Darf ein Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag rückwirkend nach drei Jahren stornieren?

3 Antworten

Entweder ist A der Bauträger und der Architekt ist bei ihm angestellt = dann hat der Architekt einen Arbeitsvertrag mit A und somit hat sich jegliche Rückforderung erledigt.

Ist der Architekt selbstständig, hat er einen Dienst-oder Werkvertrag mit dem Bauträger, sollte meines Wissens nach HOAI/ VOB abrechnen -für bereits erbrachte Leistung. In dem Fall sollte der Architekt sich bei Rückforderung einen Anwalt suchen: dann liegt die Antwort im Vertrag.

Vielleicht hat Architekt auf vor Vertragsabschluss seine Hausaufgaben nicht umfangreich erledigt. Wenn mir bekannt ist, dass ich Dritte für ein Wegerecht benötige, weiß ich, dass das Projekt unter Umständen nicht umsetzbar ist.

A ist Bauträger. B ist bei Ihm Angestellt. Innerhalb der Probezeit hat B den A auf den Bebauungsplan und das Wegrecht aufmerksam gemacht. Bereits zwei Wochen nach beginn des Arbeitsverhältnisses. Mehrfach schriftlich und mündlich.

@LeWoltaire

Sorry, wenn A nicht hören will, muss er halt fühlen. Er kann dich kündigen, inwieweit dann Kündigungsschutzklage möglich, musst du prüfen . Bis dorthin bist du ein Angestellter mit einem Arbeitsvertrag, welchen beide Seite zu erfüllen haben. Du erbringst Leistung, er bezahlt den Lohn. Ist er mit deiner Leistung nicht zufrieden-Gespräch, Abmahnung, Kündigung. - bis dorthin Lohn und null Anspruch auf Rückforderung.

Liest sich nach einem „Self Made Bauträger“. Er kann das Projekt verkaufen, wenn ihm die finanzielle Puste ausgeht. Wäre aktuell wohl nicht der Erste.

Vielleicht deinen Vertrag noch prüfen lassen, ob dort auch tatsächlich kein Bezug zum Projekt drin steckt. Nur weil Arbeitsvertrag drauf steht, muss inhaltlich keiner drin stecken.

@kabbes69

Den Arbeitsvertrag habe ich damals selbst vorlegen dürfen. Habe einen neutralen Standardvertrag für Arbeitnehmer genommen und sicherheitshalber mal eine Klausel für Haftungsausschluss gegen Bauschäden und Planungsfehler eingebaut. Probezeit habe ich selber verlangt.

Ein Bauherr schließt mit einem Architekten keinen Arbeitsvertrag.

Hat er denn tatsächlich diesem Architekten 3 Jahre lang ein Gehalt gezahlt? Das wäre höchst merkwürdig.

Der Bauherr hat eine Firma als Immobiliengesellschaft gegründet und einen Architekten intern angestellt. Dieser hat ihm innerhalb von drei Jahren seinen Landsitz saniert, sein Schwimmbad geplant und errichtet. Seine Betriebsdusche und Umkleide einbauen lassen. Eine Kläranlage für die Ländereien einbauen lassen. Eine Baugenehmigung für vier Wohnungen auf einem Grundstück auf dem nur zwei Wohnungen erlaubt sind beim Bauamt samt Planung erwirkt. Des weiteren Reparaturen an bestehendem Immobilienbesitz koordiniert. Eine Mediation mit dem nachbarlichen Widerstand geleitet. Dafür wurde drei Jahre lang ein Monatsgehalt von 2000 Netto gezahlt.

@LeWoltaire

Dann hat der Architekt ja seinen Arbeitsvertrag auch erfüllt. Mit welcher Begründung will der Arbeitgeber denn dann kündigen? RÜCKWIRKEND geht das sowieso nicht. Er kann den Arbeitsvertrag fristgerecht kündigen, natürlich nur zukunftsbezogen.

@DerHans

Der Arbeitgeber hat nun erkannt, das die Baukosten für seine vier Wohnungen wegen zunehmender Handwerkerknappheit steigen. Der Architekt hat die Bauleitererklärung für das Projekt noch nicht unterschrieben und den Arbeitgeber darauf hingewiesen, dass er damit warten möchte, bis die Statik und die Energiebedarfsberechnung vorliegt und eine preisliche Einigung mit den Einzelgewerken erzielt wurde. Eine konkrete Kostenermittlung und Ausschreibung ist ohne Werkplanung nur überschlägig möglich. Der Arbeitgeber ist plötzlich ausgeflippt, weil seine Baufreigabe von der Bauleiterunterschrift abhängig ist. Nun sucht er wild nach jemandem, der die Unterschrift in seinem Freundeskreis leisten soll. Danach möchte er ohne Statik und Werkplanung auf Handschlag wild den genehmigten Entwurf bauen. Der Architekt hält ihn zurück und macht ihn auf die Konsequenzen aufmerksam, die zu Baustopp, Baugefährdung und Rückbau führen können. Daraufhin kommt die Bemerkung: "Ich storniere! Ich will alles zurück!"

@LeWoltaire

Das ist hanebüchener Unfug, Wenn er den Architekten sogar mit Sozialversicherung als Arbeitnehmer angestellt hast, kann er ihm jetzt natürlich kündigen. Mit der entsprechenden Frist. So lange hat er ihn auch noch zu bezahlen.

@DerHans

Klar wurden Sozialbeiträge abgeführt und ein elektronische Lohnsteuerbescheinigung jedes Jahr ausgehändigt. Allerdings hat der Arbeitgeber verschlafen das Gehalt für Mai 2020 auszuzahlen, was eine partielle Arbeitsniederlegung durch den Arbeitnehmer doch eventuell rechtfertigen würde. Der Arbeitnehmer macht nun weiter und würde in den nächsten Wochen zu gegebenem Zeitpunkt auf den Zahlungsrückstand aufmerksam machen.

Wenn der Architekt wirklich Arbeitnehmer und nicht etwa Werkunternehmer oder Dienstleister ist, dann kann der Arbeitgeber die gezahlten Lohnleistungen nicht zurückfordern, unabhängig davon, ob tatsächlich ein Beendigungsgrund vorliegt. Das Arbeitsverhältnis wird dann nur für die Zukunft durch Außervollzugsetzung aufgelöst.

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