Darf ich meinen 19jährigen Sohn rausschmeissen?

5 Antworten

Dass unsere Kinder sich anders entwickeln, als wir das gern hätten, ist eine Erfahrung, die alle Eltern machen...der direkte Weg führt oft nicht zum Ziel. Dein Sohn braucht Zeit und er muss wissen, dass du für ihn da bist. Er braucht den Rückhalt, du bist und bleibst für ihn zuständig und verantwortlich. Er muss spüren, dass du ihn liebst, dass seine Familie sich für ihn einstetzt, nicht in zwei Lager zerfällt, er kann nur so entscheiden wie er weitermacht. sicher sind die Finanzen immer ein Thema. Aber nur deshalb ein Kind vor die Tür zu setzen, ist keine Lösung, das wäre ein Abschieben und die Verantwortung abgeben. Du könntest so ein Vorgehen nie wieder gutmachen, es bliebe ein Bruch zwischen euch, und das willst du sicher nicht!

Ich hör es schon raus, du bist auch eine sanfte... und in meinem Herzen sehe ich das genau wie du, ich weiß halt nicht was der richtige Weg ist... deshalb bin ich hier gelandet... ich teile auch die Sorge mit dir, dass danach alles noch schlimmer wird... aber ich erreiche ihn nicht mehr und ich kann da nicht mehr länger zuschauen und mich ausnutzen lassen... ich geh arbeiten, mein Lebensgefährte geht arbeiten... und mein Sohn hat mir gesagt, dass er am liebsten nicht arbeiten würde, dass er so glücklich ist mit seinen "Internetfreunden". Wie lange Zeit braucht er denn? Er hat mittlere Reife. Hat zwei Jahre Berufskolleg Gesundheit und soziales gemacht... nicht geschafft... das letzte Jahr hat er dann wiederholt.... nicht geschafft.... mündliche Prüfung... nicht geschafft... 10 Wochen Ferien...schriftliche Nachprüfung nicht geschafft... ich selber hab Abitur, meine Hilfe wollte er nicht... Nachhilfe wollte er nicht... Keine einzige Bewerbung schreibt er.... und ER wollte schon letztes Jahr im August ausziehen.... ohne etwas dafür zu tun... ich weiß einfach nicht mehr wie ich an ihn ran komme.... ich kann ihn doch auch nicht ewig in seinem Zimmer hocken lassen.... ???

Denke ja.
Hast du ihm mal klipp und klar gesagt, was er damit anrichten würde, wenn er die Chance nicht nutzt?
Ich persönlich finde ja, er soll sich einen Job suchen und nicht dir auf der Tasche liegen. Ich bin selbst mit 19 ohne abgeschlossene Ausbildung oder anderen Abschluss von Zuhause ausgezogen, habe von meinen Eltern keine Unterstützung bekommen und bin arbeiten gegangen. Mittlerweile arbeite ich 20 Stunden die Woche und studiere nebenbei.
Ich denke, es könnte ihm ganz gut tun, "das Leben zu sehen", wie man so schön sagt.

Ich kenne einen Fall, der allerdings schon ein paar Jahre zurück liegt und ich nicht sagen kann, ob es in D seither evtl. weitere gesetzliche Änderungen gab. Im Zweifellsfall wird er in ein Männerwohnheim gehen müssen und nachdem er in dem Alter noch kein Hartz IV beantragen kann wird der übergeordnete Sozialhilfeträger ( Sprich der Regierungsbezirk ) die Kosten für die Unterkunft übernehmen und ein Taschengeld auszahlen. Gleichzeitig werden die versuchen von dir den Unterhalt zu bekommen. So wie du es schreibst wird da kaum was zu holen sein. Um den ganzen Rest würde sich dann ein Sozialpädagoge mit dem Sohnemann "kümmern". Meine private Meinung: Mach das, setz den Sohnemann vor die Türe, weil sein Verhalten ja schon einer Verarschung gleichkommt. Mach "die Türe aber nicht ganz zu" - Soll er einfach mal erleben, dass es so nicht geht und was dabei rauskommt.

So leicht wird der Rausschmiss leider nicht! Da er noch keine 25 Jahre alt ist, müssen die Eltern die Kinder bis zum Erreichen des 25. Lebensjahres bei sich wohnen lassen. Aber nicht unter allen Umständen! Ich rate Dir daher, mal beim Jugendamt nachzufragen, was Du machen kannst. Evtl. den Jungen in eine Wohngruppe geben, wo er wohnen kann, aber auch gefördert wird. Es gibt wirklich Gründe, wo das Zusammenleben einfach unzumutbar ist. Das solltest ihm auch klar sagen. Da er zwar schon volljährig ist, aber eben noch nicht so lange, hol Dir wirklich Rat beim Amt. Ich hoffe, dass Du so alles in den Griff bekommst.

Mir geht es mit meinem Söhnchen gerade ganz genauso. Er ist auch 19, meine Tochter auch 16. Bekomme auch kein Unterhalt vom Vater und Kinder geld wird mir für meinen Sohn jetzt auch gestrichen ( da er keine Bewerbungen schreibt) Allerdings lebe ich mit einem sehr fleißigen Lebensgefährten zusammen, der die Faulheit meines Sohnes kaum ertragen kann. Habe hier die vielen guten Ratschläge gelesen. Ich hab ein großes Herz und es fällt mir nicht so leicht das durchzuziehen. Alle Hilfsangebote meinerseits, ihm bei seinen Bewerbungen zu helfen, zum Jobcenter zu gehen, Wohnung zu suchen etc.werden abgelehnt... er sitzt weiter vor dem Pc die ganze Nacht und schläft tagsüber... er schafft es nicht einmal ein Bewerbungsfoto machen zu lassen. Ich hab ihm jetzt die letzte Frist von vier Wochen gesetzt etwas zu unternehmen  - sonst muss er ausziehen! Zwei Wochen sind jetzt schon verstrichen ohne dass er sich bewegt hat. Ich zieh es durch auch wenn es hart ist... in zwei Wochen sind die Koffer gepackt.

Mich würde auch interessieren was aus deiner Geschichte geworden ist. Lg Künstlerin66

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