Darf ich ein versehentlich an meinem Fahrrad befestigtes Fahrradschloss aufknacken?

5 Antworten

es handelt sich hierbei juristisch um eine verbotene eigenmacht. das heisst diese person hat DEIN EIGENTUM (fahrrad)durch das abschliessen deiner möglichkeit zur freien verfügung entzogen. dadurch bist du berechtigt dich dieser verbotenen eigenmacht mittels der besitzwehr/besitzkehr notfalls mit gewalt zu erwehren. also völlig korrekte vorgehensweise wie du es gemacht hast. eine versuchte unterschlagung gibt es im deutschen recht übrigens nicht. eine unterschlagung setzt eine wegnahme oder zur verfügung stellung voraus die nicht zurück gegeben wird. wohl aber könntest du ihn wegen nötigung belangen, da er dich genötigt hat etwas zu tun oder zu unterlassen (aufwand zum öffnen / das fahrrad zu benutzen) das nicht deinem freien willen entsprach.

Findet sich am eigenen Fahrrad plötzlich ein fremdes Schloss, darf der Radbesitzer das Schloss knacken. Das gilt auch dann, wenn jemand aus Versehen das Schloss dort befestigt hat. So sehen es jedenfalls die Gerichte. Du darfst dich dagegen mit Gewalt wehren und das Schloss knacken, selbst wenn es sich um ein teures Exemplar handelt. Darauf, dass der Eigner des Schlosses zurückkehrt, um es selber zu öffnen, muss nicht gewartet werden.

Schön, daß es die Gerichte auch so sehen!

Ich hätte ihm gegengerechnet, wieviel Zeit es Dich gekostet hat, jemanden zu finden, der Dir beim Knacken hilft - denn Du wolltest ja sicherlich irgendwohin (Termin und so). Hätte ihn auch gefragt, ob er sich gerne an Deinem Fahrrad bereichern wollte. "Aus Versehen" wird man sein Schloß kaum um ein fremdes Fahrrad schlingen. Mir ist das jedenfalls noch nie passiert!

Du hattest das Recht, das Schloss zu entfernen. Und der Besitzer soll froh sein, dass Du ihn nicht auch noch wegen versuchter Unterschlagung einer beweglichen Sache angezeigt ist.

Rechne ihm deinen "Nutzungsausfall" gegen und erklär ihm, dass er sich möglicherweise sogar strafbar gemacht hat, weil er dir dein Eigentum weggesperrt hat. Du hättest schließlich statt deines Nachbarn auch die Polizei holen können und das wäre möglicherweise teurer geworden.

Was möchtest Du wissen?