Darf der Gerichtsvollzieher sachen von mitbewohnern einsammeln?

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Hallo,

gemäß § 808 Abs. 1 ZPO pfändet der GV die im Gewahrsam des Schuldners befindlichen körperlichen Sachen dadurch, dass er sie in Besitz nimmt.

Davon ausgenommen sind unpfändbare Sachen nach § 811 ZPO.

Das bedeutet, dass der Schuldner bzw. derjenige, der behauptet Eigentümer zu sein, sein Eigentum an der Sache nachzuweisen hat. Gegebenenfalls erhebt er Klage nach § 771 Abs. 1 ZPO.

Beste Grüße

itasca

Wenn man dem TV - glauben schenken kann,dann bist du in der Beweispflicht !

In einem Zimmer vom Mitbewohner hat er auch nichts zu suchen.

Befindet sich etwas pfändbares in deinem Zimmer und er pfändet es,dann musst du ihm nachweisen ( z.B. Kaufbeleg / Abbuchung des Kaufbetrags vom Konto des Eigentümers ),dass es nicht dein Eigentum ist,dann bekommst du bzw.der Eigentümer es wieder.

Der Gerichtsvollzieher kann (und muss) alles pfaenden, was er in den von dir bewohnten Raeumen vorfindet. Sind darunter auch Gegenstaende, die nicht dir sondern einer anderen Person gehoeren, muss die betreffende Person beweisen, dass sie rechtmaessiger Eigentuemer ist und  nicht du. Dann bekommt diese Person ihre Gegenstaende zurueck.

Er darf und muss sogar, wenn der Schuldner nicht mit Urkunden belegen kann, dass die Sachen Dritten gehören.

In diesem Fall sollte der Freund dringend Drittwiderspruchsklage erheben.

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