Darf ein Kostenvoranschlag Geld kosten?

5 Antworten

Dass eine Leistung bezahlt werden muss ist wohl klar. Nicht klar ist mir das Geschäftsgebaren der Deutschen Telekom: Ich soll für einen Kostenvoranschlag (Neuanschluss meines Hauses) zwischen 75 und 600 €, je nach Kosten des Projektes welches nicht einschätzbar ist bezahlen bzw. Hierfür eine Vereinbarung unterzeichnen. Allerdings steht nicht einmal fest, ob nach erstelltem KV der Anschluss tatsächlich erfolgt weil eventuell technische Probleme einen Anschluss verhindern. Wenn ich laut Vereinbarung keinen Auftrag zum Anschluss gebe, müsste ich die Kosten für den KV übernehmen. Ein Auftrag scheidet allerdings selbstverständlich aus, wenn der Anschluss technisch nicht realisiert werden kann. Somit habe ich allein den "Schwarzen Peter". Hat hier jemand einen Tipp?

Hallo! Ob dies (Kosten für einen Kostenvoranschlag) jetzt markwirtschaftlich Sinn macht oder nicht... Wenn ein Schaden erst einmal gesucht werden muss, dann kann auch noch kein Kostenvoranschlag getätigt werden. Der Schaden und dessen Auslöser muss ja erst einmal gefunden werden um überhaupt zu wissen, wo der Fehler liegt! ANDERS ist es doch wenn ich z.B. mein Kfz, welches durch Vandalismus beschädigt wurde, für einen Kostenvoranschlag zu einem Händler bringe! GEBÜHRENFREI MUSS diese Art von Kostenvoranschlag sein, da ich als PRIVATPERSON oder auch UNTERNEHMER, das Recht habe mich über mögliche Kosten zu informieren UND den günstigsten Anbieter auszuwählen! Die meisten Antworten, die ich hier sehe sind aus der Sicht des Unternehmens, welches den Kostenvoranschlag ausführt. Es dürfte wohl auch kein Unterschied für DIESES UNTERNEHMEN machen, wie in meinem Fall, dass der Kostenvoranschlag €60 ist und die Reparaturkosten zwischen €1200 und €1500 (Schätzwert) sind! Mfg P. A. Brenner Diplomingenieur (FH)

Hier noch ein Auszug aus dem von marxx genannten Link:

"Kostenvoranschläge sind fachmännisch ausgeführte überschlägige Berechnungen der voraussichtlich entstehenden Kosten, die ebenso wie Angebote auf den !!!Abschluss eines Werkvertrages!!! gerichtet sind."

Sollte kein Werksvertrag zustande kommen kann ein Kostenvoranschlag selbstvertändlich berechnet werden. Ich kann ja nicht verlangen, dass ein Techniker z.B. mein Auto untersucht, mir einen Kostenvoranschlag zusammenstellt und dann auch noch ausdruckt ohne das er dafür Geld sieht! Die Handhabung ist allerdings auch von Branche zu Branche unterschiedlich. Aber die Verrechnung der Kosten für den Kostenvoranschlag mit dem dann ev. entstandenen Auftrag ist aber gängige Praxis.

GENAU! Und warum ist es von Branche zu Branche unterschiedlich? Ein KVA ist aber trotzdem ein Mittel für den Verbraucher um zu sehen, wo die Arbeit am günstigsten ausgeführt wird. Kosten für KVA, können natürlich dann auch verhindern, dass das Unternehmen, die Arbeit von vornherein gar nicht bekommt! Wenn das Unternehmen aber sicher ist, dass es die Arbeit günstiger als andere ausführt, dann braucht es auch keinen KVA verlangen, oder?

Nach der Regelung des § 632 Abs. 3 BGB ist ein Kostenvoranschlag im Zweifel nicht zu vergüten. Der Unternehmer kann deshalb ein Entgelt grundsätzlich nur verlangen, wenn zwischen den Parteien eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Dies gilt auch dann, wenn es sich um eine spezialisierte Ausarbeitung handelt, die einen besonderen Aufwand erfordert. Der Unternehmer hat es in der Hand, eine Vergütungsvereinbarung herbeizuführen oder kein Angebot abzugeben. Daher sind Vorarbeiten wie Pläne, Zeichnungen oder Be-rechnungen nicht zu vergüten.

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/vertragsrecht/kostenvoranschlag/index.html

Ja. Bitte bedenke, dass für Kostenvoranschlägen oft erst mal der Fehler gesucht und gefunden werden muss, um einen Preis zu nennen. Damit ist oft schon die halbe Arbeit getan.

Als Ingenieur würde ich eine Fehlersuche NIE über einen KVA abwickeln! Die Gefahr, dass es länger braucht als geschätzt ist viel zu groß! Wer dies tut, schießt sich selber in den Fuß! Wenn Ihr Unternehmen dies tut, dann viel Glück!

Rechnung für einen Kostenvoranschlag nach Unfall (als Geschädigter)?

Hallo! Ich habe ein kleines Problem: Vor kurzem ist mir jemand in mein parkendes Auto reingefahren. Dieser hat sich auch an die Polizei gewandt, hat alles super funktioniert. Ich habe mich darauf mit seiner Versicherung in Verbindung gesetzt. Diese verlangten, dass ich den Schaden reparieren lasse oder Ihnen einen Kostenvoranschlag zukommen lasse, nach dem dann abgerechnet wird. 

Daraufhin bin ich zu einer KFZ-Werkstatt gegangen, die den Kostenvoranschlag auch gemacht haben und darauf zur Versicherung geschickt haben. Kurz darauf habe ich auch die Schadenszahlung erhalten. 

Nun zur Frage: Nach gut einer Woche habe ich nun von der Werkstatt eine Rechnung für den Kostenvoranschlag erhalten. Ist dies überhaupt rechtens? Ich habe versucht, mich ein wenig schlau zu machen und habe folgendes gefunden: 

„Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Vergütungspflicht für Kostenvoranschläge zwar, besagt aber, dass der Kostenanschlag – wie es den Kostenvoranschlag nennt – „im Zweifel“ nicht zu vergüten ist. Mit dieser Formulierung ist gemeint, dass die Vergütung eines Kostenvoranschlags gesondert vereinbart werden muss.“

Solche Kosten wurden nicht vereinbart (die Werkstätten habe ich zusammen mit meinem Vater aufgesucht). Die Rechnung kam heute mit der Post. Leider waren nichtmal die AGBs der Werkstatt beigelegt, auf der Rechnung befindet sich nur folgender Vermerk: 

„ES GELTEN DIE IM AUSHANG BEFINDLICHEN AGB“

Nach meiner Kenntnis muss auf die AGB schon vor Vertragsabschluss (der meiner Meinung nach nie wirklich stattgefunden hat) hingewiesen werden, oder? 

Ich hoffe, Sie können mir bei diesem Fall behilflich sein. Danke!

Grüße, Niclas Krasenbrink 

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