Darf man Bilder aus dem Inneren von öffentlichen Gebäuden auf seine Internetseite stellen?

5 Antworten

Wenn Du in Deutschland auf öffentlichem Grund knipst und nichts gegenteiliges vermerkt ist, gilt die Panoramafreiheit, also das Recht, solche Bilder zu machen und zu verwerten. Geschäfte sind keine öffentlichen Flächen, bei Behörden würde ich mich vorher schlau machen. Beim Museum dürfte es vom Träger abhängen. Weiterhin gilt natürlich das Recht am Bild der abgebildeten Personen.

Du musst natürlich um Erlaubnis fragen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es öffentliche Gebäude sind oder nicht. Derjenige, der das Hausrecht ausüben darf, darf dir erlauben oder auch verbieten zu Fotografieren.

Falls du Personen abbildest und die Bilder danach veröffentlicht werden, musst du ggf. auch das Recht am eigenen Bild beachten. Wenn du in einem Gebäude eine Menschenmasse fotografierst, in der der einzelne untergeht, dann kannst du das wahrscheinlich ohne Einwilligung der Personen veröffentlichen, wenn auf deinem Bild aber ein oder zwei Personen abgebildet sind, brauchst du deren Einwilligung für die Veröffentlichung.

Der Hausherr hat in jedem Haus das Hausrecht. Er kann dir das Fotografieren verbieten. Wenn du dich nicht daran hältst, kann er dich des Hauses verweisen. Wenn du dann nicht gehst, begehst du einen (im Grunde strafbaren) Hausfriedensbruch.

Wenn das Fotografieren aber nicht verboten ist - etwa durch Ansage oder durch Aushang -, dann darfst du Fotografieren. Ausnahme: StGB § 201a Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen:

"(1) Wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

Also fotografiere munter darauf los, bis wer meckert! (Oder bis du den Hausherrn im Bade vorfindest ;-).)

Nun zur Frage 2: Darf ich das Foto dann auch ins Internet stellen?

Im Grund ja. Nein, wenn einer dieser Fälle zutrifft (mit Ausnahmen):

  • Es ist eine Person erkennbar (KunstUrhG §§ 22 ff.).
  • Es ist ein Kunstwerk erkennbar (UrhG §§ 15 ff.).
  • Es ist ein Geschäftsgeheimnis erkennbar.
  • Es ist ein Dienstgeheimnis erkennbar.
  • Es wird das Persönlichkeitsrecht irgendeiner Person tangiert. Siehe dazu de.wikipedia.org/wiki/Persönlichkeitsrecht_(Deutschland).

Letzteres kann schon der Fall sein, wenn man die unbewohnte Wohnecke von Familie Müller knipst und verbreitet. Verboten sind so auch meist Luftaufnahmen von Privathäusern und -gärten.

Auch Firmen und Behörden könnten Persönlichkeitsrechte geltend machen. Die wiegen aber nicht so schwer wie bei Privatpersonen, so dass man eine Vitrine in einem Laden oder in einem Amtsgebäude in der Regel knipsen und ins Internet stellen darf.

Gruß aus Berlin, Gerd

Du musst eine Fotoerlaubnis einholen. Nur von AUSSEN kann man eine Gebäude ohne Erlaubniseinholung fotografieren, wenn man es aus einem öffentlich erreichberen Aufnahmestandort aus aufnimmt.

Also das heißt, sobald sich mein Standort beim fotografieren innerhalb des Gebäudes/Geschäftes befindet, muss ich in jedem Fall eine Erlaubnis einholen?

@maxwimdest

Genau, da greift das sogenannte Hausrecht, das auch die Aufnahme von Bildern einbezieht.

Nein du musst den Eigentümer fragen wenn es ein Privat Haus ist. Falls nicht wenn es der Stadt gilt die Panoramafreiheit dann darfst du es !

Kein Privathaus - Öffentliche Gebäude bzw. Geschäfte, die jeder uneingeschränkt betreten darf.

@maxwimdest

Geschäfte sind keine öffentlichen Gebäude und dürfen auch nicht uneingeschränkt betreten werden.

Deine "Panoramafreiheit" hat nur für Aussenansichten Gültigkeit.

Versteckte Kamera - leg. Gesetz?

Es ist ja bekannt dass in DE es Gesetze für jede Kleinigkeit gibt - wie zum Beispiel "Recht am eigenen Bild". Keiner dürfte mich fotografieren ohne dass ich es erlaube, das ich es ansonsten anzeigen kann.

Wie sieht es denn mit der wohl bekanntesten Video Genre "versteckte Kamera" aus? Wo ein Protagonist irgendwelche Sachen auf der öffentlicher Straße tut und dabei aus der Ferne die Reaktionen anderer Menschen GEZIELT gefilmt werden? Welcher Gesetz legitimiert das?

Oder gibt es nur ein Gesetz, welcher es vielleicht legitimieren könnte nur für große Filmfirmen oder Anstalten die auf Film und Schnitt o. ä. spezialisiert sind und für private Anwender nicht?

Es gibt immer wieder dt. Youtuber die das einfach machen und solches Material ins Netz stellen - in dem Falle sind die ja privat Anwender. Hatten die denn in ihrem Fall mit dem Glück gespielt und nachträglich die Einwilligung eingeholt? Was wenn es wirklich ein paar gibt, die radikal drauf sind und kann ankommen "ich zeig dich an, ich zeig dich an!"?

Ich schließe zum Beispiel jetzt nicht den Fall aus, dass da jemand laut wird und dann so laut jaa" rumheult" sag ich jetzt mal, sodass dieser Aufmerksamkeit von Beamten in der Nähe bekommt, und die dann nachfragen. Die dann nach der Legitimationsgrundlage fragen, ob ich hier filmen darf oder nicht..

Was muss ich denn alles beachten um da stressfrei, sauber und abgesichert arbeiten zu können, wenn ich so was filmen möchte?

Die Frage richtet sich gezielt für Anwälte, Filmdreher oder auch Youtuber, die das schon gemacht haben.

Bin gespannt auch eure informative Antworten

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