Dialoge im Gericht

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die Gerichtssendungen im Fernsehen kannst Du schon als Beispiel nehmen, wenn man mal davon absieht, dass in Echt keine Zeugen aus dem Publikum irgendwelche Einwürfe machen, überraschende Zeugen auftauchen, die gerade was gefunden haben oder von der Verhandlung gehört. Im Grunde wird im Strafprozess der Angeklagte zur Sache gehört und jeder Anwalt wird anraten, zu sagen, dass ihm die ganze Sache unendlich leid tut und auch sein Bedauern zeigen. Dann werden Zeugen gehört und vor allem Sachverständige, die von den Anwälten jeweils zur Sache befragt werden. Meist sagt der Angeklagte auch nicht, er war es nicht, sondern es ist von Grund auf klar, dass er es gemacht hat, aber man versucht rauszufinden, inwieweit sein Verhalten schuldhaft ist bzw. wieviel Schuld er daran hat.

Ich habe mal Rechtsanwaltsgehilfin gelernt und unser Chef konnte oft nicht zu Gericht gehen, so dass wir öfter was zu erledigen hatten. In der Realität geht es nicht um ausgefeilte Fragen und Dialoge, sondern es wird einfach abgefragt, was gehoert, gesehen usw. wurde.

Den letzten realen Fall, bei dem ich bei Gericht war, da ging es z.B. um einen Bauarbeiter, der hatte einen Hilfsarbeiter unter sich. Am Ende der Taetigkeit lieferte er ihn auf dem Bauhof ab und sagte ihm, dass er gehen kann, er ihn nicht mehr brauche, dann fuhr er mit der Baumaschine wieder vom Hof. Später fand man den Hilfsarbeiter schwer verletzt auf dem Hof. Er war von der Baumaschine überfahren worden und erlag seinen Verletzungen. Er hatte ´von dem ganzen nichts bemerkt. In dem Prozess ging es darum, ob es möglich ist, dass er davon nichts bemerkt hat (Gutachter) und inwieweit er unachtsam war beim Wegfahren. Es sagte noch die Person aus, die den Verletzten gefunden hatte und die den Bauarbeiter per Funk informierte über den Vorfall. Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass er wirklich nicht sehen konnte, was hinter/zwischen dem Wagen vorging und selbst wenn er vorsichtshalber noch einmal um die Maschine rumgegangen wäre und nachgesehen hätte, dass keiner dort ist, dann hätte danach doch wieder jemand dazwischen kommen können. Und der Hilfsarbeiter wusste ja, dass er wegfahren würde und kannte die notwendigen Vorsichtsmassnahmen. Es war daher sein Verschulden und nicht die des Bauarbeiters.

Du kannst da schauen: http://rtl-now.rtl.de/das-strafgericht.php

Ist zwar eine TV-Serie aber die Ausdrucksweisen von Richter und Staatsanwaltschaft ist aber durchaus korrekt. Im übrigen ist der Richter auch im richtigen Leben einer. Die jur. Ausdrucksweise ist druchweg korrekt.

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