Darf mein Arbeitgeber meinen Urlaub verweigern?

10 Antworten

Hier findest du einen guten Bericht: http://www.superillu.de/exklusiv/arbeitsrecht-darf-der-chef-den-urlaub-streichen-ratgeber

Aber um selbst zu antworten, nein er darf ihn nicht einfach streichen und wenn dann nur im Notfall und ggf. muß er für Stornokosten (z.B. weil man eine Reise gebucht hat) aufkommen. Am besten redest du mal mit deinem AG und sollte er sich querstellen wende dich an den Betriebsrat (falls ihr einen habt) oder drohe ihn damit ggf. auf Schadensersatz zu verklagen.

Ohne Rückmeldung nicht zu erscheinen kann für dich Arbeitsrechtlich problematisch werden, ebenso die Drohung bei nicht Genehmigung krank zu machen. Von beidem solltest du Abstand nehmen.

Warum redest du von Urlaub streichen???

Der Urlaub war noch nicht mal genehmigt...

Hi bassobank,

es mag strittig sein, welche Fristen anzusetzen sind und was die gängige Rechtsprechung dazu sagt. Interessant ist in Deiner Fragestellung allerdings folgendes:

"... nicht mehr geäußert, was in unserem Betrieb heisst ..."

Wenn es also im Betrieb gängige Praxis ist, dass Urlaub stillschweigend genehmigt wird, brauchst Du Dir über die Genehmigung imho keine Gedanken machen.

Der entscheidende Punkt ist hier vielmehr die Begründung der Ablehnung unter dem Hinweis auf Deine 14tägige AU. Das halte ich nicht nur für fragwürdig, sondern ich wage auch die Behauptung, dass Dein AG damit vor jeden ArbGer kläglich scheitern dürfte, zumal es bei dem zu gewährenden Urlaub per Gesetz um Erholungsurlaub geht, der die Arbeitskraft erhalten und ggf. wieder herstellen soll. Diesen also aufgrund einer Erkrankung nicht zu gewähren, widerspricht dem Sinn der Sache selbst.

Zu bedenken gilt daher nur etwaige unabdingbare Firmeninteressen. Ob die vorliegen kannst wahrscheinlich nur Du (bzw. im Zweifelsfall Außenstehende) beurteilen.

So oder so die Frage ist, wie weit willst Du bei der Durchsetzung eines etwaigen Anspruchs gehen?!

DENN: Recht haben ist das eine => es dann auch zu bekommen etwas ganz anderes

;o))

LG wldbw

Die Rechtslage über die Entscheidungsdauer für nen Urlaubsantrag ist ganz einfach:

Es gibt keine gesetzlich geregelte Frist bis wann der Arbeitgeber entscheiden muss!

"Vor einer solchen Klage sollte der Arbeitnehmer den Arbeitgeber aber "hin + wieder" an den Urlaubsantrag "erinnern" und dabei ggf. deutlich machen, dass und warum für die Vorbereitung des Urlaubs eine baldige Entscheidung über den Urlaubsantrag erforderlich ist." Quelle: http://www.rechtsrat.ws/lexikon/urlaub.htm#wann

@Messkreisfehler

Zitat aus Deiner "Quelle":

"Auch ohne eine solche Regelung hat der Arbeitnehmer grundsätzlich Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber über den Urlaubsantrag zügig entscheidet."

Und auf nichts anderes habe ich Bezug genommen. Es gibt diverse solcher Gerichtsverfahren, da genau diese Unbestimmtheit gerne von AG genutzt wird um Ihre Machtposition auszunutzen und ungeliebte Mitarbeiter zu mobben.

Und eben diesem Verhalten wirken die Gerichte durch eine "gängige Rechtsprechung" in dieser Frage entgegen. Da es keinen genau festgelegten Zeitraum gibt, muss sich an der Summe der Urteile in dieser Frage orientiert werden (was übrigens auch Richter tun).

Und diese "gängige Rechtsprechung" interpretiert zügig mit einem Zeitraum von 4 bis 8 Wochen. Aus dieser Frist ist bassobank auf jeden Fall raus.

@bassobank: Du merkst, dass die Rechtslage nicht eindeutig ist. Allerdings würde ich Dir gute Chancen ausrechnen.

ABER BITTE: Hole Dir fachlichen Rat ein, bevor Du irgendwelche Schritte unternimmst. (ÖRA, Gewerkschaft, Betriebsrat oder auch einen Arbeitsrechtler). Auf keinen Fall solltest Du irgendetwas machen, was Dir als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden kann.

Natürlich hast Du Recht auf Urlaub, allerdings in Absprache mit dem Betrieb.

Die Absprache hat auch so frühzeitig zu erfolgen, dass beide Seiten planen können. Für unseren Betrieb heißt das z. B., der Urlaubsplan hat bis spätestens Ende Januar zu "stehen", womit gleichzeitig für jeden klar ist: der Urlaub ist genehmigt.

Schweigt der Arbeitgeber zu den Urlaubswünschen, sollte man daraus nicht schließen, er sei genehmigt ...

Krankheit unmittelbar vor Urlaubsantritt, wirft (ob zu Recht oder nicht) ein schiefes Licht und kann die Planung gründlich durcheinander bringen (z. B. weil jemand anders seinen Urlaub wegen Vertretung/Ersatz verlegt hat). Eine Urlaubsverlegung ist aus betrieblichen Gründen durchaus rechtens, wenn es keine andere, vertretbare Lösung gibt.

Bei einem genehmigten (!) Urlaub müsste in so einem Fall der Arbeitgeber auch für Kosten aufkommen (Stornierung).

Du wirst wohl neu planen müssen.

Du hast das Recht, deinen Urlaub bis zum 31.3. des nächsten Jahres antreten zu können. Aus betrieblichen Gründen kann ein genehmigter aber nicht angetretener Urlaub verschoben werden.

Wenn dein Arbeitgeber nichts sagt dann ist das keine Zustimmung. Dein Arbeitgeber MUSS dir den Urlaub erst mal nicht zu deinem Wunschzeitraum genehmigen.

Er SOLL zwar die Wünsche des Arbeitnehmer beachten, allerdings wenn betriebliche Belange dagegen sprechen kann er ihn natürlich auch ablehnen.

Da hast du ansonsten gar keine Rechte.

Danke dir für diene Antwort, aber ist es rechtlich ok mir meinen Urlaub zu verweigen weil ich vor meinem Urlaubswunschzeitraum Arbeitsunfähig war? Der Grund scheint mir jedoch sehr fragwürdig. Wäre nett von dir wenn du mir Antwortest

@bassobank

Wenn ein hoher Arbeitsanfall ist und du direkt davor noch krank bist dann ist das durchaus ausreichend um den Urlaub abzulehnen.

@Messkreisfehler

Hier findeste auch noch die Rechtslage:

http://www.rechtsrat.ws/lexikon/urlaub.htm#wann

"Kann ich selbst bestimmen, wann ich meinen Urlaub nehme?

Grundregel: Nein, aber.

Der Urlaub wird vom Arbeitgeber erteilt, d.h. der Arbeitgeber bestimmt auch den Zeitpunkt des Urlaubs."

"Wann muss der Arbeitgeber über meinen Urlaubsantrag entscheiden?

Diese Frage ist gesetzlich nicht geregelt."

Dann der letzte Absatz "Vor einer solchen Klage sollte der Arbeitnehmer den Arbeitgeber aber "hin + wieder" an den Urlaubsantrag "erinnern" und dabei ggf. deutlich machen, dass und warum für die Vorbereitung des Urlaubs eine baldige Entscheidung über den Urlaubsantrag erforderlich ist."

Du bist also verpflichtet den Arbeitgeber mehrfach! an den Urlaubsantrag zu erinnern. Wenn du das unterlassen hast, dann kannst du den Urlaub nicht mal einklagen.

@ Messkreisfehler :

Er SOLL zwar die Wünsche des Arbeitnehmer beachten

Das "Soll" ist falsch!!

Im Gesetz (BUrlG § 7 Abs. 1) heißt es:

Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind [Hervorhebung durch mich] die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, [...]

Die Formulierung "sind [...] zu berücksichtigen" im Gesetzestext bedeuten kein "Soll", sondern ein zwingendes "Muss", das nur durch die weiter im Text genannten einschränkenden Umstände (betriebliche Belange usw.) außer Kraft gesetzt wird!!

Wenn dein Arbeitgeber nichts sagt dann ist das keine Zustimmung.

Das ist falsch. Das Bundesarbeitsgericht hat zu gleichartigen Fällen bereits entschieden, dass der ArbG sich innerhalb einer angemessenen Frist von längstens vier Wochen zu einem Urlaubsantrag äußern muss. Tut er das nicht, darf der ArbN davon ausgehen, dass der Urlaub als genehmigt gilt!

Er SOLL zwar die Wünsche des Arbeitnehmer beachten, allerdings wenn betriebliche Belange dagegen sprechen kann er ihn natürlich auch ablehnen.

Er MUSS die ArbN-Wünsche berücksichtigen und vorhergehende Erkrankung ist definitiv kein dringender betrieblicher Grund, den Urlaub zu widerrufen.

Da hast du ansonsten gar keine Rechte.

Mit einem derart ausgeprägten Nichtwissen, solltest du vielleicht besser davon Abstand nehmen, die in diesem Rechtsgebiet auszutoben und obendrein noch Antworten von Usern zu kommentieren, die es offensichtlich besser wissen als du. Spätestens wenn der ArbN mit dem in der Frage erwähnten Schreiben zum Arbeitsgericht marschieren würde, hätte er seine Rechte! Aus diesem Brief kann durchaus ein Richter schlussfolgern, dass der ArbG einen stillschweigend genehmigten Antrag aufgrund von Krankheit widerrufen will und per Eilentscheidung die ArbG-Zustimmung durch Beschluss ersetzen.

Als Lektüre empfehle ich das Bundesurlaubsgesetz!

@ralosaviv

Das ist 'mal eine richtig gute "Ansage", ralosaviv!!

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