Darf das Inkassounternehmen doppelt so viel Gebühren verlangen, wie die eigentliche bestellte Ware selbst?

2 Antworten

Inkassogebühren orientieren sich nicht prozentual am Warenwert sondern am Gebühren- und Sachtatbestand des RVG und des dazugehörigen VV.

Bei einer Forderung zwischen 0,01 und 500,- € ist die Gebührenhöhe immer gleich, deine 70,- €.

Relevanter ist aber der angesetzte Gebührensatz, denn das RVG regelt was ein Rechtsanwalt abrechnen dürfte und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, das Zulässige vom Umzulässigen.

70,- € würden da wohl einer 1,3 Gebühr nach 2300 VV RVG entsprechen inkl. einer Auslagenpauschale von 11,70 € nach 7001 und 7002 VV RVG.

Damit ein Rechtsanwalt eine 1,3 Gebühr ansetzen kann, müsste die Rechtslage nicht total einfach sein, er individuelle Mandantenberatung aufgrund der konkreten Falllage erbringen, nach eingehender Prüfung und mit dem Schuldner individuelle Korrespondenz führen.

All das macht ein Inkassobüro i.d.R. nicht, die hauen ungeprüft und ohne Beratung (dürfen die ohnehin nicht) ein Bausteinbriefchen raus.

Statthaft wäre maximal daher eine 0,3 Gebühr nach 2301 VV RVG, wegen eines Schreibens einfacher Art. Und die entspräche Kosten von 15,- € zzgl. 3,- € Auslagenpauschale.

Bitte beachte, wenn der Gläubiger nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist (wie z.B. ein Versicherungsunternehmen), dann käme noch die Umsatzsteuer 19% oben drauf.

Konkret würde ich aber die Forderung gegenüber dem Inkasso vollumfänglich zurückweisen, mit dem Hinweis die Hauptforderung sei bezahlt und wenn du magst deinem Gläubiger noch 0,03 € an Zinsen überweisen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Konkret würde ich aber die Forderung gegenüber dem Inkasso vollumfänglich zurückweisen

Als Ergänzung folgenden Textvorschlag von mir:

Wertes Inkasso. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Sie wurden tätig, weit nachdem ich die Forderung längst bezahlt hatte. Wenden Sie sich hinsichtlich ihrer Gebühren vertragsgemäß an ihre Mandantin. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen.

Dass du bereits bei einer Woche Zahlungsrückstand direkt Post von einem Inkasso-Unternehmen bekommst, halte ich für ein Gerücht.

Und wieso kannst du deine Rechnung nicht zahlen, weil du im Urlaub warst? Wenn du was bestellst, weißt du doch, dass eine Rechnung kommt, die zu bezahlen ist.

Ist aber wahr. Zudem habe ich eine einzige Mahnung vom Unternehmen bekommen.

@helferinmeli99

Und das innerhalb EINER Woche? Wem willst du das denn erzählen?

@DerHans

Du bist kein bisschen hilfreich. Ich versuche eine Lösung zu meinem Problem zu finden und da bringt es mir nichts zu lügen.

Da muss ich allerdings demHans recht geben. Irgendwas kann mit deinem Zeitplan nicht hinhauen; bei einer Woche Zahlungsverzug kommt doch nicht Mahnung und Inkassobüro.
Beachte bitte, dass eine „Zahlungserinnerung“ auch schon eine Mahnung ist!

@hans : Klarna arbeitet z.b so. Die Weitergabe an coeo geht Ratz fatz.Grund : kick Back bezüglich der Gebühren.

Die Branche hat es faustdick hinter den Ohren ;)

@EXInkassoMA

Dann sollte man dort eben nichts bestellen.

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