Darf der Niessbrauchgeber eines Hauses dieses gegen den Willen des Niessbrauchnehmers ausräumen und entrümpeln?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Natürlich nicht, die Sachen sind nicht in seinem Alleineigentum.

Vielen Dank!

Noch eine Frage: Welche Handhabe hat der Niessbrauchnehmer? Er wird ja zumindest die Türe öffnen müssen, falls der Niessbrauchgeber dies verlangt.

Für eine nochmalige Antwort ein  inniges Dankechön!

@Alwitch

Die Frage ist zu schwammig für eine klare Aussage. 

Die Sachen gehören beiden. Also müssen die sich einigen.

Wenn der Nießbrauchgeber meint sie sollen weg (weggeworfen werden), der Nießbrauchnehmer, möchte das aber nicht, so wäre es doch eine ösung, wenn der Nießbrauchgeber seinen Anteil schenkt. Dann sie die sachen für ihn weg.

Falls es aber um etwas anderes geht, z. B. eine Garage, oder einen Lagerraum frei zu räumen, dann ist die Frage, wessen Räume sind das?

Der Letzte Fall wäre, die Sachen, um die es geht sind Brennbar, oder eine andere Gefahr in Sachen Feuerschutz usw. Dann könnte es sogar eine Frage der Baupolizei sein.

Wie gesagt, der Sachverhalt ist zu allgemein.

@wfwbinder

Lieben Dank für die neuerliche Antwort.

Es geht um die ganz normalen Gegenstände im Haus der verstorbenen Eltern, die mein im Ausland lebender Bruder mir eigentlich bereits geschenkt hat, da er sie nicht brauchen kann.

Ich versehe den Sinneswandel nicht. Meinen Anteil am Haus habe ich ihm geschenkt, aber mir den Niessbrauch einrichten lassen. Nutzniesser wären wohl die Kinder meines Bruders, da ich einiges jünger bin als er.

Er will nun innnerhalb von drei Wochen das Haus ausräumen, beteuert aber, dass er es  nicht verkaufen will. Es passt einfach nicht zusammen.

Am liebsten möchte ich ihn nicht hineinlassen. Aber kann/darf ich das?

@Alwitch

Du hast das Hausrecht, weil Nießbraucher.

Er darf nur hinein (wie ein Vermieter) um sich zu überzeugen, dass eine ordnungsgemäße Nutzung erfolgt (also zu wohnzwecken und kein Bordell eingerichtet), oder gelüftet wird, damit sich kein Schimmel bildet.

An den Sachen die drin sind, hat er nichts zu räumen.

@wfwbinder

Mein allerherzlichstes Dankeschön!

Hast du schriftlich, dass er dir seine Hälfte der  Möbel von den Eltern geschenkt hat? Und hast du das Nießbrauchrecht über das gesamte Haus oder nur eine Wohnung innerhalb des Hauses? Du könntest dich evtl wieder bei dem Notar beraten lassen, bei welchem ihr die Schenkung und das Nießbrauchrecht beurkundet habt. Ein Haus mit eingetragem Nießbrauchrecht zu verkaufen, ist schwierig. Der Hausrat ist hierbei das kleinste Problem. Geräumt kann er es ja nicht übergeben. 

Hattet ihr eine Auseinandersetzung, hat er Geldprobleme? Könnte er versuchen dir dein Nießbrauchrecht gerichtlich zu entziehen ( wegen Nichteinhaltung irgendwelcher Regeln)?

Vielen Dank!

Nein, kein Regelbruch, keine Geldprobleme und im kleinen alten Haus ist eigentlich nur Krempel aus mehr als 60 Jahren Ehe der Eltern. An dem ich mehr oder weniger hänge, da meine Vergangenheit mit den Eltern damit verbunden ist.

Mein Bruder hat zu alledem keinen Bezug, da er schon über 50 Jahren in Amerika ist und nie in dem Haus gelebt hat.

Mir ist absolut schleierhaft, warum er es ausräumen will, nachdem ich ihm meinen Anteil des Hauses geschenkt habe, da ich kinderlos bin. Bin nur froh, dass ich mir den Niessbrauch ausbedungen habe.

Verkaufen wolle er es nicht. Wäre auch schwer, da es schon sehr renovierungsbedürftig ist. Höchstens das Grundstück hätte vielleicht einen Wert.

@Alwitch

über 50 Jahre weg, aber nie in dem Haus gelebt. Könnte er in dem Alter sein, wo man sich Gedanken um seinen Nachlass macht? Zumal er als Eigentümer finanziell für die Renovierungskosten zuständig ist. Haben seine Kinder vielleicht kein Interesse daran das Haus mit Tante ;-) zu erben? Eure Regelung war an Hand der Situation ja schon etwas ungewöhnlich. Ich hätte es eher verstanden, wenn er dir seine Hälfte übertragen hätte und du zB seine Kinder als Erben einsetzt. 

@kabbes69

Für die Renovierung bin leider ich festgelegt. Und vererbt hätte ich, wegen eines Ehevertrages, alles an meinen Mann und seine Kinder. Das wollte die Frau meines Bruders nicht. Es ging also nur "ungewöhnlich".

Nein, das darf er nicht. Wie mit den Sachen umgegangen werden kann, kommt auf die Gegenstände an. Da diese beiden gehören haben ja beide ein Anrecht drauf.

Ich kann mir ehrlich gesagt aber nicht vorstellen, wie der Niessbrauchgeber einen Nutzen von den Gegenständen haben soll, wenn er doch dort gar nicht wohnt. Das ist doch aus praktischer Sicht etwas unsinnig?

Nein, darf er nicht.

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