Darf der Betrieb einen Auszubildenden von der Berufsschule freistellen, wenn zu wenig Personal anwesend ist?

5 Antworten

Das ist nur in Ausnahmefällen möglich:

Ausnahmen:

§ 6 Verordnung über die Berufsschule


(3) Berufsschülerinnen und Berufsschüler können aus zwingenden betrieblichen Gründen und zur Teilnahme an Jugend- und Ausbildungsversammlungen sowie Betriebsversammlungen mit ausbildungsrelevanten Themenstellungen beurlaubt werden

4. bis zu zwei Unterrichtstagen im Schuljahr durch die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer,

5. bis zu fünf Unterrichtstagen im Schuljahr durch die Schulleiterin oder den Schulleiter aufgrund betrieblichen Urlaubs oder Betriebsferien.

Nach dem schriftlichen Antrag deines Ausbildungsbetriebes entscheidet deine Schule über die Freistellung.

Aus dem Antrag muss die Unabwendbarkeit der Freistellung ersichtlich sein.

Alle vorhersehbaren betrieblichen Ereignisse (z.B. Saison- und Terminarbeiten) können in der Regel kein Grund für eine Freistellung sein.

Der Antrag hat rechtzeitig vor der Freistellung bei der Schule einzugehen.

Ich würde Dir gerne ein DH! geben, muss mich aber mit dem Pfeil nach oben begnügen.

Nein. Der Auszubildende darf nicht als vollwertiger Arbeitnehmer eingesetzt werden, weshalb er auch per Definition keinen vollwertigen Arbeitnehmer im Krankheitsfall ersetzen kann. Krankheit ist Arbeitgeberrisiko, er muss sich selbst absichern. (Mit entsprechenden Arbeitskräften, Zeitarbeit, Eigeneinsatz) Per Gesetz darf dich die Schule für maximal 2(!) Schultage pro Jahr für den Betrieb freistellen. Und dass auch nur bei in besonderen Ausnahmefällen. (Z.b. Lager überschwemmt und waren müssen raus, krankheit von mitarbeitern ist kein besonderer Ausnahmefall)

So einfach ohne Genehmigung der Schule geht das nicht. Wenn sowas öfters vorkommt, leidet ja sicherlich auch die schulische Leistung und somit die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt drunter.

Wenn das allerdings ne einmalige Sache ist würd ichs nicht so eng sehen... Wenn ein Azubi die Schule schwänzt oder früher aus hat und trotzdem nicht mehr in den Betrieb geht, fragt er auch nicht nach ob das jetzt ok ist ;)

Ausnahmen bestätigen die Regeln, wenn Not am Mann, darf der Chef das. Keine Ahnung warum daraus immer ein Schuh gemacht werden muss. Man sollte es akzeptieren und nicht immer alles hinter fragen. Im Berufsleben wird es so manche böse Überraschungen geben, da muss man das halt akzeptieren. Außerdem kann man das Büroarbeiten nicht mit der handwerklichen Tätigkeit vergleichen. Im Büro kann man das nacharbeiten, aber wenn im Handwerksberuf ein Auftrag zu einem bestimmten Termin fertig sein muss, dann kann man das nicht verschieben. Die Firma lebt davon.

Jetzt habe ich ausversehen auf "danke" geklickt. Warum kann man dass hier nicht rückgängig machen? Egal...

"Not ist am Mann" weil die Arbeigeber gerne ihr Risiko auf den Arbeitnehmer abwälzen indem  sie minimal besetzen und dann jeden Ausfall die Mitarbeiter aus "betrieblichen Gründen" einspringen lassen.

Und das ganze funktioniert nur, weil die meisten eben nicht wissen, dass "betriebliche Gründe" nicht die Abwälzung des unternehmerischen Risikos auf den Arbeitnehmer abdeckt.

Ist der halbe Betrieb gleichzeitig Krank? -> wäre ein betrieblicher Grund

Sind ein/zwei Mitarbeiter krank (oder einer neben dem Urlaub eines anderen)? -> Arbeitgeber selber Schuld für seine schlechte Personalplanung. Wer gerne Personalkosten spart, muss auch damit rechnen an anderer Stelle Gewinne einzubüßen.

Ja, in Ausnahmefällen geht das. Muss ein Antrag an die Berufsschule geschickt werden.

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