Darf der Vermieter über seine Firma eine überzogene Rechnung schreiben?

5 Antworten

Der Vermieter darf generell eigene Leistung, auch Arbeitsleistung, abrechnen. Dagegen ist erst mal nichts einzuwenden. Jedoch hat er dabei auch ein Gebot der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Das bedeutet, er muss realistische Vergütungssätze als Grundlage nehmen.

Im Streitfall, also vor Gericht, würde der Vermieter darlegen müssen, ob die Vergütung realistisch ist. Und das könnte er beispielsweise dadurch, indem er 3 Kostenvoranschläge anderer Firmen vorlegt.

Du darfst also durchaus an den Vermieter schreiben, dass du die Angemessenheit der Rechnung in ihrer Höhe anzweifelst und du um einen Nachweis darüber bittest, z.b. in Form von Angeboten anderer Firmen. Es wird ihm nicht gelingen, die Höhe glaubhaft zu machen, also würde deer Vermieter die Forderung auch vor Gericht nicht anerkannt bekommen.

Beim Sperrmüll gibt es aber noch mehr Punkte zu beachten. Diese Kosten darf der Vermieter nur dann auf die Mieter umlegen, wenn sich nicht feststellen lässt, vom wem der Müll genau ist. Das kommt bei größeren Häusern ja oftmals vor, dass jeder seinen Schrott dazu legt und hinterher will es keiner gewesen sein. Wenn hingegen ermittelbar ist, von wem der Sperrmüll stammt, dann müssen die Kosten diesen Mieter berechnet werden und sonst keinem.

Es ist also absolut nicht in Ordnung, dass die Nachbarin ihren Müll dazu legen darf, aber dafür nicht auch ihren Anteil zahlen muss. Du darfst einen Nachweis verlangen, dass sie auch zur Kasse gebeten wurde.

Des Weiteren schreibst du, dass im Haus Renovierungsarbeiten durch den Vermieter stattgefunden haben. Der dadurch entstehende Müll gehört zu den Kosten des Vermieters genauso wie er auch die Renovierung zu zahlen hat. Solcher Art von Handwerker Müll darf nicht auf die Allgemeinheit umgelegt werden und schon gar nicht auf dich allein.

Es ist also absolut nicht in Ordnung, dass die Nachbarin ihren Müll dazu legen darf, aber dafür nicht auch ihren Anteil zahlen muss.

Wieso, es ist doch die private Angelegenheit des Vermieteres, einer Mieterin etwas zu erlauben, was er einem anderen nicht erlaubt. Es kommt dabei sicher auch daran, wie das Verhältnis zueinander jeweils ist.

@bwhoch2
es ist doch die private Angelegenheit des Vermieteres, einer Mieterin etwas zu erlauben

Das sehe ich absolut nicht als privates Vergnügen des Vermieters, wenn die Kosten der Entsorgung dem Fragesteller in Rechnung gestellt werden. Das ist offenbar so geschehen.

Mag sein, dass die Menge der Nachbarin verschwindend gering ist im Vergleich zum Gesamtvolumen des Sperrmüll. Doch ich wollte das Prinzip erklärt haben.

@Renick

Der Fall des FS taugt nicht für eine Grundsatzdiskussion. Hier hat der Vermieter Leute seiner Firma beauftragt, Sperrmüll zu entsorgen und einer Mieterin erlaubt, dass sie ihren Kram dazu legen darf. Nur ihr hat er das erlaubt, nicht auch dem anderen Mieter. Der andere Mieter wollte es sich zu einfach machen und hat einfach nicht selbst um Erlaubnis gefragt, die er vielleicht gar nicht bekommen hätte. Ein Einzelfall, also und kein prinzipieller Fall.

Ganz klar ist schon mal, dass er es Deiner Nachbarin erlaubt hat und nicht Dir. Bei der Nachbarin ging es vielleicht um ein paar Trümmer und bei Euch um die halbe Wohnungseinrichtung, oder nicht?

1000 % hört sich dramatisch an, aber in Wirklichkeit geht es um rund 350 €, oder? Das ist nun auch wieder nicht soo viel.

Waren es nur 100 kg max., hättest Du das Zeug auch selbst entsorgen, bzw. abholen lassen können. Aber Du hast den bequemsten Weg gewählt, ohne selbst Deinen Vermieter zu fragen.

150 Kilometer? Anfahrt - Fahrt zur Abladestelle - Rückfahrt zu seinem Betrieb. 150 Kilometer sind schnell mal abgeradelt, aber auch gut mit Hilfe eines Routenplaners nachzukontrollieren.

Die städtischen Mitarbeiter hätten das Zeug bei Dir innerhalb von 15 Minuten aufgeladen. Dann noch weitere Stationen und am Ende fließt das alles in einen Pauschalbetrag ein.

Die Leute Deines Vermieters bekommen aber auch die gesamte Wegezeit bezahlt. Wenn es zwei Mann waren und jeder drei Stunden beschäftigt war, was bei 150 Kilometern durchaus möglich ist, könnte die Rechnung so aussehen:

100 € Anfahrt - 100 € Fahrt zum Entsorgen 100 € Fahrt zurück = 300 €

Kilometer geld 150 * 0,50 = 75 €

19 % Mwst. auf 375 € = € 71,25

Macht zusammen € 446,25.

Die große Frage dabei wäre aber, ob und wieviel tatsächlich an Mehrkosten für Deinen Kram angefallen ist. Wenn Dein Vermieter das belegen und mit Zahlen unterlegen kann, sieht es evtl. schlecht für Dich aus, denn es kann gut sein, dass auch ein Richter den Vergleich mit der Stadt nicht akzeptiert, sondern die besonderen Kosten Deines Vermieters anerkennt.

Das Dazuwerfen Deines Krams auf den Abfallhaufen des Vermieters mußte dieser als Auftrag auffassen, Deine Sachen auch für Dich zu entsorgen. Da er wohl nicht gerade das beste Verhältnis zu Dir hatte, wollte er das vermutlich gar nicht, während er das bisschen Zeug der anderen Mieterin gerne mitgenommen hat.

Kann das in etwa zutreffen?

wenn ich die Situaiton richtig verstanden habe, hast du in deiner Rechnung die Strafe für "illegale Müllablagerung" vergessen!

Also wenn auch andere Firmen eine solche Rechnung gestellt hätten (und 374 Euro sind jetzt nicht so unrealistisch), dann könnte es sein, dass ein Richter entscheidet, das es okay ist. Zwar hat der Vermieter eine Schaden- bzw. Kostenminderungspflicht, aber ob von ihm verlangt werden kann, den (subventionierten) lokalen Müllentsorger zu beauftragen, hängt sicher von sehr vielen Faktoren ab, zum Beispiel, ob das für ihn eine Verwaltungsmehraufwand wäre (Anwesenheitspflicht etc.).

Was für Euch spricht: Dass es seine Firma ist und ihm damit vorgeworfen werden kann, die Gelegenheit zu Eurem Nachteil missbraucht zu haben. Dieser Vorwurf würde in dem Maße entkräftet, wie die Rechnung marktüblich ist.

Was gegen Euch spricht: Warum habt Ihr überhaupt Sperrmüll entstehen lassen bzw. nicht selber entfernt oder entfernen lassen? Ich nehme an, dass der Vermieter Euch dazu aufgefordert und eine Frist gesetzt hat. Da kann Euch ein Eigenverschulden angelastet werden. Womöglich müsst Ihr froh sein, wenn Ihr keine Abmahnung oder Kündigungsandrohung erhaltet - je nach Umständen.

Wenn ich mir noch eine Meinung erlauben darf: Ich finde Mieter, die den Vermieter oder andere Mieter damit belasten, dass Sie Ihren Kram nicht entsorgen lassen, rücksichtlsos und asozial. Natürlich immer abhängig von der individuellen Situation. Ich habe mal in einem Haus gewohnt, in dem es Dachbodenabteile und natürlich "hausöffentliche" Flächen auf dem Dachboden gab. Und manche Asis haben einfach Ihren Kram in den öffentlichen Fällen abgestellt- natürlich bei Nacht und Nebel, so dass man nicht wusste, von wem das kam. Bezahlen musste die Entsorgung natürlich erst der Vermieter und dann - über die Wartungs- und Betriebskostenumlage - die Mieter. Das ist für mich auf gleichem Niveau wie Betrug und Diebstahl.

Ich versteh dich in vielen Punkten total.

Das Haus wurde renoviert, und dadurch hatte sich im Garten schon ein Sperrmüllhaufen gesammelt.

dadurch das meine Nachbarin sich vom Vermieter bestätigen lassen hat, das es kein Problem ist etwas dazu zu legen, war die Sache für mich erledigt.

das ganze kam deshalb, das der Vermieter im letzten Moment meinen nachmieter abgelehnt hatte, der mein ganzes Zeug übernehmen wollte.. dadurch hatten wir extremen Stress die Wohnung noch zu renovieren

@Wiekannmannur18

Okay, vielöloeicht könnten Euch folgende Punkte helfen:

  1. Dem Vermieter könnte hier sogar Arglist vorgeworfen werden: Er hat bewusst diese Situation (Euer Entsorgungsproblem durch seine späte Ablehnung des Nachmieters) provoziert, die ihm über seine Firma einen netten Extraumsatz beschert. Aber das ist schwer nachzuweisen. Insbesondere kann von ihm nicht grundsätzlich verlangt werden, dass er den Zeitpunkt seiner Ablehnung nach Eurem Terminkalender vornimmt.
  2. Die Aussage der Nachbarin (die Ihr dann als Zeugin bräuchtet): Wenn angesichts der Umstände davon ausgegangen werden kann, dass Ihr die Erlaubnis des Vermieters auch auf Euren Kram beziehen könnt, hätte der Vermieter sicher schlechte Karten.
  3. Wenn er auch den anderen Sperrmüll gleichzeitig und auf gleiche Weise entsorgt hat, kann ihm kann ferner vorgeworfen werden, dass er Euch mit einem Kostenanteil belastet, der eigentlich anteilig auf den anderen Sperrmüll entfällt.
  4. Im Extremfall könntet Ihr sogar Schadenersatz von ihm verlangen, nämlich wenn die Gegenstände nicht eindeutig als Müll erkennbar und waren und wenn nicht eindeutig klar war, dass der Eigentümer (Ihr) die Gegenstände entsorgen will. Aber ob das realistisch ist, wenn Ihr den Kram auf einen Haufen geworfen habt, ist fraglich.

Aber wie gesagt: Das hängt sicher alles von den Details auch der Kommunikation zwischen Vermieter und Euch ab.

@Wiekannmannur18

... wieso denn renovieren, was wurde denn da von Dir in der Urkunde vereinbart?

keine ahnung ob es wirklich zutreffend ist, bin kein jurist, aber das wäre m.M.n. ein anfang

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__291.html

§ 291 Wucher

(1) Wer die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten

1.

für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen,

2.

für die Gewährung eines Kredits,

3.

für eine sonstige Leistung oder

4.

für die Vermittlung einer der vorbezeichneten Leistungen

Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, die in einem auffälligen Mißverhältnis zu der Leistung oder deren Vermittlung stehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wirken mehrere Personen als Leistende, Vermittler oder in anderer Weise mit und ergibt sich dadurch ein auffälliges Mißverhältnis zwischen sämtlichen Vermögensvorteilen und sämtlichen Gegenleistungen, so gilt Satz 1 für jeden, der die Zwangslage oder sonstige Schwäche des anderen für sich oder einen Dritten zur Erzielung eines übermäßigen Vermögensvorteils ausnutzt.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1.

durch die Tat den anderen in wirtschaftliche Not bringt,

2.

die Tat gewerbsmäßig begeht,

3.

sich durch Wechsel wucherische Vermögensvorteile versprechen läßt.

Für die Fahrtkosten 150 km hinschreiben, obwohl die Firma nur ein paar Kilometer entfernt ist, und für die Arbeitszeit mehrere Stunden aufschreiben, obwohl jeder andere es x-mal schneller geschafft hätte, ist auf jeden Fall Betrug.

Frage mal einen Rechtsanwalt, musst aber damit rechnen, dass dein Vermieter dich dann bald raus haben will, mit irgendeiner scheinheiligen Begründung.

Bin schon raus. :)

aber danke

@Wiekannmannur18

Na toll, einfach Euren alten Kram dagelassen nach dem Motto "Nach mir die Sintflut, sollen sich doch andere drum kümmern", und sich jetzt noch über die Rechnung beschweren.

Was verlangt Ihr eigentlich von anderen Menschen um Euch herum? Dass die auch noch die Abfuhr Eures Sperrmülls organisieren?

Ich kann nur hoffen, dass Ihr mit Eurem egoistichen Verhalten mal so richtig auf die Nase fallt. Die Rechnung ist immerhin ein Anfang...

@tevau

Wer sagt das ich meinen Zeug dagelassen hab? Ich war ja immer noch Mieter zur Zeit der Abholung. Und er hat meiner Nachbarin ja gesagt es sei kein Problem

Betrug. Bestimmt nicht. Denn der Tatbestand des Betruges setzt die Vorspiegelung falscher Tatsachen voraus. Hat der Vermieter Euch geringere Kosten vorgegaukelt als er jetzt erstattet haben will?

@tevau

150 km aufschreiben, obwohl es vielleicht 10 km sind, und 5 Stunden Arbeitszeit aufschreiben, obwohl man es in 30 Minuten geschafft hätte, ist auf jeden Fall Betrug.

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