eBay: Falscher Sofortkauf Betrag - Käufer besteht auf Kaufrecht

5 Antworten

Hallo nochmal! Vielen Dank! Ich bin begeistert von den so schnellen und zahlreichen Antworten. Aber ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht, was ich tun soll...:’-( Bezüglich der schriftlichen Anfechtung. Bis heute habe ich noch keine Angaben vom Käufer(Name/Anschrift). Nachdem der Käufer auf sein Recht beharrt hat, habe ich ihm über den eBay Nachrichtendienst folgendes geschickt:

Hallo we22333,

*Hiermit fechte Ich nach § 119 Abs.1 2.Alt. BGB den Kaufvertrag an, der Verkaufspreis wurde irrtümlich aufgegeben. Hierbei handelte es sich um ein vertippen. Der eigentlich Kaufbetrag sollte 335€ anstatt 135€ betragen. Ein Zeuge für das irrtümliche Handeln ist vorhanden.

Für die Umstände, die Ihnen hierdurch entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit!

Mit freundlichen Grüßen*

Reicht dies als Anfechtung aus?

Nicht der Kaufvertrag wird angefochten, sondern deine Willenserklärung.

du hast eine Mail von ebay bekommen, in der dir der Käufer mitgeteilt wird. Darin steht auch seine Adresse. Diese nutzt Du für das Einschreiben mit Rückschein!

Wenn du ein Händler wärst, dann würde ich fast davon ausgehen, dass du das IPhone auch für den Preis dann verkaufen musst. Bei Privatverkauf ist die Gesetzgebung etwas liberaler aber auch da denke ich das deine Chancen vor Gericht nicht besonders gut sein werden.

Der Grund bei einer Anfechtung wegen Irrtum muss ein so gravierender Preisunterschied zu dem reellen Preis bestehen, dass der Irrtum auch für einen Aussenstehenden sofort erkennbar sein müsste. Das ist bei dir aber nicht gegeben. Der Preis für ein Handy von 135€ ist durchaus realistisch und das gilt auch für ältere I-Phones oder für neuere mit kleinen Macken, daher musste der Käufer auch nicht von einem Irrtum deinerseits ausgehen. Selbst wenn du den wahren Wert des Gerätes bei Angebotserstellung nicht kanntest und daher aus Unwissenheit einen zu geringen Verkaufspreis eingegeben hast und nicht wegen eines Tippfehlers handelt es sich um ein gültiges Angebot, man muss sich vorher Informieren. Daher sollte man sich seine Angebote auch genau durchlesen und prüfen bevor man die an E-Bay übermittelt.

Ich persönlich denke nicht dass es das Prozessrisiko wert ist.

Auch ein Händler könnteunter denselben Voraussetzungen anfechten.

Anfechtungsrecht wegen Irrtum (§ 119 Abs.1 2.Alt. BGB)

Das trifft in deinem Fall auch zu. Du brauchst die Ware nicht heraus geben.

Ich würde dem ganz gelassen entgegen sehen.

Wie dir schon geraten wurde, kannst du den Kaufvertrag wegen Irrtums anfechten. Du kannst sogar plausibel erklären, wie die irrtümliche Preisangabe zustande gekommen ist.

Sofern du fristgerecht (dass sind 2 Wochen nach dem Verkauf) dem Käufer mitteilst, dass du den Verkauf anfechtest, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Keien Chance. Es ist ein Kaufvertrag zustandegekommen und an den haben sich beide Parteien zu halten. Diese Anwaltskosten kannst Du Dir sparen, denn da gibt es bereits ausreichend höchstrichterliche Entscheidungen zu. U.a. jemanden der seinen neuen Passat versehentlich für 100 Euro verkauft hat ;o)

Wo denn?

Es gibt dazu noch keine höchstrichterliche Entscheidung.

Tatsache ist, dass es sich hier um eine Anfechtung aufgrund Irrtums handelt. Diese Anfechtung muss aber ausdrücklich erklärt werden.

Welche höchstrichterliche Entscheidung? Das ist hier eindeutig ein Irrtum, welcher auch nachvollziehbar ist. Tippfehler können immer passieren.

Wo lässt sich der identische Sachverhalt mit dem Passat nachlesen?

@ronnyarmin

Nirgends. Vermutlich geht es um das Verfahren 24 O 317/07 vor dem LG Stuttgart. Da ging es um den Sofortkauf eines Gebrauchtwagens in einer ganz anderen Konstellation (Mindestpreis nicht erreicht, Auktion ist abgelaufen, Verkäufer bietet den Bietern das Auto zum Preis von 43.000 Euro an). Die Auktionsplattform hat jedoch bei den einzelnen Bietern deren ursprüngliches Höchstgebot im System hinterlegt, ein Bieterhat dann für 100 Euro zugeschlagen. Das LG meinte dann, dass schon keine übereinstimmenden Willenserklärungen vorgelegen haben und hat die Klage des Käufers abgewiesen. Es hat dabei auch noch auf das Anfechtungsrecht hingewiesen, wenn die Willenserklärungen übereinstimmend gewesen wären.

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