Dürfen Jugendliche Alkohol VERkaufen

5 Antworten

Die Antwort liegt im Umkehrschluss ...

Alles was nicht verboten ist, ist zunächst einmal erlaubt (klingt anarchistisch, ist aber ein einfacher Rechtsgrundsatz im Deutschen Gesetz).

Warum dürfen Jugendliche keinen Alkohol etc. kaufen? Weil das im Jugendschutzgesetz geregelt ist. Dort heisst es:

§ 9 Alkoholische Getränke

(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

1. Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche, 2. andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.<

Das Jugendschutzgesetz spricht ganz klar von der Abgabe und dem Verzehr. Der Umkehrschluss, es wäre daher grundsätzlich der Umgang mit Alkohol und Zigaretten verboten, ist falsch. Es gibt zahlreiche Beispiele, die das untermauern - rund um Gastronomie und Einzelhandel.

Ob es sich um ein Ausbildungsverhältnis, um einen Minijob oder um einen mithelfenden Familienangehörigen handelt ist hier vollkommen egal.

Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, es gibt auch aber auch juristische Kommentare, welche das Gesetz ergänzen. Es könnte auch eine höchstrichterliche Entscheidung dazu geben, welche ich nicht kenne.

@klausspagl

Beim Verkauf bin ich mir sehr sicher, vorausgesetzt, es ist eine weitere volljährige Person vor Ort.

Ich frage mich, ob der Jugendliche überhaupt alleine den Getränkemarkt "betreiben" darf ;-) auch ohne Alkohol und Zigaretten.

Wenn Du eine sichere, verbindliche Antwort suchst, frag doch mal beim Kreisjugendpfleger bzw. beim Jugendamt nach.

@pesterl

Wenn der geschäftsinhaber den Minderjährigen mit Kassiereraufgaben beauftragt, muss man nicht das überlastete Jugendamt mit so einem Blödsinn behelligen. :-)

Ich sag es mal so bevor mein ältester 18 wurde durfte er bei seinem Verein nur Bier und Wein ausschenken und abkassieren wenn er hinter dem Tresen war bei Festen.

Darauf wurde streng geachtet und seit er 18 ist darf er auch hinter der Bar bedienen wo die Spirituosen verkauft werden.

Ist vielleicht bei Veranstaltungen wieder anders, aber es wird ja auch Alkohol verkauft auch wenn er offen ist.

Das mag bei deinem Beispiel aufgrund der vertraglichen Vereinbarung wohl so sein, ist aber keinesfalls arbeitsrechtlich dahingehend geregelt.

@Haglaz

Dann hilft ihm nur eins er muss den 16 jährigen als Mini jobber anmelden und beim Arbeitsamt sich Auskunft geben lassen.

Ich würde mir eher die Frage stellen: Was kann dir passieren, FALLS der Jugendliche für sich selbst Zigaretten und Alkohol kauft oder für minderjährige Freunde. Bestraft wird dann derjenige, der ihm das zugänglich gemacht hat.

In so einem Fall würde vermutlich keiner die Ausrede gelten lassen "Aber er war ja angestellt, er SOLLTE ja nur VERkaufen", denn es muss auch kontrolliert werden, ob das wirklich so läuft. Hier wären passende Begriffe Verantwortung und Aufsichtspflicht.

Als Beispiel wurde Handyvertragverkäufern, die an unter 14 jährige Verträge verkauft haben, die diese sich mit einer falschen Altersangabe online erschlichen haben und anschließend hohe Kosten verursacht haben, dass sie das Geld nicht von den Erziehungsberechtigten einfordern können, da sie selbst ja auch einen Gewinn dadurch erzielen, es Jugendlichen und Kindern so leicht zu machen, über Onlineformulare Verträge abzuschließen und da keine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, da ja die Eltern nicht überall dabei sein können.

Weiteres Beispiel ist die Quengelzone im Supermarkt, auch dort werden die Supermarktbesitzer und nicht die Eltern verantwortlich gemacht, wenn ein Kind sich Süßwaren greift und in den Mund steckt, während die Mutter am Bezahlen und Einpacken ist.

Ich würde die 16jährige nicht alleine Spirituosen und Zigaretten verkaufen lassen. Erlaubt ist es schon....allerdings muss du deiner Aufsichtspflicht dennoch nachkommen.

Was kann dir passieren, FALLS der Jugendliche für sich selbst Zigaretten und Alkohol kauft oder für minderjährige Freunde.

Ist nicht mehr von der Vollmacht umfasst, so what?

In so einem Fall würde vermutlich keiner die Ausrede gelten lassen "Aber er war ja angestellt, er SOLLTE ja nur VERkaufen", denn es muss auch kontrolliert werden, ob das wirklich so läuft.

Wenn du hier Richtung Compliance und § 9 Abs. 2 OWiG anspielst, ist das ganze ganz genau je nach Fall zu prüfen.

Als Beispiel wurde Handyvertragverkäufern, die an unter 14 jährige Verträge verkauft haben, die diese sich mit einer falschen Altersangabe online erschlichen haben und anschließend hohe Kosten verursacht haben

Ist ein unwirksamer Vertrag, Minderjährige können ohne Einwilligung grundsätzlich keine rechtlich nachteiligen Verträge eingehen.

Ich kenne keine Einschränkungen im Ausblidungsplan eines VerkäufersIn im LE oder RestaurantfachmannFrau, die das einem Auszubildenen verbietet. Wenn er / sie die Einschränkungen des Jugendschutzgesetzes im Verkauf von Alkohol und Tabakwaren einhält, funktioniert das.

Es ist aber kein Auszubildender sondern eine 450,00 € Kraft

@klausspagl

Eine der größten Errungenschaften der Französischen Revolution ist die Verwirklichung formaler Rechtsgleichheit aller Bürger vor dem Gesetz! :)

Hier zu unterscheiden, verstieße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.

@klausspagl

Das ist mir klar, es geht dabei um die altersmäßige Einschränkung und dabei macht das Vertragsverhältnis keinen Unterschied.

@Novos

Was ist hiermit? "...die erforderlichen Vorkehrungen und Maßnahmen zum Schutze des Kindes gegen Gefahren für Leben und Gesundheit sowie zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der körperlichen oder seelisch-geistigen Entwicklung getroffen sind," §6 (2) JuSchG

http://www.jugend.rlp.de/jugendarbeitsschutz.html

Welchen Schutz bietet der Arbeitgeber, dass die Jugendliche nicht für sich selbst einkauft?

@Novos

Novos, yep. Das habe ich ja eben auch ausdrücken wollen, nur etwas schöner! :-)

@guinan

Er ermahnt ihn entsprechend mit erhobenem Zeigefinger und bedeutunsvoller Stimme! :-)))

6.2 JabschG ist hier überhaupt nicht einschlägig. :-)

@guinan

Das bedeutet, dass Du wenn Jugendliche in Deinem Haushalt leben, keinen Brandwein oder Brandweinhaltige Getränke im Haushalt haben dürftest, weil die Jundeklichen dadurch gefährdet sind?

Im LEH werden normalerweise keíne offenen Tabakwaren und Spritflaschen verkauft. Im Unterschied zur Gastronomie und selbst dort muss man als Mitarbeiter keine 18 Jahre alt sein.

@klausspagl

Hast du schon beim Arbeitsamt nachgefragt?

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