Darf der Bewerber auf die Frage nach Vorstrafen lügen?

5 Antworten

Solltest du den Vorstrafen stehen. Gerade wenn es welche über 80 Tagessätze sind, stehen sie sowieso im Führrungszeugnis, daß der Arbeitgeber verlangen kann. Und wenn du in bestimmten Berufen arbeiten willst, darfst du auch nicht vorbestraft sein (z.B. alle Heilberufe). Wenn du da falsche Angaben machst, wird dir auch nach erfolgreichen Abschluß der Beruf aberkannt. Und wenn du wegen falscher Angaben in einem Beruf eingestellt wirst, ist es ein Grund zur fristlosen Kündigung.

Nur zur Klarstellung: Eine Vorstrafe ist entweder eine Geldstrafe über mindestens 90 Tagessätze oder 3 Monate Haft, ebenfalls jegliche Bewährungsstrafe. Und dabei ist es vollkommen egal, um was es dabei ging - Einbruch, Körperverletzung oder einen Verkehrsstraftat wie Alkohol oder Drogen. Letztendlich wird ein Arbeitgeber in einem sensiblen Bereich auch ein Polizeiliches Führungszeugnis verlangen und es so oder so erfahren.

Und ja, Du musst die Fragen danach wahrheitsgemäß beantworten, sonst ist der Job weg, wenn es herauskommt. Machst Du das im Öffentlichen Dienst, was es das mit dem ÖD auf Lebenszeit.

Er kann zwar lügen, aber er darf es nicht. Hat er Vorstrafen verschwiegen und es kommt raus, ist das Vertrauensverhältnis zu der Firma gestört. Das Arbeitsverhältnis - wenn es denn zu Stande gekommen ist - kann fristlos aufgehoben werden.

Wenn du eine Vorstrafe wegen Veruntreuung hast, musst du sie natürlich angeben, wenn du in der Buchhaltung arbeiten willst. Aber - als grobes Beispiel - bei einer Fließbandtätigkeit ist eine Vorstrafe wegen Trunkenheit am Steuer völlig irrelevant und darf verschwiegen werden.

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