Darf nicht eingetragenes Sondernutzungsrecht trotz Bestand zurückgefordert werden? Wohnungseigentümergemeinschaft will Terrasse zurückbauen lassen?

6 Antworten

Das Recht auf Rückbau dürfte verwirkt sein.

Wenn dieser bauliche Zustand länger als 3 Jahre (max. 5 Jahre) besteht, ist zwar der Anspruch nicht verjährt, aber sicherlich verwirkt. Das bedeutet, dass es der Wohnungseigentümergemeinschaft an dem Rechtsschutzbedürfnis regelmäßig fehlt, wenn sie einen Zustand zu lange duldet, also nicht tätig wird.

Anders sieht die Sache nur dann aus, wenn ein neuer Wohnungseigentümer in die Gemeinschaft kommt. Dieser kann den Rückbau verlangen, weil bei ihm das Recht ggf.  noch nicht verwirkt ist. Allerdings gibt es auch hier Rechtssprechung die ein solches Recht nur dann vorsieht, wenn der neue Wohnungseigentümer über die in § 14 Abs. 1 des Wohungseigentumsgesetzes benachteiligt ist.

Da der Bau über 6 Jahre so geduldet wurde darf er stehen bleiben.Wenn du die Terrasse erneuerst,haben sie das Recht auf die angegebene Größe zu pochen und du musst zurück bauen.

Mein Nachbar hat 80cm über meine Grenze einen Zaun errichtet.Dieser darf stehen bleiben,weil mir erst 10 Jahre später aufgefallen ist.Grundstück  wurde neu vermessen.

Gibt es ärger kannst du nur zum Schiedsmann nicht zum Rechtsanwalt.Es gibt ein Nachbarschaftsgesetzbuch,was du für wenig Geld beim Internet bestellen kannst.Dort steht das mit den 6 Jahren Verjährungsfrist auch noch mal drin.

Sorry, aber eine Abweichung vom Grundbuch = ordnungsgemäßer Zustand kann nicht verjähren. Er kann nur verwirkt sein. Ein Schiedsmann ist im Wohnungseigentumsgesetz nicht vorgesehen. Das übliche Nachbarschaftsrecht greift hier ebenfalls nicht, weil das Wohnungseigentumsrecht hier zuständig ist. (§ 19 Nr. 2 WEG)

... und dies Nutzungsrecht gilt auch für den Käufer?

Das wäre ja schon einmal die halbe "Miete" und für den Rest werden die dürfen, fürchten auch meine Glaskugeln.

Ersteigert wird das, was im Grundbuch steht.

Viel Glück.


Dieser "überstehende Anbau" wurde also einmal von der Gemeinschaft
angenommen/gebilligt o.ä., ansonsten wäre er ja nicht gebaut worden.
Schriftlich festgehalten wurde das aber anscheinend nirgends.

Nicht alles was man so sieht, ist rechtens!

Die Gemeinschaft kann den Rückbau auf die tatsächliche Sondernutzungsrechtsgröße verlangen!

Ja, das ist mir durchaus bewusst. Aber ich würde gerne wissen, worauf du das begründest. Kannst du mir das sagen? 

@EniLic

begründen ?

das Grundbuch ist maßgebend, sonst nichts, ist das so schwer zu verstehen

@EniLic

Die Begründung für den Umfang des Sondernutzungsrechtes liefert die Teilungserklärung samt Teilungsplan!

Alles was Ihnen danach nicht gehört steht im anderem oder im Gemeinschaftseigentum; folglich kann der aufgrund der teilungswidrigen Anektion Benachteiligte, vorliegend die Gemeinschaft, die Wiederherstellung des rechtmäßigen Zustandes verlangen.

es gilt ja wohl was im Grundbuch steht !

Zitat: >Dieser "überstehende Anbau" wurde also einmal von der Gemeinschaft angenommen/gebilligt o.ä., ansonsten wäre er ja nicht gebaut worden<

wer sagt das ?

Naja, nachdem alle im Haus Lebenden mit dem vorherigen Eigentümer ein sehr gutes Verhältnis hatten und das Ding gebaut wurde und der Bestand ja nach wie vor da ist... gehe ich davon aus. 

@EniLic

Sieht so aus, dass die Duldung nicht weiter akzeptiert wird.

@EniLic

mag ja alles sein

aber rechtlich bindend ist das Grundbuch

was meinst du was alles vorkommt, in so Wohnsiedlungen werden zum Teil Tiefgaragenplätze getauscht, Wohnungen verkauft (mit getauschten Parkplätzen) nach Jahren weiß das keiner mehr, das merken häufig nicht mal die blinden Notare .... da hat man rechtliche Problem an der Backe

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