Dürfen Minus-Stunden mit Überstunden ausgeglichen werden

3 Antworten

Wenn Du eine fest vereinbarte Stundenzahl zu leisten hast (dazu gibst Du allerdings keine Informationen) in einem festgelegten Rahmen und wenn es kein Arbeitszeitkonto gibt, d.h. Beginn und Ende der Arbeit sind nicht in eure Disposition gestellt, dann hat der Arbeitgeber "Pech" gehabt: dieMinusstunden fallen ihm zur Last und er darf sie nicht mit den Überstunden verrechnen (auch unter der Voraussetzung, dass es zu diesem Problem keine Regelung in einem anzuwendenden Tarifvertrag gibt).

Daneben käme noch die Möglichkeit des Annahmeverzugs nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615: "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" in Betracht; d.h. wenn es nicht genug zu tun gab, ihr aber arbeiten wolltet (eure Arbeitskraft angeboten habt), dann gehört der Mangel an Arbeit zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers und er muss euch die vereinbarten Stunden bezahlen, auch wenn ihr nicht arbeiten konntet.

Für einen Nebenjob ist die Genehmigung des Hauptarbeitgebers nicht erforderlich: er muss nur informiert werden. Er kann die Nebentätigkeit aber verbieten, wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt, dass sich die Nebentätigkeit negativ auf die Hauptätigkeit auswirken könnte, und (wie Du selbst schon angemerkt hast) wenn die Nebentätigkeit selbst eine Konkurrenztätigkeit wäre oder in einem Konkurrenzbetrieb ausgeübt würde.

Danke für eure schnellen Antworten. Zu leistende Wochen-Arbeitszeit beträgt 40h.

@GoldenBella

Wenn nach Vertrag 40 Wochenstunden zun festgelegten Zeiten zu leisten sind und es kein Arbeitszeitkonto gibt, dann gehen Minusstunden alleine zu Lasten des Arbeitgebers - er darf sie nicht mit Überstunden verrechnen oder vom Lohn abziehen.

Dazu kommt noch die bereits angestellte Überlegung in Zusammenhang mit dem Annahmeverzug des Arbeitgebers bei zu geringem Arbeitsanfall und deshalb nicht angenommener Arbeitsstunden des Arbeitnehmers.

Ohne den Vertrag zu kennen ...

Im Vertrag sollte festgelegt sein, wie viele Wochen- Monatsstunden man zu leisten hat. Das verpflichtet den Arbeitnehmer für diese Zeit seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, im Gegenzug aber den Arbeitgeber für eine "angemessene" Beschäftigung zu sorgen.

Kann das der Arbeitgeber nicht, ist das erst einmal sein Problem, Minus-Stunden lassen sich daraus nicht ableiten. Ändert sich die Auftragslage und es werden Überstunden fällig, wären diese gemäß Vertrag (Tarif) zu bezahlen.

Vereinbarungen, die den Arbeitnehmer verpflichten, Stunden nachzuarbeiten, in denen er nicht beschäftigt werden konnte, dürften rechtlich auf sehr wackligen Füßen stehen.

nebenjob darf dir nciht verweigert werden, wenn er deine arbeit nicht beeinträchtigt..

was steht denn im arbeitsvertrag? wieviel stunden werden laut arbeitsvertrag geleistet? welche branche ist das denn?

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