Darf das Finanzamt zweckgebundene Zahlungen einfach umbuchen?

3 Antworten

Das mit dem "zweckgebunden" kannst Du in der Pfeife rauchen, da der Verwendungszweck fehlerhaft war. Du könntest Dich aber darauf berufen, dass das Finanzamt sich dann an § 225 Abs. 2 halten muss. Danach müssten als erstes Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer) und dann Steuern getilgt werden. Erst dann darf auf Verspätungszuschläge gebucht werden.

Ich würde das Finanzamt darauf hinweisen, dass ihre Umbuchung zumindest ermessensfehlerhaft war, Du aber eigentlich keine Lust hast, wegen eine paar Säumniszuschläge eine Amtshaftungsklage anzustrengen.

auch wenn ich das Finanzamt 10Tage später darauf aufmerksam gemacht habe, dass uns ein Fehler unterlaufen ist? Und denen mitgeteilt habe, dass die Summe für das 3.Quartal anstatt für 4.Quartal gedacht war?

@nara91

Wenn ich Geld an Tag 1 verbuche, weil der Verwendungszweck keinen Sinn macht und an Tag 10 teilt man mir den richtigen Zweck mit, dann ist das Geld schon verbucht.

Es geht ja letztlich nur darum, wie Du Deinen Schaden verringerst, und der Schaden sind die Säumniszuschläge die auf Grund der falschen Verbuchung entstanden sind.

Das geht am besten, indem Du das Finanzamt darauf hinweist, dass Du Verbuchung ermessensfehlerhaft war. Im Zweifel wird das FA die SZ einfach erlassen und die Sache ist erledigt.

Ja, das müssen die doch sogar. Ist ja auch einfacher für euch. Wenn da offiziell auf deren Kontoauszügen steht, dass für das 4.Quartal zwei Zahlungen eingegangen sind, aber für das 3. Quartal gar keine, macht sich das schlecht. Also denken die mit und buchen eine der beiden Zahlungen für das 3. Quartal um. So seid ihr wieder im Reinen, alle sind zufrieden.

ja wenn das Finanzamt das so umgebucht hätte, wäre es ja schön gewesen, jedoch hat das Finanzamt die zahlung genommen, um Verspätungszuschläge aus dem Jahr 2010 zu verrechnen. und das ist in meinen augen nicht in Ordnung. nach mehrmaligen nachfragen und auf den fehler aufmerksam machen kam von dem finanzamt keine richtige antwort sondern nur ein Kontoausdruck. Und da kann man sehen, dass das Finanzamt unsere Umsatzsteuervoranmeldung richtig zugeordnet hat und wäre das Finanzamt schlau hätten sie die zahlung auch dem 3 quartal zugeordnet. zumal wir sie darauf aufmerksam gemacht haben.

Grundsätzlich darf das Finanzamt aufrechnen. Falls du mit den Buchungen nicht einverstanden bist, kannst du einen Abrechnungsbescheid verlangen, gegen den du ggfs. Einspruch einlegen kannst. (§ 218 AO). Das ändert aber nichts daran, dass du die alten Verspätungszuschläge dennoch zahlen musst.

http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__218.html

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