Darf ein Händler bezahlte und gelieferte Ware zurückverlangen?

5 Antworten

Da hat der Händler wohl Pech gehabt. Zwar kann er einen Kaufvertrag anfechten, wenn ein Irrtum vorlag. Aber idR geht die Rechtssprechung davon aus, dass die Frist dafür verwirkt ist, wenn die Ware geliefert wurde. Damit soll dem Kunden auch eine gewisse Rechtssicherheit gegeben werden.

Kommt jetzt darauf an, wie groß der Preisunterschied zum normalen Kauf war. Wenn es einfach ein Schnäppchen war, dann hat der Verkäufer keine Chance. Wenn es ein Laptop für 120 statt für 1200 Euro war, dann hätte das auffallen müssen und der Kauf wäre möglicherweise anfechtbar.

Wichtig: Er muss den Vertrag wirklich anfechten. Einfach nur schreiben: Schicken Sie zurück, war falsch ausgezeichnet, reicht nicht.

es sind 3 verschiedene Artikel gewesen, einer im 2-stelligen Bereich und 2 Artikel im 3-stelligen Bereich. Nun kosten diese auf der Seite 2000€. Ich habe die Artikel auch bereits "gebraucht" zuhause.

@nutzerlos1

Und alle waren falsch ausgezeichnet? Oder nur einer?

Und wurde der Vertrag angefochten?

@tinalisatina

"Die Artikel wurden von uns auf der Website irrtümlich mit einem falschen Preis ausgezeichnet.

Wir erklären hiermit die Anfechtung des Kaufvertrages und bitten Sie, die gelieferten Artikel zu retournieren. "

Das stand in der eMail.

@nutzerlos1

Schlecht. Aber wie gesagt: Wenn der Preis nicht eklatant günstig gewesen ist, dann würde mich das extrem ärgern. Ich würde dann folgendes probieren (Warum sagst Du nicht, was es ist, das würde es leichter machen): Versuchen eine für mich akzeptable Aufzahlung zu erreichen. Zumal ja bei dem einen Ding das Gehäuse schon verkratzt ist (sorry, die blöde Katz) und bei dem anderen Rotweinflecken drauf sind. Und ein Teil des Zubehörs ist auch nicht mehr da, das habe ich nicht gebracht und deshalb weggeworfen.

@nutzerlos1

Übrigens schreibt amazon weiterhin in der mail:

"Für die Rückgabe nutzen Sie bitte innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt unser Online-Rücksendezentrum: 

Wählen Sie dort aus dem Menü als Grund der Rücksendung "Entspricht nicht der Beschreibung auf der Website" aus."

Sie fordern mich also auf, anzugeben, dass ich den Artikel zurückgeben möchte?! Das klingt ja danach, dass sie wissen, dass es eigentlich nicht geht aber es dennoch versuchen, oder?

@nutzerlos1

Kenne mich mit deren Formularen nicht aus, aber da würde ich auf jeden Fall den richtigen Grund eintragen. Aber wie gesagt ... Ich würde da erst mal Kontakt aufnehmen mit denen.

Wie lange hattest Du denn die Ware?

@tinalisatina

Ca. 10 Tage, ich werde mal morgen meine Rechtschutz kontaktieren

@nutzerlos1

Zehn Tage! Das heißt, die Ware war noch länger im Shop. Für mich ist das zu lange. Würde ich nicht mehr drauf eingehen. Rechtsschutzversicherung klingt schon mal gut.

Viel Erfolg

@tinalisatina

Als die Ware geliefert wurde, war auf der Seite bereits ein anderer Preis hinterlegt und der Artikel war "dezeit nicht auf Lager".

Danke & schönen Abend noch!

@nutzerlos1

Oha! Dann würde ich die Anfechtung eh als verwirkt betrachten. Der Gesetzgeber hat, ist unten in einer anderen Antwort aufgeführt, einen sehr engen Zeitrahmen gesetzt. Und fast zwei Wochen sind da sicher zu viel.

So was darf der Händler nicht machen. Er darf zwar unter bestimmten Umständen bezahlte Ware zurück verlangen aber nicht weil er sie dir zu falschem Preis verkauft hat. Er darf nicht mal von Dir nachträglich den richtigen Preis verlangen, wenn Du ihn nicht betrogen hast.

Also mach Dir erst mal keine Gedanken.

Du solltest nur überlegen ob Du es machst, weil er kann Dir alle Privilegien entziehen die er Dir vielleicht über das was er eh machen mußte Macht.

Beispiel: Als Prime Kunde stehen Dir vielleicht 4 Wochen Rückgaberecht ohne Begründung zu. Ab dem 29. Tag könnte er die Rückgabe ablehnen, egal ob mit oder ohne Begründung etc. Macht er aber bei Dir nicht. Kein Händler kann so ohne weiteres verhindern das Dir was verkauft wird, doch Amazon könnte Deine PRIME Mitgliedschaft fristgerecht Kündigen.;)

Selbstverständlich darf ein Verkäufer wegen Irrtum -in diesen Fall wegen des Preises- ein Kaufvertrag anfechten.

Allerdings ist dieses Recht auf Anfechtung natürlich eingeschränkt. Wenn der Preisirrtum kurz nach der Bestellung bemerkt wird, okay dann akzeptiere ich die Anfechtung. Wird beim Versand der Ware gemerkt, dass was mit dem Preis stimmt, okay auch das akzeptiere ich.

Aber wenn die Ware schon längst geliefert wurde und zudem noch zehn Tage vergangen sind, dann hat der Verkäufer ein Recht auf Anfechtung. Er hatte mehr als genug Zeit den Irrtum festzustellen.

Ist das ein Bauchgefühl mit den 10 Tagen oder weisst du es? Wo liegt da die Grenze? 5 Tage? 7? ....

Hallo,

wenn die E-Mail von einem Händler kommt, dann leitet Amazon die E-Mail lediglich weiter. Also Amazon kann da nix für.

Im Endeffekt kommt ein Kaufvertrag zustande, wenn der Artikel bezahlt/bestellt wurde. Wenn der Händler nun einen falschen Preis angegeben hat, ist er selber schuld. Und da ist es egal, wie hoch der Betrag ist - gekauft ist gekauft. Wenn du etwas im Supermarkt gekauft und bezahlt hast, dann bezahlst du doch auch nicht hinterher noch einen extra Betrag. Ich weiß aber nicht (wie 99% der User hier auch) wie sowas gesetzlich geregelt ist. Ich bin eben kein Jurist.

Möglicherweise ist das auch eine Betrugsmasche, damit sich der Händler noch mehr Geld ergaunern kann.

Ich würde vorerst den Amazon Kundenservice FREUNDLICH kontaktieren. Falls die sich quer stellen, versuche mal, denen Feuer unterm Arsch zu machen. Normalerweise setzt sich Amazon mit dem Händler in Verbindung und versucht die Sache zu klären.

Falls auch das nichts bringt, würde ich die Sache deinem Anwalt vorlegen.

MfG

Sorry aber ich habe oben eigentlich eindeutig geschrieben dass Amazon der Verkäufer war und kein Marketplace Händler :)

@nutzerlos1

Ups, entschuldige ^^. Dann empfehle ich dir trotzdem mal den Fall deinem Anwalt vorzulegen

Ich kenne das eigentlich so, dass der Preis gilt, der angeboten wird bzw. auf dem Preisschild steht.

Hatte diesen Fall erst kürzlich bei OBO. Da hat jemand den Artikel ins falsche Regal gelegt und als dann bezahlen wollte, kam über die Kasse dann ein anderer Preis. Ich reklamierte dies, ein Mitarbeiter kontrollierte dies nach, entschuldigte sich für das Versehen und ich bekam den günstigeren Preis.

Wir waren dann am anderen Tag nochmals dort und siehe da, die Ware war umgeräumt und lag im richtigen Fach.

https://www.it-recht-kanzlei.de/anfechtung-tipps-muster.html

Das habe ich noch gefunden, da kannst du es nachlesen.

Da ist auch ein Absatz enthalten, dass wenn die Ware schon bezahlt ist, dass der Verkäufer liefern muss bzw. nicht mehr vom Vertrag zurück treten kann.

@danitom

Da steht aber auch, dass wenn die Software z.B. die Nachkommastelle falsch eingegeben hat, es anfechtbar ist. Ich habe 3 Artikel für 2-3 stellige Beträge gekauft und nun kosten diese auf amazon ca. 2000€.

Ich werde noch meine Rechtschutzversicherung kontaktieren aber jetzt geht da keiner mehr ran.

der Kaufvertrag kommt erst an der Kasse zustande, in deinem Fall hat er Kulanz gezeigt, was er nicht hätte machen müssen.

@peterobm

Es kann ja sein, dass sich das geändert hat, aber früher war das generell so.

@danitom

Das BGB stammte aus den 1890er Jahre und seitdem wurde dieser Passus nicht geändert.

@Jewi14

Dann haben wohl in der Vergangenheit alle Geschäfte usw. Kulanz walten lassen.

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