in der Gesellschaft verankert ist.

Die standesamtliche Ehe ist also von der kirchlichen unabhängig. Man kann allerdings nur kirchlich heiraten, wenn man schon standesamtlich getraut ist (oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist, s.u.).

In der Evangelischen Kirche Deutschland werden in drei von zwanzig Landeskirchen homosexuelle Paare tatsächlich getraut. Dort sind Traugottesdienste für Homosexuelle und Heterosexuelle also gleich. In einigen anderen Landeskirchen gibt es Segnungsgottesdienste für Homosexuelle.

Da wir die Ehe für Alle ja jetzt haben brauch ich ja nicht mehr allzu viel schreiben, aber trotzdem:

Die Kirche ist leider noch nicht bereit dafür die Ehe für Alle mitzutragen. Leider kann man erst in wenigen evangelischen Kirchen seelich gesprochen werden. Das Problem ist, dass die katholische und teilweise auch evangelische Kirche immer noch schwer mit modernen Werten und Denkweisen tut. Sie denken leider oft noch, dass sie gegen die Bibel handeln, wenn sie homosexuelle Paare trauen, obwohl es immer mehr Wissenschaftler gibt die mit unterschiedlichsten Gründen behaupten, dass die Bibel gar nicht gegen Homosexualität ist.

Ich denke auch, dass sie Angst haben, dass andere Religionen mit ihren Fingern auf sie zeigen werden, wenn sie Homos trauen. Aber dafür habe ich keine Beweise, es ist nur eine reine Vermutung von mir.

Ob homosexuelle Menschen kirchlich heiraten möchten kann man so pauschal nicht sagen.
Es gibt 3 Arten von Homosexuellen und Kirche:

Die einen Schwulen und Lesben gehen wie alle anderen hin und somit ist ihnen auch eine Hochzeit mit kirchlicher Trauung sehr wichtig. Anderseits gibt es aber auch viele Homosexuelle die nicht kirchlich heiraten möchten, da sie sich von der Kirche wegen ihrer Sexualität schlecht behandelt fühlen. Sie denken oft, dass eine r.k. oder luterische Hochzeit nur eine Vortäuschung von Toleranz wäre und das hätten sie nicht nötig. Die dritte Art betreffen die, die genauso wie viele Heteros auch einfach keinen Wert auf Kirche und Religion legen.

Ich persönlich möchte unbedingt später katholisch getraut werden, aber wenn die evangelische eine kirchliche Hochzeit früher anbieten würde, würde ich sogar evangelisch werden, die evangelische Kirche gefällt mir sowieso immer mehr. Ich habe immer Spaß an Religion gehabt und möchte dies auch bis zum Tode.

Einen Zwang zur kirchlichen Hochzeit von der Regierung?:

Darüber lohnt es sich meiner Meinung nach erst nachzudenken, wenn die CDU keine Regierungspartei mehr ist und das wird wenn es so weitergeht nicht passieren. Außerdem würden ganz viele Menschen, dann auf die Straße gehen, ich habe es bildlich schon vor Augen.

P.S. Und wenn zu dem Zeitpunkt, zu dem ich heiraten möchte noch keine Hochzeit unter religiösem Stern möglich ist, dann werde ich versuchen mind. eine Seelischsprechung zu bekommen. Wenn mein Partner (wenn ich mal hoffendlich bald einen habe) nicht kirchlich heiraten möchte könnte ich mir vorstellen auch als Kompromiss einfach religiöse Messinhalte in die standesamtliche Hochzeit mit einfließen zu lassen. Davon könnte uns ja keiner abhalten.

Es geht selbstverständlich um die gesetzliche, also die standesamtiche Ehe.

Hintergrund ist, dass homosexuelle Paare nach bisheriger Rechtsauffassung gesetzlich in keiner Beziehung stehen.
Um mal ein konkretes Beispiel zu geben: Wenn ein Mensch todkrank im Krankenhaus liegt, an der Schwelle zum Tode und nur noch sehr nahe Verwandte ihn besuchen dürfen - dann ist der/die Lebenspartner.in des/der Homosexuellen ausgeschlossen. Ehepartner hingegen dürfen, stehen sogar an erster Stelle.

Selbiges gilt auch für Erbschaftsansprüche.

Genau aus diesen Gründen ist es zwingend erforderlich, dass Eheschließung nicht davon abhängig sein darf, ob beide Ehewillige unterschiedlichen Geschlechtes sind.

(Ja, mir ist bewusst, das auch damit nur wieder die traditionelle linear monogame Beziehung bevorzugt wird, während andere Formen des Zusammenlebens unberücksichtigt bleiben. Ja, ich weiß. Ich oute mich hier mal selbst als poly. Aber ich sehe auch ein, dass irgendwo nun mal ein Anfang gemacht werden muss.)

Das was du beschreibst ist im Lebenspartnerschaftsgesetz alles schon angeglichen. Das Lebenspartnerschaftsgesetz und die Ehe sind nahezu identisch abgesehen von der Adoptionssache. 

@randomhuman

Das Lebenspartnerschaftsgesetz steht in WIderspruch zum Grundgesetz. => (Hervorhebung durch mich)


Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 3 


(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt  werden.



@OnkelSchorsch

Ich weiß das alles. Aber was hat das mit meinem Kommentar zu tun. Du hast ein paar Beispiele aufgeführt, die so nicht mehr richtig sind. Das wollte ich ergänzen. Ich bin mir auch bloß nicht bewusst warum es keine Ehe für Homosexuelle gibt. Aber das ändert nichts an den falschen Beispielen, die du genutzt hast.

@randomhuman

Wenn du geschriebene Texte inhaltlich nicht erfassen kannst, ist das dein Problem, nicht meines. Aber schön, dass du was geschrieben hast.

@OnkelSchorsch

Ich denke, dass ich deinen Text richtig erfasst habe.

Du schreibst in deinem Originaltext davon, dass Lebenspartner bei einem todkranken Partner vom Besuch ausgeschlossen sind. Das ist nicht korrekt.

Du schreibst, dass es Unterschiede bei den Erbschaftsansprüchen gibt. Das ist nicht korrekt. 

Vielleicht habe ich deinen Text wirklich nicht verstanden. Aber das habe ich da rausgelesen. Kläre mich auf. 

@OnkelSchorsch

Was du unter 3) als letztes schreibst, «Onkel?Schorsch», sagt nichts über die sexuelle Orientierung/Veranlagung aus. Geschlecht bedeutet: männlich oder weiblich. Und was ist mit Transgendern, Intersexuellen, und solchen, die zwischen den Geschlechtern stehen??

Aber toll, dass du Buchstaben schreibst.

@Peace75

Intersexuellen :-)

Da die standesamtliche Ehe nur rechtsgültig ist, hat die kirchliche keinerlei Bedeutung. Dementsprechend geht es auch nur um die standesamtliche Ehe. Es gibt natürlich auch einige Homosexuelle, die sich vielleicht auch kirchlich trauen wollen. Viele Kirchen haben damit kein Problem, einige schon. Das muss man denke ich einfach respektieren. Es ist ja nur die Kirche. Ich will jedenfalls nicht kirchlich heiraten.

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