Darf man mehr als 2400€ mit 2 Übungsleiterjobs verdienen?

4 Antworten

"furbo" hat schon grundsätzlich Zutreffendes geschrieben.

Es ist aber zu berücksichtigen, daß die Übungsleiterpauschale nicht angewendet werden kann, wenn die Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird.

Ein Vollzeitpraktikum ist hauptberuflich.

Solange eine Tätigkeit zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollerwerbs in Anspruch nimmt, handelt es sich nach Ansicht des BFH (Bundesfinanzhof) um eine Nebentätigkeit.

Bei 40 WoStunden Vollzeit wären das max. 12 Stunden in der Woche.

Die Übungsleiterpauschale kann daher nicht angewendet werden. Daher ist alles zu versteuern - aber wenn Du keine anderen Einkünfte hast, dann fallen keine Steuern an.

Der steuerliche Grundfreibetrag (Einnahmen ./. aller steuerlich relevanten Abzüge) liegt in diesem Jahr bei 9.000 €.

Ist das ein Pflichtpraktikum oder im Rahmen einer Ausbildung? Wenn ja, bräuchte keine Vergütung gezahlt werden; dann wären die 2.400 ? freiwillig - sofern es aber ein freiwilliges Praktikum ist, hast Du auch einen entsprechenden Vergütungsanspruch.

Da die Übungsleiterpauschale nicht angewendet werden kann, ist der Job nun zudem sozialversicherungspflichtig (und zwar im Rahmen der Minijobregelung).

Aber das ist Sache der Einrichtung - Du brauchst Dich darum nicht kümmern - die Einrichtung muß das später, wenn das bei einer Prüfung auffällt, nachzahlen.

@DerSchopenhauer

In Fällen, in denen die Übungsleiterpauschale angewendet werden kann, träte auch die Sozialversicherungspflicht ein, wenn insgesamt die 2.400 € mit einem oder mehreren Jobs überschritten würde und man nicht selbständig tätig wäre.

das Praktikum ist ein Vorpraktikum, und eine Zigangsvorraussetzung, um die Ausbildubg beginnen zu können

@SchlaPuschgi

Dann ist das ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, da mit der Ausbildung noch nicht begonnen wurde und es nicht integriert ist.

Du gibst die gesamten Übungsleiterentgelte in deiner Steuererklärung an. Der die 2400 € überschießende Betrag wird dann dem steuerpflichtigem Einkommen hinzugezählt. Du bist selbst dafür verantwortlich, der Verein hält sich aus deiner Steuererklärung raus.

Um dem zu entgehen, könntest du aber auch hier "Werbungskosten" geltend machen.

Eleganter wäre es aber, das Übungsleiterentgelt aufzusplitten. Der Verein zahlt dir ein gemindertes Entgelt, zahlt aber parallel dazu einen Aufwendungsersatz für die Fahrtkosten.

Eine Übungsleiterpauschale als "Haupteinkommen" kommt mit nicht ganz koscher vor. Eigentlich widerspricht das den Voraussetzungen dafür, da es sich bei der Übungsleiterpauschale ja ganz klar um eine Nebentätigkeit handeln muss.

Ich würde dir zu einem Termin bei einem Steuerberater raten.

40h/Woche ist nicht mehr nebenberuflich, damit greift auch die sog. Übungsleiterpauschale nicht mehr.

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