Darf die Krankenkasse Krankengeld ablehnen, auch wenn eigentlich eine Berechtigung besteht?

3 Antworten

Hallo Frau Fanta,

Sie schreiben:

Darf die Krankenkasse Krankengeld ablehnen, auch wenn eigentlich eine Berechtigung besteht?

Jetzt bekommt sie aber Post von der Krankenkasse, dass sie Erwerbsminderungsrente beantragen soll. Darf die Krankenkasse das? Sie hat alle Wartezeiten und auch die Mindesarbeitszeit eingehalten.

Antwort:

Wenn an Hand der Krankenakten festgestellt wird, daß keine Aussicht auf Besserung besteht, dann hat die Krankenkasse das Recht und die Möglichkeit, dem betreffenden Krankengeldbezieher Auflagen zu machen!

Entweder, je nach Einzelfall, Antrag auf REHA bei der zuständigen DRV-Rentenanstalt oder aber wie hier geschehen, Antrag auf Erwerbsminderungsrente unter Fristsetzung!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Dies ist gesetzlich abgedeckt und vollkommen im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten!

Denn:

Es gibt eine gesetzlich fundierte Mitwirkungspflicht!

Im Zweifelsfall Rechtsbeistand hinzuziehen!

http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

Wird gegen die gesetzliche Mitwirkungspflicht verstoßen, so kann die Krankenkasse die Krankengeldzahlung einstellen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbst betroffen

Der Arzt hat gesagt, die Erfolgsaussichten auf Heilung liegen bei 50% und man wüsste das in wenigstens 1 Jahr. Es gibt eigentlich gar keinen Hinweis auf Erwerbunfähigkeit. Jetzt noch nicht! Hat sie denn Chancen auf Widerspruch, wenn sie das so darlegt, wie ich jetzt geschrieben habe ( sie hat gerade Chemo, deshalb etwas schwach sich selber zu kümmern)

Achso, Reha bekommst sie natürlich noch, aber noch nicht jetzt. Erst wird sie ein paar Monate im Krankenhaus bleiben.

@FrauFanta

Ob der Widerspruch in diesem Fall wirklich Sinn macht, darf stark bezweifelt werden!

Es wäre wohl besser, die eigenen Kräfte zu schonen!

Außerdem dürfen Sie nicht vergessen, daß das Krankengeld in der Regel ohnehin auf maximal 78 Wochen befristet ist, dann erfolgt Aussteuerung!

Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente dürfte allein schon deshalb sehr wichtig sein, damit keine finanzielle Notlage eintritt!

Denn:

Im Anschluß an das Krankengeld folgt in der Regel das ebenfalls zeitlich individuell befristete ALG 1!

Diese zeitliche Befristung des ALG 1 kann in der Regel nur im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer des Verfahrens ausgedehnt werden!

Stichwort:

"Nahtlosigkeitsreglung!"

http://www.vdk.de/kv-thueringen-sued/ID57086

http://www.ra-buechner.de/newsarchiv/newsdetail/bsg-zur-nahtlosigkeitsregelung-des-145-sgb-iii-verpflichtung-zur-fortzahlung-von-arbeitsloseng.html

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__43.html

"Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder
Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den
üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs
Stunden täglich erwerbstätig zu sein."

Möglicherweise gibt es Gründe für die Annahme, daß es so sein könnte?

Nein, das ist ein ganz andere Situation

wie ist denn die Prognose?

wurde bereits von Seiten der Ärzte eine Aussage gemacht, für wieviele Stunden sie noch arbeiten kann?

wird nach dieser erneuten Diagnose eine Reha zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gemacht?

wie lauten die Blockfristen aus ihrem letzten Krankengeldanspruch?

Die Wartezeit ist um, es gibt keine Blockfrist mehr. Die Prognose ist völlig offen. Theoretisch ist es aber denkbar dass sie in 10 oder 12 Monaten wieder arbeiten kann.

@FrauFanta

wenn eine Arbeitsfähigkeit in 3-6 Monaten nicht hergestellt werden kann, liegt die Erwerbsminderungsrente nahe. die Kasse könnte sie genausogut zur Reha auffordern (ggf. sogar mit 10-Wochen-Frist). der Antrag geht zur DRV und die stellt ebenso fest, dass eine Arbeitsfähigkeit in 3-6 Monaten nicht machbar ist und wandelt dann den Reha-Antrag automatisch in einen Rentenantrag um. womit wir dann wieder bei dem Ansinnen der Kasse sind, einen Rentenantrag zu stellen.

was sagt denn der behandelnde Arzt dazu?

Das dauert viel länger als 3-6 Monate. Sie hat Krebs. Es gibt ja alleine schon 3 Chemos alle 2 Monate, dann eine Operation, dann evtl noch Bestrahlung, Chemo sowas. Die Reha kommt viel viel Später, erst wenn alle Behandlungen abgeschlossen sind. 1 Jahr Minimum. Danach ist sie aber mit einer 50% Wahrscheinlichkeit wieder gesund und kann arbeiten. Oder auch nicht, ok dann kann man aber immer noch Erwerbsminderungsrente beantragen. Es geht um die nächsten 1,5 Jahre!

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