Darf der Arbeitgeber Überstunden einfach abziehen?

5 Antworten

Das kommt darauf an, was für einen Arbeitsvertrag Du hast. Bei einer "reinen" Festanstellung musst Du nur deine Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Macht der Arbeitgeber keinen Gebrauch davon, ist das sein Pech.

Also: In welcher Form sind flexible Arbeitszeitmodelle in welcher Art Dokumenten (Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag, ...) bestimmt?

Der Arbeitsausfall muss so abgerechnet werden als hättest du normal gearbeitet, denn er wurde nicht von dir verschuldet.

Es ist das Betriebsrisiko des Arbeitgebers, der sich nach § 615 BGB im Annahmeverzug befindet.

Ein klares nein. Du wolltest ja arbeiten, konntest aber nicht aufgrund einer Weisung des Chefs.

Wenn der Laden wegen eines Heizungsschaden nicht arbeiten kann, ist das zwar bedauerlich, aber nicht dein Problem, sondern des Chefs und sein Risiko.

nun entweder du verzichtest auf ein paar Tage Urlaub oder es wird mit Überstunden ausgeglichen denn die Tage in denen ihr zu Hause gewesen seid wird euch Arbeitgeber nicht schenken da ihr ja keine Leistung erbracht hattet

Gute und richtige Antwort.

@gfnetuser

@ gfnetuser:

"Gute und richtige Antwort." ??

Wenn Du das "meinst", dann hast Du keine Ahnung vom Recht des Arbeitnehmers!

Also weder "gut" noch erst recht "richtig"!!

Nein schlechte und ganz falsche Antwort!!!

Der FS und seine Kollegen wollten ja arbeiten, durften aber nicht auf Weisung des Chefs. Es doch das Problems des Chef, wenn er den AN keine Arbeit anbieten kann. 

Totaler Unsinn, den du schreibst. Das Chef trägt das Betriebsrisiko, nicht der Arbeitnehmer!

Bei der Fragestellung gehe ich von einem Heizungsausfall beim Arbeitgeber aus, der allgemein zum Betriebsrisiko gehört. Danach gerät der Arbeitgeber in Annahmeverzug und muss den Lohn zahlen.

Handbuch der Betriebsrisikolehre

http://www.meub.de/Inhalte/arbeitsrecht/indiv\_ar/ar\_indiv\_pdf/10\_unversch\_ausf/01.pdf (siehe Seite 12ff.)

Kurze Definition

https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/betriebsrisiko\_idesk\_PI10413\_HI520709.html

Verdi-Stellungnahme

https://www.verdi.de/service/fragen-antworten/++co++467ebfaa-a6fc-11e0-74d6-00093d114afd

Gesetzesgrundlage:

https://dejure.org/gesetze/BGB/615.html

@toomuchtrouble

nicht unbedingt. Ähnlich wie bei Baugewerbe kann es passieren dass wegen besonderen Umständen z.B. Witterung der AG gezwungen ist das Personal eine gewisse Zeit nach Hause zu schicken. In diesem Fall bekommen sie Kurzarbeitergeld ( ALG ).
Hier hätte aber AG den Vorschlag unterbreiten sollen ob er sie so lange "Freistellt" also kündigt oder sie verzichten auf Lohn oder gleichen das mit Urlaub bzw Überstunden aus, erhalten aber vollen Lohn

@newcomer

Der Zusammenhang zum geschilderten Heizungsausfall erschließt sich mir nicht ganz.....

@newcomer

@newcomer:

Schau dir einmal den § 615 BGB an: "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko".

@newcomer

@ newcomer:

Eine Verbindung zu den Möglichkeiten wie beim "Schlechtwettergeld" oder "Kurzarbeitergeld" im Baugewerbe herzustellen oder eine "Freistellung" durch "Kündigung" (was soll das überhaupt sein??) als Möglichkeit vorzuschlagen, ist völlig absurd!!

Von der rechtlichen Seite her ist die Situation klar; da wurden ja auch schon etliche richtige Antworten gegeben; mögliche wäre allenfalls die Überlegung zu "weichen" Lösungen, also ob der Arbeitgeber sich mit seinen Arbeitnehmern auf z.B. Überstundenabbau - auf freiwilliger Basis - einigen könnte.

da ihr ja keine Leistung erbracht hattet

Das ist nicht das Problem!

Nicht die Arbeitnehmer haben zu wenig oder keine Leistung erbracht, sondern der Arbeitgeber hat nicht genug Arbeit angeboten!!

Damit verstößt er gegen eine seiner arbeitsvertraglichen Hauptpflichten! Dass er das nicht "mit Absicht" tut und an den Umständen keine Schuld hat, spielt dafür und für die daraus sich ergebenden Konsequenzen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch § 615 BGB "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" überhaupt keine Rolle!!

Von diesem Grundsatz kann nur dann abgewichen werden, wenn dadurch die wirtschaftliche Existenz des Betriebs konkret gefährdet wäre!

@Familiengerd

okay @Gerd, wieder was gelernt, danke

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