Darf ein Vermieter nachträglich Geld (für z.B. Strom) extra verlangen?

15 Antworten

dass der vermieter geld für strom will, deutet darauf hin, dass es für die betreffende wohung keinen eigenen Stromzähler zu geben scheint.

jedenfalls keinen, mit einer direkten Anbindung an das öffentliche netz. bei gebäuden, die über regenerative energien wie ein BHKW oder eine Photovolataik verfügen, ist das mittlerweile wieder duchaus usus. aber das müsste mit dem mieter eigendlich vor dem Einzug, oder mit einem bestandmieter zum Zeitpunkt des Umbaus abgesprochen worden sein.

wenn der vermieter keine konkreten, belastbaren zahlen über einen Stromverbrauch hat, dann dürfte die Forderung des Vermieters auf tönernen Füßen ruhen. und selbst wenn, stellt sich die frage, ob der Zählerstand zum einzug belastbar, also beweisfest ist.

ich würde mal auf jeden fall beim Mieterschutzbund nachfragen....

lg, Anna

Unter dem Begriff Mietnebenkosten versteht man die Betriebskosten einer Wohnung oder eines Gebäudes gemäß § 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV).

Aufgrund der Regelung des § 556 Abs. 2 BGB können die Mietvertragsparteien vereinbaren, dass sich die Miete aus der Grundmiete und einer Vorauszahlung oder Pauschale für die Betriebskosten zusammensetzt. Fehlt eine solche vertragliche Vereinbarung, handelt es sich bei der Miete um eine Inklusiv- bzw. Bruttomiete. Das bedeutet, Mietnebenkosten muss der Mieter nur zahlen, wenn diese im Mietvertrag wirksam vereinbart worden sind.

Aufgrund § 2 BetrKV können nur die Folgenden Posten als Mietnebenkosten bzw. umlagefähigen Betriebskosten dem Mieter auferlegt werden: Laufende öffentlichen Lasten des Grundstücks, Grundsteuer, Wasserversorgung, Entwässerung, Betrieb der zentralen Heizungsanlage und Abgasanlage, Betrieb der zentralen Warmwasserversorgungsanlage, verbundene Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen, Betrieb eines Personen- oder Lastenaufzugs, Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung, Gartenpflege, Beleuchtung, Kosten für die Außenbeleuchtung und Beleuchtung im Hausflur, Schornsteinreinigung, Sach- und Haftpflichtversicherung, Hauswartkosten, Betrieb einer Gemeinschafts-Antennenanlage, Betrieb von Einrichtungen für die Wäschepflege, sonstige Betriebskosten im Sinne des § 1 BetrKV, die von den Nummern 1 bis 16 nicht erfasst sind.

Wie man hier sehen kann handelt es sich bei den Betriebskosten um allgemeine Kosten, die Stromkosten sind darin nicht erhalten. Schließlich ist ja auch der Stromverbrauch der Mieter sehr individuell. Normalerweise schließt der Mieter selbst mit einem geeigneten Energieunternehmen einen Liefervertrag ab und kommt auch für die Kosten dafür (außerhalb der Mietvereinbarung) auf.

Das war aber nicht der Fall. Wir (die Mieter) haben diesen Liefervertrag nicht gemacht. Daher wussten wir nichts davon und dachten, mit den Miet- und Nebenkosten sei alles abgedeckt.

Da hast Du mit Sicherheit was verwechselt.

Nebenkosten hängen von Deinem Verbrauch ab, die kann der Vermieter nicht im Vorraus wissen.

Fast immer werden die mit einer monatlichen Vorrauszahlung beglichen die auf Erfahrung basiert. Am Ende des Jahres wird dann abgerechnet und zu viel Gezahltes Geld kriegst Du zurück - und zuwenig bezahltes Geld ḿusst Du dann nachzahlen.

Normalerweise bezahlt man dann jeden Monat 1/12 von dem was man das Jahr davor bezahlt hatte. Wenn man neu mietet kann der Vermieter nur sagen, was der Vormieter verbraucht hat und das wird dann in der Regel als Richtpreis der Abschlagszahlungen angesetzt.

Was Du verbraucht hast musst Du bezahlen, wenn die Abschlagszahlungen zu gering sind musst Du eben nachzahlen, dann warst Du eben "verschwenderricher" als Dein Vormieter.

Nebenkosten hängen von Deinem Verbrauch ab, die kann der Vermieter nicht im Vorraus wissen.

Nun, es gibt auch die Möglichkeit, dass man sich auf eine Nebenkostenpauschale einigt. Dann wird monatlich ein Betrag gezahlt und gut ist's. Das kommt bestimmt selten vor, aber möglich ist es.

In den meisten Fällen wird es jedoch vorsorgliche Abschlagszahlungen geben - ob das hier aber auch so ist, weiß man (noch?) nicht.

@Grinzz

Nebenkostenpauschalen macht man normalerweise nur bei möblierten Zimmern, keinen kompletten Wohnungen.

So eine einfache Frage und so viele schlechte Antworten von Leuten, die meinen, irgendwie irgend eine Ahnung zu haben.

Wenn es stimmt, wie Du schreibst, dass Du Miete bezahlst und einen fixen Pauschalbetrag für Nebenkosten, dann ist definitiv alles abgedeckt. Der Vermieter hat dann die Pflicht übernommen, Dich mit allem zu versorgen und das auch einzeln zu bezahlen, was Du verbrauchst. Wenn ihm das zu teuer wird, muss er entweder die Nebenkostenpauschale oder die Miete erhöhen. Dafür gibt es streng festgelegte Verfahren und nicht einfach mal eben zum Mieter gehen und ihm Zusatzkosten aufs Auge drücken.

Daran hätte er vorher denken müssen. Vielleicht macht er es beim nächsten Mieter anders, dann hat er jetzt eben sein Lehrgeld bezahlt.

Wenn die WE (Wohneinheit) keinen eigenen Zähler besitzt, dann wird (und muß) die verbrauchte Energie über die Betriebs- und Nebenkostenpauschale abgegolten. (§556 Abs.2 BGB). Was Betriebskosten sind, ergibt sich aus der entsprechenden Verordnung. Dort sind die Stromkosten nicht aufgeführt. M.E. sind sie vom Mieter extra zu bezahlen. Auch ist der Mieter verpflichtet, die Ummeldung bei dem Versorger zu veranlassen. Nicht der Vermieter.

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