Darf der Mieter was anderes als die Nebenkostenabrechnung verlangen?

7 Antworten

Es gibt keine formell korrekte Abrechnung (Vorlagen sind im Internet zu finden). Die hier "sog." Abrechnung ist unwirksam. Der Mieter muss den Vermieter mit Fristsetzung auffordern (nach Ablauf der Abrechnungsfrist), ordentlich abzurechnen. Kommt der Vermieter in Verzug, darf der Mieter dann bis zur Zustellung einer formell korrekten Abrechnung über die Vorauszahlungen den Zurückbehalt ausüben. Nach Zugang der formell korrekten Abrechnung ist der Zurückbehalt nachzuzahlen.

Wird einfach die komplette Miete nicht gezahlt, kann das bereits nach dem zweiten Monat zur fristlosen Kündigung führen. 

Als Mieterin hat sie Anspruch auf die Nebenkostenabrechnung und mehr nicht - allerdings kann sie Einsicht in alle der Nebenkostenabrechnung zugrunde liegenden Rechnung fordern.

Das kann die Vermieterin der Mieterin mitteilen und sie auch gleichzeitig darüber informieren, wenn 2 Mietzahlungen ausstehen, dass dann die Möglichkeit besteht das Mietverhältnis fristlos zu kündigen.

Als Mieterin hat sie Anspruch auf die Nebenkostenabrechnung

... welche sie ja bislang noch nicht bekommen hat! Hausgeld ist etwas anders.

Die Hausgeldabrechnung für den Eigentümer beinhaltet auch die Nebenkosten des Mieters. Jedoch zusätzlich sind dort auch Kosten enthalten, die der Mieter nicht zu bezahlen hat. Daher muss für den Mieter eine separate Abrechnung geschrieben werden, in der nur die umlagefähigen Kosten enthalten sind.

Dass die Mieterin nun aber die gesamte Miete zurück hält falsch, das darf sie nicht und wenn mehr als 1 Monatsmiete schuldig ist, kann sie gekündigt werden.

Genau, sofern deine Bekannte die Nase vin der Mieterin voll hat, dann noch einen Monat warten, ob sie weiterhin nicht zahlt. Fristlose Kündigung darf ausgesprochen werden.

Hausgeld geht den Mieter nix an. Was er verlangen darf, ist Einsicht in die Rechnungen, die die Nebenkostenabrechnung belegen.

... das kommt auf das Gericht an.

Laut BGH sind alle Kosten und Lasten des Grundstücks in eine BK-Abrechnung einzustellen.

Auch ich habe hochkannt verloren vor dem AG und LG, weil laut mitgekauften MV eine Verteilung nach Wohnfläche vereinbart war und die Abrechnungen der WEG nicht beigefügt war.

Heute habe ich anderslautende Urteile zu meinen Gunsten, sogar von den gleichen Richtern!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

In einer Hausgaldabrechnung befinden sich auch Reparaturen und die Einzahlung in die Instandhaltungsrücklage. Bei allem Respekt, dass bei euch die Gerichte etwas anders ticken, aber diese Dinge gehören definitiv nicht in eine Abrechnung für einen Mieter.

@Renick

... doch, alles vom Grundstück gehört hinein, auch die nicht umlagefähigen Kosten und Lasten, so ja der BGH!

... ich sollte sogar die anderen Miteigentümer angreifen auf Herausgabe deren Grundsteuerbescheide, auf die meine Mieter einen Anspruch haben!

@schleudermaxe

Da hast du das BGH Urteil etwas falsch verstanden. Dieses bezieht sich auf die Kostenarten, bei denen man genauer ins Detail schauen muss hinsichtlich umlegbar und nicht umlegbar.

Typisches Beispiel sind Hausmeistertätigkeiten. Ein Hausmeister macht oftmals auch Reparaturen und Verwaltungstätigkeiten, welche ja nicht umlagefähig sind. Hierbei ist dann in der NK Abrechnung getrennt anzugeben, "Hausmeister umlagefähig" und "Hausmeister nicht umlagefähig". So hat der Mieter die Möglichkeit zu erkennen, dass dies berücksichtigt wurde.

Instandhaltungsrücklagen sind ja im Übrigen keine Kosten. Kosten sind es erst, wenn die Rücklagen ausgegeben werden.

@Renick

... und warum wussten das "meine Richter" nicht, dass sie so etwas nicht verlangen dürfen, aber ausurteilen?

@schleudermaxe

Könnte ich dir beantworten, wenn ich das Urteil kennen würde.

Aber davon abgesehen kommt es ja immer mal vor, dass sich Richter irren. Nicht umsonst gibt es die Möglichkeit von Rechtsmitteln dagegen.

@Renick

... nö, hat das LG nicht zugelassen.

Ich habe dann eine Anzeige gestellt wegen Rechtsbeugung, hilft aber der Niederlage natürlich nicht.

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