Darf der Vermieter zwischen Auszug und Wohnungsübergabe die Wohnung ohne Zustimmung betreten?

5 Antworten

Natürlich darf er das. Er darf sich ggf. sogar gewaltsam den Zutritt verschaffen, wenn er noch keine Schlüssel zurück bekommen hat und es könnte gute Gründe dafür geben. Einer wäre z. B., den Ex-Mieter daran zu hindern, noch einmal in die Wohnung zu gehen.

Eigentlich ist es genau anders rum, wie in der Frage gestellt:

Darf der Mieter nach Mietende am 31.3. noch in die Wohnung, auch wenn er noch die Schlüssel hat? Nein, darf er definitiv nicht!

Noch nicht einmal zur Übergabe darf er rein, wenn der Vermieter das nicht will. Man stellt sich auch hier die Frage, was das soll. Aber es kann gute Gründe geben.

Wenn das Mietverhältnis mit Ablauf der Kündigungsfrist beendet ist, darf ein Mieter sie nicht mehr nutzen und allein das Betreten zu welchem Zweck auch immer, wäre eine Nutzung. Der Vermieter kann also bestimmen, dass der Mieter nach dem 31.3. die Mietsache nicht mehr betreten darf, während der Mieter das dem Vermieter logischerweise nicht verwehren kann.

Die Übergabe als solches kann der Vermieter im Grunde auch ganz allein machen. Er kann ggf. zusammen mit einem neutralen Sachverständigen die Mietsache besichtigen und begutachten und am Ende Schäden und Mängel feststellen, die der Mieter zu vertreten hat. Er muss nur beweisen können, dass diese entstanden sind, als die Wohnung im Gewahrsam des Mieters war und diese nicht vor diesem Mietverhältnis schon vorhanden waren.

Auch die evtl. Nicht- oder Schlechterfüllung von Renovierungspflichten kann auf diese Weise festgestellt werden. Am Ende gibt es ein Protokoll, das natürlich allenfalls vom Vermieter und seinem Gutachter unterschrieben wird und die Sache ist erledigt.

Rein praktisch gibt es nur zwei Punkte:

Der Vermieter will die Schlüssel wieder haben. Diese könnte er sich auch per Post zuschicken lassen.

Die Zählerstände insbesondere von Strom, Wassser, evtl. Gas und sonstiger Messgeräte sollten nach Möglichkeit gemeinsam abgelesen werden. Das ist wiederum immer dann unnötig, wenn es sich um geeichte Zähler handelt, die selbst Stichtagswerte speichern, die jederzeit nachvollzogen werden können.

Zudem nützt auch das gemeinsame Ablesen von Zählerständen nichts, wenn sich am Ende z. B. der Mieter weigert, das Protokoll zu unterschreiben, weil vielleicht irgendwas rein geschrieben wurde, was er nicht so sieht. Deshalb ist auch hierfür der Mieter nicht zwingend notwendig.

Ja, das darf der Vermieter. Es liegt kein Hausfriedensbruch vor, denn indem die Wohnung geräumt wurde, nutzt der Mieter die Wohnung als solche also nicht mehr, wie sie gemäß Artikel 13 Grundgesetz geschützt wäre.

Eventuell verschafft sich der Vermieter jedoch selber ein Problem. Denn wenn er die Wohnung ohne einen Zeugen betritt, der den Zustand der Wohnung bezeugen könnte, kann der Vermieter möglicherweise nicht mehr beweisen, dass ein Schaden durch den Mieter verursacht wurde. Der Vermieter würde sich nur selber schaden.

Vor der offiziellen Übergabe darf der Vermieter die Wohnung eigentlich nicht betreten.

Würde es es dennoch machen und der Mieter erstattet Anzeige würde das aber vermutlich auch zu nichts führen. Die Staatsanwaltschaft würde so etwas entweder wegen Geringfügigkeit einstellen oder feststellen, dass eine Verfolgung nicht im öffentlichen Interesse liegt.

Man könnte dann Privatklage einreichen, aber ich sehe nicht was für ein Schaden dem Mieter dadurch entstanden sein soll, den er ein klagen könnte.

Was soll eine "offizielle" Übergabe sein? Es gibt keinerlei gesetzliche Verpflichtung, überhaupt einen gemeinsamen Termin anzuberaumen. Das ist reines Privatvergnügen der Vertragsparteien.

Folglich kann es auch kein Verbot für den Eigentümer geben, sein Eigentum zu betreten, wenn es nicht mehr vermietet ist. Da gibt es nicht mal irgendwas einzustellen, weil schlicht und einfach kein Rechtsverstoß stattfindet.

Du sprichst wohl das Recht des Mieters innerhalb seiner Wohnung an.

So wie du das schilderst ist der Mieter ausgezogen und das Objekt damit nicht nur im Eigentum sondern auch nur noch in der ausschließlichen Benutzung durch den Vermieters. Sprich: es ist keine in irgendeiner Art benutzte Wohnug mehr. Weitere Rechte des ehemaligen Mieters bestehen wohl ebenfalls nicht.

Wieso sollte der Vermieter seine Wohnung jetzt nicht so betreten können wie er es will?

Ich frage, da der Mieter ja schlussendlich bis zur Übergabe verantwortlich ist für Schäden bzw. Mängel, die während der Mietdauer entstanden sind. Und mit ein wenig Böswilligkeit könnte dem Vermieter unterstellt werden, noch den ein oder anderen Schaden zusätzlich zu verursachen, um vielleicht etwas mehr Geld rauszuholen... ;-) #honisoitquimalypense

Der Mieter ist ausgezogen und der Mietvertrag ist beendet.

Die Wohnung ist zwar noch nicht zurückgegeben; das Vertragsverhältnis ist aber beendet. Somit darf der Vermieter nach meinem Rechtsgefühl die Wohnung selbstverständlich betreten.

Viel mehr noch: der Mieter darf diese Wohnung nicht mehr betreten, denn er ist gar nicht mehr der Mieter.

Genau so ist es!

Die Frage ist nur, wie kommt der Vermieter zu einem Schlüssel für die Wohnung, wenn sie noch nicht übergeben wurden?

Aber selbst das ist kein Problem, denn selbstverständlich darf er nach Mietvertragsende einen Schlüsseldienst beauftragen, der die Tür öffnet, sodass man auch einen neuen Zylinder einbauen kann, um auf diese Weise zu verhindern, dass der Ex-Mieter noch Zutritt hat.

Die große Frage ist natürlich, was hätte der Vermieter davon, wenn er vor der Übergabe schon munter aus und ein spaziert. Mit evtl. Reklamationen wegen Schäden hätte er u. U. ein Problem.

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