Darf man in einer Stellenausschreibung ein Geschlecht bevorzugen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Customix!

Dieser Satz "Frauen werden bei gleichwertiger Qualifikation vorranging berücksichtigt." wird Ihnen vermutlich bei allen öffentlichen Stellenausschreibungen begegnen.

Sie gehen fehl in der Annahme, die Gleichstellungsgesetze und Vorschriften seien dazu da Frauen und Männer gleich zu behandeln. Diese Vorschriften sind dazu da, Frauen in höherdotierten Stellungen zu etablieren. Das ist auch beim Finanzamt so. Sollten Sie dort anfangen dürfen, werden Sie feststellen, dass der Großteil Ihrer Kollegen Kolleginnen sind. Unter Umständen sind Ihre Vorgesetzten alles Frauen.

Die Vorgabe gilt aber trotzdem. Die Vorgabe besagt, dass mind. 50%
der Beschäftigten weiblich sein sollen. Eine Höchstangabe gibt es
nicht. Das soll so auch bei den hochdotierten Stellen der Fall sein.

Wenn man jetzt berücksichtigt, dass es im Straßenbau weit unter 50%
sind, kann man landes- oder bundeseinheitlich natürlich weiter fordern,
ein SOLL zu erfüllen.

So kommt es auch bei reinen frauenüberfüllten Büroberufen zur Forderung nach Gleichstellungen der Frauen, obwohl dies mit der Gesamtbetrachtung gar nichts mehr zu tun hat.

Willkommen in einer männerfeindlichen Gesellschaft!

Gruß
Navvie

Ich vergaß noch zu erwähnen, dass ich unter Schilderung dieser Problematik eine ähnliche Frage an die Regierung stellte. Die Antwort war, dass das keine Diskriminierung sei. Das sei eine "positive" Diskriminierung. Im Gegensatz zu einer Diskriminierung sei eine "positive" Diskriminierung gewollt und dafür da um einen Ausgleich zu schaffen.
Da wird einem so einiges klar. Wenn Adolf so zu argumentieren gewusst hätte...
Auf so einen Blödsinn muss man erstmal kommen.

@Navvie

Diese Antwort muss einfach als hilfreichste Antwort oben stehen, damit jeder der das liest mal über diese Aspekte nachdenkt.

Natürlich sollen Frauen gleiche Chancen haben, aber sowas bewusst nur in gut bezahlten und angesehenen Stellen durchzusetzen und dann auch gleich noch zu übertreiben ist halt... Deutschland.. :)

@Customix

Danke für die Auszeichnung. Ich kann auch jeden Satz guten Gewissens vertreten und unterstreiche den ersten Halbsatz Ihres zweiten Absatzes. Den Rest des Absatzes nenne ich Rosinenpickerei. Haben Sie ja auch erkannt. Das wird hier genderpolitisch betrieben.

Sie haben wahrscheinlich einfach zu wenige Frauen, weil bisher bei gleicher Qualifikation immer die Männer bevorzugt wurden, obwohl das nie irgendwo stand. Das müssen sie jetzt ausgleichen.

Bewirb dich trotzdem, und überzeuge sie.

....weil bisher bei gleicher Qualifikation immer die Männer bevorzugt wurden...

Behaupten kann man ja vieles......

Der Satz besagt, dass dort ein Männerüberschuss herrscht und dass eine Gleichstellung der Geschlechter in dem Betrieb eben bisher noch nicht vorhanden ist. ....und es heißt: bei gleicher Eignung! also wenn die Qualifikation vorhanden ist und zwischen einem Bewerber und einer Bewerberin entschieden werden sollte...die Frau bevorzugt wird.

Erst wenn eine Geschlechterparität herrscht (+/-), ist solch ein Zusatz überflüssig geworden.

Warum bei höherer Qualifikation? Dort steht doch bei gleicher Qualifikation. Vielleicht einfach weil dort sehr wenige Frauen arbeiten und sie diesen Missstand ausgleichen wollen. Sehe dabei kein Problem. Bewirb dich einfach.

wenn das Finazamt die Frauenquote noch nicht erreicht hat werden natürlich Frauen bevorzugt.

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