chefin will dass ich für die Firma lüge?

7 Antworten

Wenn du wirklich keinerlei Erfahrungen außer dem einen Jahr gemacht hast in dem Bereich, dann schreib sowas auch nicht hin. Das wäre sonst tatsächlich eine handfeste Lüge.

Allerdings kann man im Lebenslauf durchaus ein bisschen "ausschmücken". Beispiel: wenn du ein Familienmitglied mit Behinderung hast, dann kann man natürlich sagen, dass das ja keine berufliche Erfahrung ist. Dennoch ist es eine Form von Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung - eben "im privaten Umfeld". Das sind dann übrigens auch Erfahrungen, die meiner Ansicht nach durchaus gut, wichtig und keinesfalls irgendwie "zweitrangig" sind, da die private Perspektive ja noch mal diverse andere, teils intensivere Einblicke in das Thema gewährt!

Das mit dem "dazumogeln" liegt übrigens sehr wahrscheinlich daran, dass sonst der Fördergeber die Stelle nicht finanziert. Ist zumindest bei uns, ebenfalls sozialer Bereich, so. Da ist die öffentliche Förderung ganz klar an die formalen Qualifikationen der Mitarbeiter geknüpft. Fehlen die, gibt's auch kein Geld, egal wie gut eine Person von der Persönlichkeit oder vom Talent her auf die Stelle passen würde.

Ich hatte bis jetzt mit lernschwachen Jugendlichen zu tun, aber nicht explizit mit Menschen mit Behinderung bis auf 3-4 Monate. 2 Monate davon zählen aber nicht, weil ich dies während des Studiums gemacht habe.

Ich müsste also 1 Jahr mindestens dazuschummeln. Was in meinen Augen nicht geht.

@tess891

Die Zeit im Studium ist genau so eine, die man etwas ausschmücken kann, genau so die lernschwachen Jugendlichen.

Kram doch noch mal weiter. Gibt's da vielleicht noch was im Lebenslauf, was man ein bisschen drehen könnte in diese Richtung? Wie gesagt - wahrscheinlich geht es darum, dass sonst der Fördergeldgeber nicht zahlt. Sofern du dich der Stelle inhaltlich gewachsen fühlst und sie gut und fachlich korrekt ausüben kannst, finde ich es absolut legitim, wenn man bei diesen Formalien ein bisschen die Wahrheit "zurechtbiegt". Natürlich nichts komplett erfinden, eben echt nur ausschmücken.

Alternativ könntet ihr auch überlegen, ob es eine Option wäre, wenn deine Chefin eine Stellungnahme schreibt, warum du trotz dieser kleinen, fehlenden Formalie dennoch persönlich und fachlich super geeignet wärst für die Stelle. Für solche Stellungnahmen gibt es oft Ausnahmeregelungen in den Förderrichtlinien. Ist natürlich mehr Arbeit für deine Chefin, wobei du ihr so einen Text ja auch einfach vorformulieren könntest, den sie dann nur noch unterschreibt :).

@HappyMe1984

Macht sie glaub ich nicht, ist ihr zu viel Aufwand. Ich mache es erst recht nicht, bin in Kurzarbeit Null.

@tess891

Aber anscheinend geht es für dich doch um die Weiterbeschäftigung oder auch eine Stelle, die eventuell deinen Lebenslauf gut voranbringen könnte, oder? Ich mein, eine Projektleitung schadet da definitiv nicht, wenn man die dort stehen hat. Oder hast du darauf partout keine Lust? Und existiert die Stelle, für die du vorgesehen warst, überhaupt noch oder wurde die wegrationalisiert?

@HappyMe1984

Auf lange Sicht will ich sowieso von dem Bereich weg. Ich bin nur auf das Geld angewiesen.

@tess891

Wie gesagt - ich arbeite ebenfalls im sozialen Bereich. Wenn du von einem Studium sprichst, tippe ich mal auf soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik, oder? Wenn ja, bedenke, dass dort aufgrund der ganzen Corona-Geschichte und den damit verbundenen Fördergeldern noch lange nicht abschließend klar ist, dass es nicht doch noch zu Rückforderungen für Schließzeiten von Einrichtungen kommt, weil in dieser Zeit der Förderzweck ja nicht erfüllt werden konnte. Oder weil vorgeschriebene Eigenmittel nicht erwirtschaftet werden konnten. Sehr absurde Situation, aber eben leider eine, die (meines Wissens, Stand heute) immer noch zur Debatte steht...

Entsprechend wird es dort in nächster Zeit aber auch nicht unbedingt einfach, eine neue Stelle zu bekommen. Wir haben bis vor wenigen Tagen noch eine zu besetzen gehabt - und seit Corona-Beginn noch mal eine deutliche Zunahme an Bewerbungseingängen feststellen können...

Von daher, gerade wenn du auf das Geld angewiesen bist, wäre es im Moment gar nicht so falsch, wenn du schaust, ob und wie du deine Beschäftigung sichern kannst. Auch wenn der Bereich eigentlich nicht dein Wunschbereich ist. Was neues suchen und kündigen kannst du dann ja immer noch bzw. parallel, aber im Moment gilt halt echt "Sicherstellen und Weitersuchen", nicht "Erst mal kündigen / gekündigt werden und schauen, was passiert!"...

Bist Du noch in der Probezeit?

Wenn nicht - kannst Du nicht gekündigt werden.

Ich würde auf keinen Fall lügen. Stell Dir vor, es passiert was und Du fliegst auf.

Deine Cheffin wird nix mehr davon wissen, dass sie gesagt hat, dass Du Deinen Lebenslauf frisiert hast.

Ja bin ich.

Wenn ich Probleme bekomme, bin ich echt dran...

@tess891

Wie lange noch?

Eine Kündigung im Pflegebereich ist eher unwahrscheinlich.

@BBPB21

Ich bin auch nicht im Pflegebereich. Sondern im Bildungsbereich. Trotz allem ist die Fluktuation in der Firma sowieso riesig.

Lügen und Betrügen ist auch im sozialen, pflegerischen und medizinischen Bereich an der Tagesordnung.

Was ist also das Problem? Wer dabei nicht mitspielt, wird für blöd erklärt und fliegt, wenn möglich, schnellstens raus ... Das ist vergleichbar mit der ewigen Schwarzarbeit im großen Stil zu vieler Unternehmen.

Niemand kann dich zu einer falschen Äußerung zwingen. Schon gar nicht, wenn es um dein Arbeitsverhältnis geht. Das ist kein Kündigungsgrund. Es wäre viel eher ein Kündigungsgrund, wenn du lügst!

Ist deine Chefin befugt, Kündigungen auszusprechen? Wenn ja und du bekommst tatsächlich eine Kündigung, dann beschwere dich über sie bei euren Vorgesetzten.

sie ist die Vorgesetzte, die oberste in der Rangordnung ;)

@tess891

Sage ihr, du hättest Angst, dass das überprüft werden würde. Dann stehst DU nämlich als Lügnerin da und mußt die Konsequenzen alleine tragen und nicht sie. Ich finde, dass deine Chefin zur Personalführung völlig ungeeignet ist. Eine Vorgesetzte dürfte soetwas nicht von ihren Untergebenen verlangen und erwarten.

@Mignon5

Ja, bei meinem Abteilungsleiter ist das angekommen und er versteht das, es gibt keine direkte Kommunikation zwischen der Chefin und mir, die Rangfolge wird eingehalten

Ich würde das nicht machen, ich denke mal das dass auch Dokumentenfälschung währe weil du die Erfahrung ja auch überhaupt nicht besitzt

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