Chef zwingt Urlaub zu nehmen, darf der das?

5 Antworten

Nein, darf er nicht.

Hier versucht der AG den Annahmeverzug nach § 615 BGB zu umgehen, indem er die MA in Urlaub "schickt". Das ist nicht erlaubt.

Der AG kann zwar bis zu 3/5 des Jahresurlaubs für z.B. Brückentage, Betriebsferien usw. "verplanen" und Urlaub anordnen, das muss er aber einige Monate im Voraus tun, damit die AN ihren Urlaub planen können.

Zwei Tage vor der Schließung geht nicht einmal bei der "Arbeit auf Abruf" nach § 12 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Hier steht dass der AG dem AN mindestens vier Tage im Voraus mitteilen muss, wie er zu arbeiten hat (oder eben nicht).

Zur Frist gehört weder der Tag der Ankündigung, noch der Tag an dem gearbeitet werden muss.

Beim Annahmeverzug verhält es sich so, dass ein AN arbeiten will, der AG ihn aber nicht arbeiten lässt, weil keine/zu wenig Arbeit da ist und in diesem Fall wegen der Umbauarbeiten nicht gearbeitet werden kann.

Das ist allerdings das Betriebsrisiko des AG und nicht des AN. Deshalb muss der AN so bezahlt werden, als hätte er gearbeitet. Minusstunden dürfen nicht entstehen, nacharbeiten muss man nicht und Urlaubsverrechnung ist schon gar nicht erlaubt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das ist natürlich einleuchtend! Aber soll man denn mit dem AG in Konflikt geraten wegen 2 Tagen?

@emily2001

Es geht um 6 urlaubstage

@Sorvahr

Das war aber nicht ganz klar bei deiner Ausführung...

@emily2001

Ja entschuldige bitte ^^

@Sorvahr

"Angekündigt wurde es zwei Tage vorher"... Dich trifft keine Schuld, ich hatte mich sowieso verlesen! Aber du hattest auch "sowieso" keine weiteren Angaben über die genaue Anzahl der vorgeschriebenen Urlaubstagen gemacht... Aber egal, wir haben beide erfahren, daß diese Art von Zwangsbeurlaubung nicht gestattet ist...

Alles Gute, Hauptsache, wir lernen etwas dabei...

Emmy

Wenn es betriebsbedingt erforderlich ist, darf der Chef meiner Meinung nach auch Urlaub anordnen!

War bei uns in der Ausbildung auch so, da hatte das Berufsförderungswerk im Sommer Betriebsferien und wir Azubis der Aktion 💯 mussten an diesen Tagen Urlaub nehmen...

Gruß

Betriebsferien, die schon am Jahresende angekündigt werden, ist aber was anderes als ein Urlaub, der ohne Vorankündigung vom Betrieb verordnet wird.

Wenn es betriebsbedingt erforderlich ist, darf der Chef meiner Meinung nach auch Urlaub anordnen!

Die beschriebene Maßnahme berechtigt den Arbeitgeber zur Anordnung von Zwangsurlaub!

Hallo,

er zwingt euch nicht!

Er hat das Recht, Umbaumaßnahmen durchzuführen!

Willst du etwa den Putz und den Staub auf dem Kopf haben?

Freue dich über die unerwartete Freizeit, genieß die Sonne und die Natur...

Emmy

Ich würde gerne meinen Urlaub selbst planen und ein bisschen Zeit vorher haben was zu planen oder buchen. Wie soll das bei so wenig Ankündigung denn gehen?

er zwingt euch nicht!

Selbstverständlich zwingt er die Arbeitnehmer, wenn er rechtswidrig Urlaub anordnet und verrechnet!

Er hat das Recht, Umbaumaßnahmen durchzuführen!

Das bestreitet niemand - er darf deswegen die Arbeitnehmer aber nicht in Zwangsurlaub schicken!

Siehe dazu die richtige Antwort von Hexle2!

Normalerweise nicht, manchmal ist es aber sinnvoll seiner Firma zu helfen, wenn sonst alles OK ist.

Natürlich darf er das.
In der Gastronomie ist sowas sogar üblich.

Quelle: https://www.arbeitsrechte.de/zwangsurlaub/

Kurz & knapp: Zwangsurlaub
Zwangsurlaub ist angeordneter Erholungsurlaub durch den Arbeitgeber.
Zwangsurlaub sollte nur aus dringenden, betrieblichen Gründen erfolgen.
Optional zum Zwangsurlaub kann unter anderem Kurzarbeit veranlasst werden.

Grund bei euch:

  • bei Nicht-Betriebsfähigkeit von Unternehmen ohne Eigentümer (zum Beispiel Arztpraxen)
Zwar gebe es keine gesetzlich geregelte Ankündigungsfrist, nach gültiger Rechtsprechung müsse der Vorlauf aber „im Rahmen des Zumutbaren“ sein, erklärt der Arbeitsrechtler: „Ein halbes Jahr würde ich mindestens ansetzen.“ Besser sei ein Jahr.

Hier in beispiel geht es aber um eine 2 Wochen-Schließung und somit eine Urlaubsplanung.

Am Ende gilt eh: Willst du deshalb den Arbeitgeber verklagen? Dann bist bald Arbeitslos :D

Das sehe ich anders. Dein Beispiel "bei Nicht-Betriebsfähigkeit von Unternehmen ohne Eigentümer (zum Beispiel Arztpraxen)" ist lange vorher planbar und kann dem Arbeitnehmer frühzeitig mitgeteilt werden. So kann er seinen Erholungsurlaub auch zeitig planen und zur Erholung nutzen. Das kann er nicht, wenn der Urlaub zwei Tage vorher angeordnet wird. Der Chef hätte seine Umbaumaßnahmen ja langfristiger planen können.

Sollte es um einen unvorhersehbaren Zwischenfall handeln, dann gilt aus dem von dir zitierten Link:

"Denn Auftragsmangel oder Störungen im Betriebsablauf legitimieren den Zwangsurlaub nicht."

Und dein Kommentar: "Willst du deshalb den Arbeitgeber verklagen? Dann bist bald Arbeitslos :D"

...geht lediglich wieder einmal in die Richtung "Arbeitsgesetze gelten dann nicht, wenn es dem Chef so passt und er dich erpresst."

Natürlich darf er das.

Das ist schlicht und einfach falsch - und erst recht nicht "natürlich"!

Siehe dazu die einzige richtige Antwort von Hexle2 (und selbstverständlich den zutreffenden Kommentar von PeterSchu)!

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