Darf das Jobcenter von mir einen Einkommensbescheid verlangen?

5 Antworten

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Selbst wenn du als Studentin / Student nicht mehr zur BG - gehörst,weil du nach § 7 Abs . 5 SGB - ll keinen Leistungsanspruch mehr hast,kann das Jobcenter hier eine Unterhaltsvermutung gegenüber deinen Eltern unterstellen,dieser kannst du bzw.deine Eltern wahrheitsgemäß schriftlich widersprechen !

Warum hier hauptsächlich nachgefragt wurde ist dein Kindergeld,was du da noch bezogen hast.

Du bist zwar im SGB - ll deinen Eltern nicht zum Unterhalt verpflichtet,dass gilt im übrigen auch,wenn du noch zur BG - zählen würdest,aber wenn du Kindergeld bekommst und zusätzlich Einkommen erzielst und somit zum Kindergeld anrechenbares Einkommen hinzukommt,wird von dem gesamten anrechenbaren Einkommen dein Bedarf bei deinen Eltern abgezogen und wenn du dann noch einen Überschuss hättest,würde dieser deinem Kindergeld zugerechnet.

Dieses brauchst du dann nach Ansicht des Jobcenters zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr und es wird auf die BG - der Eltern angerechnet.

Wenn du also keine Leistungen wegen des § 7 Abs. 5 SGB - ll bezogen hast,kannst du ja keine Leistungen zu unrecht bezogen haben,aber evtl.dann deine Eltern.

Du hast ja auf dein Bafög - Freibeträge,der Rest ist dann anrechenbares Einkommen,davon wird dann dein Regelsatz abgezogen + dein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung.

Wenn du also mit den Eltern alleine wohnst,dann würde das 1 / 3 der Warmmiete sein und als du noch Kindergeld bekommen hast,also unter 25 warst,stand dir im November 2014 ein Regelsatz von 313 € zu.

Angenommen die angemessene Warmmiete würde 600 € betragen,dann läge dein Kopfanteil bei 200 €,dazu die 313 € Regelsatz,ergibt ein Bedarf von 513 € pro Monat.

Läge dein anrechenbares Bafög - angenommen bei 460 €,kämen die 184 € Kindergeld noch dazu,abzüglich der 30 € Versicherungspauschale ergibt das ein anrechenbares Einkommen von 614 € pro Monat.

Da dein Bedarf aber angenommen nur bei 513 € liegen würde,hättest du einen Überschuss von 101 € gehabt und dieser würde deinem Kindergeld zugerechnet und vom Bedarf der Eltern abgezogen.

Jetzt hast du aber 2 Tage gearbeitet und selbst wenn es nur 1 gewesen wäre,war es in der Zeit dein AG - der dich beschäftigt hat und er muss dir eine Einkommensbescheinigung ausstellen.

Jetzt hast du deinen Angaben zufolge 150 € Brutto wie Netto verdient und darauf kannst du Freibeträge nach § 11 b SGB - ll geltend machen,aber dann entfällt die 30 € Versicherungspauschale,denn in deinem ersten Freibetrag ist der 100 € Grundfreibetrag enthalten und darin sind diese 30 € schon enthalten.

Demnach hättest du auf die 150 € zuerst die 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 50 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) noch einmal 20 % Freibetrag und 80 % ist anrechenbares Einkommen.

Also lag dann dein Freibetrag bei 110 € und 40 € anrechenbares Einkommen.

Du hättest dann also 644 € anrechenbares Einkommen,weil ja die 30 € entfallen sind und dazu noch einmal die 40 € anrechenbares Einkommen von deinen 150 € Erwerbseinkommen,gesamt also dann 684 €.

Dein Bedarf lag aber im Beispiel nur bei 513 €,demnach lag der Überschuss bei 171 € und dieser würde deinem Kindergeld zugerechnet und vom Bedarf der Eltern abgezogen und das ginge solange bis dein Kindergeld voll angerechnet wäre oder du keines mehr bekommst.

Dann kannst du verdienen was du willst,es darf dann nichts mehr bei deinen Eltern angerechnet werden,wenn du das nicht freiwillig machen möchtest.

DH! Wie immer eine hochkompetente Antwort.

Trotzdem erlaube ich mir mal in den Raum zu werfen, dass vielleicht für die Fragestellerin trotz BAföG noch Kosten der Unterkunft gezahlt werden http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__27.html Wäre zumindest eine denkbare Erklärung für das eigentlich unsinnige Verlagen der Einkommensauskunft - das hier unter Hinweis der fehlenden Einstehensgemeinschaft konsequent verweigert werden sollte.

@skyfly71

Hier käme nur ein evtl. Mietzuschuss zu den ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung in Betracht und die haben mit dem normalen ALG - 2 nichts zu tun,auch wenn dieser beim Jobcenter beantragt werden muss !

Das ist eine eigenständige Beihilfe und hat mit ALG - 2 nichts zu tun,dass stünde ihr / Ihm ggf.nach dem Wegfall des Kindergeldes zu.

Hier geht es aber um diese 2 Tage im November und da wurde ja noch Kindergeld bezogen und das würden auf jeden Fall 40 € anrechenbares Einkommen aus den 150 € ergeben + die Wegfallenden 30 € Versicherungspauschale,gesamt also 70 €.

@isomatte

Danke dir für deinen Stern !

Wenn Du möchtest,  dass Deine Eltern ihr ALG weiter erhalten,  dann legst du das vor. 

Da steht dann auch auch drin, dass das nur vorübergehend war (von.. Bis..). Und somit ist klar, du verdienst nichts weiter, was doch bei Bedarfsgemeinschaft angerechnet werden koennte. 

Ist also wichtig für deine Eltern- also kümmere Dich unbedingt drum, okay? 

Wenn du dort lebst zahlst du da mit rein. Das wird deinen Eltern angerechnet. Wenn du irgendwo arbeitest musst du das immer melden, das ist Einkommen was mit eingerechnet wird. Mach es einfach und dann wirst du sehen was passiert.

Du hast ja quasi 150 € gut gemacht und die muss das Jobcenter zur Kenntnis nehmen und von deinen Leistungen sofortigst abziehen. Sonst könnte ja jeder bequem dazu verdienen, ohne dass ihm was abgezogen wird und sich so bereichern.

@19sarah94

100€ Freibetrag / von 50€ 80% anrechenbar ! Also reden wir über 40 € ! Wird sie verkraften !

Danke für die Antworten! Ich blick da trotzdem noch nicht ganz durch. Heißt das etwa, solange ich bei meinen Eltern wohne, kann ich nicht frei Geld verdienen, sondern das wird sich immer auf die Leistung, die meine Eltern vom Amt kriegen, negativ auswirken? Dann dürfte ich demnach gar nicht mehr arbeiten, denn wenn bei 150€ alleine was abgezogen wird, wie wenn ich mehr verdienen würde? Irgendwie unfair für mein Verständnis. Wenn meine Eltern Geld von der ARGE kriegen, habe ich damit doch gar nichts zu tun...

@misskha

Sorry ! Da hilft nur ausziehen oder mitzahlen ! Du Profitierst ja auch von Heizung/ Wasser/Miete und Nebenkosten die das Amt an deine Eltern zahlen. Mfg.

@schoschi06

Nein. Das Jc unterstellt eine Bedarfsgemeinschaft. Es steht jedem frei, dies zu widerlegen. Wenn man zb. nicht füreinander einsteht, und auch nicht wechselseitig über die Konten verfügen kann. Das JC möchte gerne in einr Wohnung lebende Personen zu einer BG zusammenfassen. Das ist nur allzu verständlich. Es hat aber jedermann das Recht, dies zu widerlegen wenn die (ggfs. vermuteten) Tatsachen, auch die der Vertretungsmacht,  nicht zutreffen, und sich dagegen auch mit Rechtsmitteln zur Wehr zu setzen. Sie soll einfach zum JC gehen und dort erklären daß sie nicht zur BG ihrer Eltern zählt, und sich selbst vertritt. Dazu notfalls auch fristgerecht Widerspruch gegen falsche Bescheide einlegen, welche Tatsachen vermuten oder unterstellen.

@stern311

Das Jobcenter unterstellt hier gar keine BG - weil es gesetzlich gar nicht mehr geht,weil sie schon 25 Jahre alt ist und somit im Haushalt der Eltern ihre eigene BG - begründet !

Das Jobcenter darf das. Sie sind sogar zur Prüfung des Sachverhaltes verpflichtet. Es geht immerhin um Steuergelder, die da an euch alle gezahlt werden. Es muss geprüft werden, ob sie euch zustehen.

Welche Leistungen will man dir denn streichen, wenn du gar keine erhältst?

Was spricht denn dagegen, dass du dein Einkommen nachweist?

Woher soll denn der Sachbearbeiter wissen, dass du nur zwei Tage gearbeitet hast?

1. Das frage ich mich auch.

2. Nichts, außer dass ich kein gutes Verhältnis zu meinem Ex-Arbeitgeber habe und ungern da wieder hinmöchte, um mir diesen Nachweis ausfüllen zu lassen.

3. Naja, immerhin weiß er/sie auch, in welchem Zeitraum ich wie viel verdient habe.

@misskha

Dein ex Ag. wird dich sozialversicherungplichtig angemeldet haben ! Und schon kannst du dem System nicht mehr entkommen !

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