Dürfen unverschuldete Minustage vom AG vom Urlaub abgezogen werden?

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Minusstunden, die dadurch entstanden sind, dass der ArbG nicht genügend Arbeit für den ArbN hat, können weder in Geld noch in nachzuleistender Arbeitszeit vom ArbG gefordert werden. Das wäre eine unzulässige Abwälzung des ArbG-Risikos auf den ArbN. Der ArbG ist ebenso an die vertraglichen Vereinbarungen gebunden wie der ArbN. Die vereinbarten Stunden sind nicht nur zu leisten, sondern grds. auch zu vergüten! Wenn du Minusstunden in Verbindung mit § 615 BGB googlest, wirst du sehr schnell fündig.

Eine Verrechnung mit Urlaub scheidet damit natürlich auch aus. Das wäre auch bei rechtmäßig entstanden Minusstunden ohnehin nur sehr eingeschränkt zulässig und bedürfte unter anderem einer gesonderten Vereinbarung, sowie einem Urlaubsanspruch, der über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanspruch liegt.

Zur Ergänzung: Urlaub soll der Erhohlung des Mitarbeiters dienen, bei der Lage des Urlaubs müssen außerdem die Wünsche des Mitarbeiters berücksichtigt werden (§7 BUrlG). Auch daraus lässt sich schließen, dass der Arbeitgeber im Nachhinein Fehlzeiten (egal aus welchem Grund sie entstanden sind) nicht mit Urlaub verrechnen darf.

Wenn die Geschäfte im Moment nicht so laufen, wie es sollte, hat der Arbeitgeber aber z.B. auch die Möglichkeit für die Mitarbeiter Kurzarbeit zu beantragen; somit entfallen für ihn Lohnkosten, die der Mitarbeiter zumindest anteilig von der Arbeitsagentur bekommt.

Die Anzahl der Urlaubstage ist vertraglich geregelt und Über- und "Unter"stunden dürfen nicht mit dem Urlaub verrechnet werden

er kann Kurzarbeit beantragen

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