Darf Arbeitgeber das Weihnachtsgeld zurückverlangen.?

3 Antworten

Beträgt das Weihnachtsgeld nicht mehr als 100 Euro, darf es nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts überhaupt nicht zurückgefordert werden, auch nicht bei vereinbarter Rückzahlungsklausel.

Bei der Verrechnung mit ausstehendem Entgelt darf die Pfändungsfreigrenze nicht unterschritten werden (dafür gibt es zweijährlich angepasste Tabellen, z.B. hier: http://www.pfaendungstabelle-online.de/ ).

Zur Frage "brutto" oder "netto":

Es ist der Bruttobetrag ohne die Sozialversicherungsbeiträge (oder auch anders: der Nettobetrag zuzüglich der Lohnsteuer) zurück zu zahlen..

Die Sozialversicherungsbeiträge erhält der Arbeitgeber über die Versicherungsträger zurück; der Arbeitnehmer erhält die Lohnsteuer über den Jahresausgleich zurück.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil vom 15. 3. 2000 - Az.: 10 AZR 101/99) hat ein vorinstanzliches Urteil, das nur auf den Nettobetrag geurteilt hatte, abgeändert und dem Arbeitgeber auch den Lohnsteueranteil zugesprochen.

Vielen Dank schonmal.Ich dachte auch das man die Rückforderung auf raten zurück zahlen kann Wie soll sie jetzt ihre miete bezahlen?Wir werden gleich Montag das mal beim Arbeitgeber beanstanden.

Er hat ja keine andere Möglichkeit, weil nur noch ein Lohn fällig ist.

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die Pfändungsfreigrenzen einzuhalten, kann Rückforderungsbeträge also nicht beliebig einbehalten!

Und selbstverständliche hat der Arbeitgeber auch eine "andere Möglichkeit"!

Erstens kann er Rückzahlungsbeträge noch auf die Entgeltleistungen für Januar und Februar verteilen; ansonsten ist der Arbeitnehmer zweitens immer noch Schuldner, auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht!

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