EC-Karten Missbrauch, vom Opfer zum Täter!

4 Antworten

Nun fordert ein Inkassounternehmen über eine Kanzlei das Geld von mir zurück obwohl ich die Anzeige der Polizei sowie die Aktenzeichen Nummer übermittelt habe.

Ich fordere, dass alle gutefrage.net Nutzer mir jeden Monat 5,- € überweisen, weil ich das halt so will.

Fordern kann man viel, allein dadurch dass dies ein Inkassobüro oder ein Anwalt tut wird dies aber nicht substanziell oder rechtlich nachvollziehbar.

Wie geht es nun weiter, muss ich einen Anwalt einschalten?

Die Gegenseite kann sich überlegen ob sie Klage einreicht, dann müsste sie aber beweisen, dass du und kein anderer die Geschäfte selbst getätigt hast oder zumindest durch mindestens grob fahrlässiges Verhalten unmittelbar begünstigt hättest (Persönlich finde ich es grob fahrlässig nicht täglich sein Portemonaie und sein Konto zu checken). Objektiv würde ich das aber verneinen.

Zumal mir die Bank mitgeteilt hat das sich mein Schufa Score seit diesem Vorfall verschlechtert hat, dies hatte zu Folge das mir meine Verfügungsrahmen meiner Visa Karte gestrichen wurde!

Dann würde ich mir mal eine aktuelle Schufa-Auskunft mit Scoring ziehen (§ 34 BDSG) und überlegen nicht selbst zu klagen, falls hier eine Kreditgefährdung (§ 824 BGB) vorliegt. Eine Einmeldung der Forderung bei der Schufa ist keinesfalls statthaft.

Eine Einmeldung der Forderung bei der Schufa ist keinesfalls statthaft.

In dem Fall, dass dort etwas gemeldet wurde, die Schufa mit Bezugnahme auf die Strafanzeige auffordern, das rückstandslos zu löschen und das Scoring zurücksetzen. Ankündigen dass, sollte die Schufa das nicht binnen 7 Tagen machen, man mittels Anwalt eine einstweilige Verfügung vor Gericht beantragt. Dann ist die Schufa normalerweise auch schnell mit der Löschung dabei.

Danke für deine ausführliche Antwort. Leider, oder Gott sein Dank brauche ich meien EC Karte nur alle 2-3 Wochen daher ist das gar nicht schneller aufgefallen, aber das ist ja auch kein Problem. Ich habe das Geld schnell wieder von der Bank bekommen und weil beim Täter nichts zu holen ist, versuchen sie es jetzt einfach mal bei mir. ich weiss das nach meinem Widerruf wahrscheinlich Schluss ist, dennoch möchte ich auf die unfreundlichen Briefe der Anwälte, auf die Drohungen und auf den negativen Schufa Eintrag reagieren. Bevor ich aber einen Anwalt darauf ansetze würde mich mal interessieren ob jemand Erfahrungen gemacht hat, oder ob mein Drang zu Gerechtigkeit einfach zu überzogen ist :-)

@Tomleng

und weil beim Täter nichts zu holen ist, versuchen sie es jetzt einfach mal bei mir

Was du dir aber nicht gefallen lassen musst. Du bist nicht der Schuldner egal wie sie das drehen. Was muss man sich unter den unfreundlichen Briefen vorstellen? Welche Drohungen haben sie in die Briefe verpackt? Eventuell ist die Zeit erreicht, wo man wegen dem Schufa-Eintrag und den Drohungen auch mal zur Polizei gehen kann und die Anwälte wegen Nötigung anzeigen kann. Bloß keine Scham.

Das alles geht ohne Anwalt. Sowohl die Beschwerde beim Aufsichtsgericht des Inkassos als auch die Strafanzeige.

Hallo, in dem Moment wo du den Fall bei der Bank angemeldet hast, übertragen sich auch die Schulden auf die Bank, das heißt, diese muss sich selbst darum kümmern, wieder an das Geld zu kommen. Ich würde einfach mal bei der Polizei nachfragen, oder bei einem Anwalt ein Beratungsgespräch vereinbaren. Ich glaube, man hat sogar 6 Monate Zeit, einen Missbrauch zu bemerken. Die Bank ist verpflichtet, dir das ganze Geld sofort zurückzuzahlen, und innerhalb dieser Frist (ich glaube, 6 Monate) liegt dann die Beweispflicht bei der Bank, dass du das Geld selbst ausgegeben hättest, damit irgendjemand Ansprüche an dich heben kann. Ich würde die Inkassofirma an deine Bank verweisen.... Mein Bruder ist beim Landeskriminalamt für solche Sachen zuständig, aber das ist ziemlich kompliziert, deswegen einfach bei der Polizei oder am Besten beim LKA nachfragen... Hoffe, ich konnte helfen.. Auf jeden Fall darfst du durch diesen Betrag auf keinen Fall schlechter dastehen, als vorher, also auch sofort bei der Schufa die Löschung des Eintrags beantragen!

Das Geschäft ist schon verpflichtet die Unterschrift zu prüfen (gerade bei größeren Summen), hier bleibt IMHO zunächst mal das Geschäft drauf sitzen wenn die Unterschrift nicht identisch ist.

Seit SEPA sind das 13 Monate, die man Zeit hat, einer Lastschrift, für die es kein Mandat gibt, zurückbuchen zu lassen.

Die Bank selbst haftet allerdings nicht dafür, der Händler ist hier zunächst einmal der Gelackmeierte. Die eigene Bank würde nur haften bei einer Zahlung/Überweisung ohne Legitimation. Bei Lastschriften liegt der Fall anders. Ggf. ist die Bank des Händlers die, die dumm aus der Wäsche schaut. Nämlich dann, sollte der Händler kein Konto mehr dort haben oder abgewickelt worden sein (=insolvent).

liegt dann die Beweispflicht bei der Bank

Nein, die Beweislast liegt beim Händler, denn der ist es, der zivilrechtlich fordert und der muss zivilrechtlich nachweisen, dass derjenige, der eingekauft hat, legitimiert war vom Kontoinhaber/ Karteninhaber. Deswegen auch zu Recht der Hinweis von geheim, dass hier der Händler schon die Unterschrift vernünftig zu prüfen hat (wobei man die ja auch so fälschen kann, so dass es auf den ersten Blick ähnlich aussieht).

@mepeisen

Muss ich dann den Händler auf Schadenersatz verklagen oder das Inkasso Büro? Immerhin ist mein Schufa Score gesunken wegen dieser Angelegenheit. Und wie sind meine Aussichten hier überhaupt Erfolgreich zu sein. Hohe Anwaltskosten ist nicht gerade mein Ziel.

@Tomleng

denjenigen der den Eintrag veranlasst hat, bestrittene Forderungen dürfen nicht in die Schufa eingetragen werden. Da eher das Inkassobüro der Schufapartner sein dürfte würde ich hier beginnen (und das dem Mahnbescheid widersprochen wurde wird das Inkassobüro als verwalter des Inkassoverfahrens gewusst haben)

@Tomleng
Muss ich dann den Händler auf Schadenersatz verklagen oder das Inkasso Büro?

Im Endeffekt den Gläubiger. Denn das Inkasso wird sich herausreden, lediglich im Auftrag des Gläubigers gehandelt zu haben. Soweit du einen Anwalt engagieren musst (und das würde ich, wenn die Schufa das nicht sofort rauslöscht, deswegen auch der Schufa selbiges ankündigen), wird der das dann aber regeln.

@mepeisen

ich weiß nicht ob das Inkasso sich da so einfach rausreden kann, wenn es Kenntnis über den Widerspruch hatte (und normal läuft ja auch das gerichtliche Mahnverfahren über das Inkasso, also bekommt es zwangsläufig Kenntnis darüber).

@Geheim0815

So ist das bei den Rechtsdienstleistern. Anwälte und Inkassos können die merkwürdigsten Ausreden haben, was sie alles im Namen des Mandanten gemacht haben... Deswegen existieren IMHO auch noch so viele schwarze Schafe, weil die sich oft rausreden. "Och wir wussten nicht, dass die Russen, die per Mail eine Forderungsliste geschickt haben, gar keine Firma haben und dass deren Telefonnummer gar nicht existiert."

Erstmal abwarten ob Klage eingereicht wird, kann ich mir aufgrund des Sachverhalts nicht wirklich vorstellen weil die Siegchance für dich vor Gericht sind sehr sehr hoch meiner Meinung nach.

Tach,

Als ich 2 Wochen später auf meine Kontoauszüge, sah entdeckte ich diesen Missbrauch und habe gleich die Karte sperren lassen

Du hast ganze 2 Wochen nicht gemerkt, dass deine EC Karte weg is?

Wäre ich Banker, würde ich dir mindestens grobe Fahrlässigkeit unterstellen.

Als Gläubiger genauso. Der Gläubiger kann nicht wissen, dass die EC-Karte von nem Dieb missbraucht wird.

Meiner Meinung nach ist alles, was später als einen Tag nach dem Diebstahl mit der Karte passiert ist, dein eigenes Problem.

Wäre die Karte nämlich sofort gesperrt worden, hätte kein Schaden entstehen können. Wenn die Karte trotz Sperrung trotzdem funktioniert, dann haftet die Bank.

Rechtlich sieht das so aus, dass du erstrmal zahlen musst.

Dann kannst du dir deinen Schadenersatz im Wege einer Zivilklage, von dem Kartendieb gerichtlich erstreiten.

Ist da nix zu holen, gibts halt nix.

Ich halte die Inkassokosten eh für nicht erstattungsfähig. Die reine Hauptforderung wirst du aber vorerst an den richtigen Gläubiger zahlen müssen.

Du kannst also nicht die Inkassonepper o die Anwälte auf Entschädigung verklagen. DIE haben dich nicht geschädigt.

Zumal mir die Bank mitgeteilt hat das sich mein Schufa Score seit diesem Vorfall verschlechtert hat,

In deinem Fall handelt es sich ja um bestrittene Forderungen. Das dürfte deine Schufa eigentlich nicht negativ beeinflussen.

Das solltest du nachdrücklich bei deiner Bank monieren. Es handelt sich, wie gesagt um strittige Forderungen.

muss ich einen Anwalt einschalten?

Das hättest du sofort tun sollen.

Was möchtest Du wissen?