Darf man während der Arbeitszeit Privatgespräche führen?

5 Antworten

Rein rechtlich gesehen nicht. Denn du erhältst während der Arbeitszeit eine Leistung von deinem Arbeitgeber. Mit anderen Worten er hat einen Anspruch auf deine ungeteilte Arbeitsleistung. Gegen Ausnahmen hat wahrscheinlich kein Arbeitgeber etwas einzuwenden. Aber bei der heutigen allgemeinen Telefonitis kann man nicht mehr von Ausnahmen sprechen.

Bedenke: Für jede Minute auf der Arbeit bekommst Du Gehalt. Daneben muss dieser noch Versicherungen, Lohnnebenkosten und Büromiete für Dich berappen. Also ich finde, private Aktivitäten gehören nicht auf die Arbeit!

Ich denke, das kommt ganz auf den Arbeitgeber an. Aber Grundsätzlich sind Privatsachen während der Arbeitszeit verboten. Es heißt ja nicht umsonst "Privat". Aber wenn man sich z.B. während einer Tätigkeit mit seinem Arbeitskollegen unterhält, ohne dass die Arbeit gestört wird, wird wohl kein Chef schimpfen.

Die Arbeitszeit ist zum Arbeiten da - wofür Du letztenendes auch vom Boss bezahlt wirst. Insofern ist das private Surfen im Internet, Privatgepräche etc. in gewisser Weise Betrug und hat eine Abmahnung mit Androhung der fristlosen Kündigung im Wiederholungsfall zur Folge. In den meisten Betrieben ist das sogar ausdrücklich verboten.

Diese Frage setzt voraus, dass es sich um ein Angestellten-Arbeitsverhältnis handelt (denn ich als Selbständiger kann in meiner Arbeitszeit machen, was ich will).

Wenn Du angestellt arbeitest, verkaufst Du Deine Arbeitsleistung in der Regel als zeitgebundene Arbeitsleistung -- d.h., Du verkaufst Arbeitszeit. Daher kann Deine Arbeitgeberin oder Dein Arbeitgeber davon ausgehen, dass Du auch in der Arbeitszeit, für die Du Geld bekommst, auch zur Verfügung stehst.

Private Handlungen während der Arbeitszeit bedeuten also völlig wertfrei erstmal, dass Du Deinen Arbeitsvertrag nicht korrekt erfüllst. Denn wenn Du z.B. 8 Stunden am Tag für jemand arbeiten sollst, aber davon 1 Stunde mit privaten E-Mails und eBay-Kram verdödelst, dann hat Dein Chef Anspruch auf Mehrleistung oder auf Kürzung seiner Geldleistung.


Soweit die Theorie. In der Praxis ist es auf jeden Fall eine Sache des "Wie viel, wie oft, weshalb". Wenn es zu viel wird, wird jedem Chef irgendwann der Kragen platzen und er wird einfordern, dass Du die Zeit nacharbeitest, weniger Geld bekommst oder zumindest die privat geführten Telefonate und Internetbenutzung irgendwie ausgleichst.

In größeren Firmen gibt es mittlerweile Mechanismen, die dafür sorgen sollen, dass Angestellte nicht unbemerkt privat telefonieren, surfen oder E-Mails schreiben. Da kann es durchaus schon nach 1-2 Verstößen zu drastischen Maßnahmen seitens der Geschäftsleitung kommen.

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