Darf mein Chef eine Zeiterfassung, ohne einen Schriftlichen Beischeid/Zusatzvertrag, verlangen?

5 Antworten

Sofern es bei der elektronischen Zeiterfassung lediglich um die Erfassung von Anfang und Ende einer Arbeitszeit geht, ist ihre Einführung nicht von der Zustimmung des Arbeitnehmers oder von einer Vereinbarung mit ihm abhängig.

Sofern es darüber hinaus aber gleichzeitig um eine Leistungs- oder Produktivitätskontrolle oder sonstige Kontrollen oder um die Einrichtung eines Arbeitszeitkontos geht, ist dem Arbeitgeber das nicht ohne eine zustimmende Vereinbarung mit den betroffenen Arbeitnehmern erlaubt!!

Das muss auch nicht im Arbeitsvertrag stehen. Dort steht aber drin, welche regelmäßige Arbeitszeit vom Arbeitnehmer zu erbringen ist und natürlich hat der Arbeitgeber jedes Recht, Nachweise über die Arbeitszeiten einzufordern. Am Ende bist ja sogar Du als Arbeitnehmer in der Beweispflicht, dass du deinen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen (zur Leistung deiner Arbeit) nachgekommen bist. Also ist eine Zeiterfassung ganz im Sinne der Arbeitnehmer.

Natürlich kann er das von dir mündlich verlangen.

Er braucht nichts schriftlich zu machen weil es sich wahrscheinlich um Projektbezogene Zeiten handelt.

Ach wenn es nur darum geht zu sehen wieviel Zeit du für was brauchst :-)))

Natürlich darf er das. Dazu bedarf es keiner Genehmigung.

Formaljuristisch ja unter Berücksichtigung der Datenschutzgesetze und des TKG.

Nach § 87 BetrVG steht dem Betriebsrat aber ein Mitbestimmungsrecht zu. In der Praxis empfiehlt sich aber hierfür eine Betriebsvereinbarung, um alle relevanten Aspekte zu regeln und schriftlich zu fixieren.

LG

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