Chef teilt Urlaub ein?

5 Antworten

Nein, darf sie nicht.

Der AG darf zwar 3/5 des Urlaubs vorgeben, aber nur wenn es sich z.B. um Brückentage oder Betriebsurlaub handelt. Außerdem muss das rechtzeitig bekannt gegeben werden und mit rechtzeitig geht man von einem Zeitraum von mehreren Monaten aus.

Deine Chefin sollte sich mal das Bundesurlaubsgesetz anschauen. Hier steht dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswünsche des AN zu berücksichtigen sind.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt im Arbeitsrechtkommentar zum § 7 Bundesurlaubsgesetz zur Einseitigen Festlegung des Urlaubszeitpunktes durch den AG:

"Erteilt der AG Urlaub, ohne vorher nach den Urlaubswünschen des AN zu fragen, kann der AN die Annahme der Arbeitsbefreiung verweigern, ohne in Annahmeverzug zu geraten.

Er kann einwenden, dass ihm Urlaub zur Unzeit gewährt werden soll. Dabei braucht dem AN kein wichtiger Grund zur Seite zu stehen. Es ist ausreichend, wenn er auf eine von den Vorstellungen des AG abweichende Urlaubsplanung verweist.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn der AN den Urlaub in die Kündigungsfrist legt und diese so kurz bemessen ist, dass der Urlaub nur in dem vom AG bestimmten Zeitraum gewährt werden kann.

Dann kann der AN die Annahme der Freistellung nicht verweigern, um bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abgeltung des Urlaubs zu erlangen."

Wenn Deine Kollegen mit der Vorgehensweise der Chefin auch nicht einverstanden sind, tut Euch zusammen und redet mit ihr. So einfach wie sie sich das vorstellt, geht es nicht. Das geht über das Direktionsrecht des AG hinaus.

Grundsätzlich darf ein Arbeitgeber über 3/5 des Jahresurlaubs des Arbeitnehmers verfügen (Richtwert Bundesarbeitsgericht) - das bezieht sich aber i. d. R. auf allgemeine Betriebsferien oder auch auf einzelne Tage, an denen das Unternehmen geschlossen werden muß.

Grundsätzlich müssen dringende betriebliche Belange vorliegen.

Hier wird ja die Tankstelle nicht geschlossen und es sind auch keine Betriebsferien - daher kann der ArbG nicht einfach Urlaub anordnen.

Es ist ebenso nicht zulässig Urlaub anzuordnen, wenn eine "ruhige Zeit" ansteht oder Auftragsmangel herrscht - das geht dann nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers.

§ 7 Abs. 1 BUrlG regelt, dass der Arbeitgeber bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs grundsätzlich die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen muss.

Nach § 7 Abs. 1 2. Halbsatz BUrlG gibt es eine Ausnahmeregelung davon, wenn betriebliche Belange oder vorrangig zu berücksichtigende Urlaubsansprüche anderer Arbeitnehmer (Schulferien für die Kinder, Urlaub des Ehepartners, gesundheitliche Gründe o. ä.) dem Urlaubswunsch entgegen stehen.

Die einseitige Festlegung der Urlaubstage durch den Arbeitgeber ist in der Regel daher unzulässig.

Ich würde mal mit der Chefin reden und sie fragen warum sie den Urlaub gerade so festgesetzt hat und ihr Deine Urlaubswünsche mitteilen. Auch als Aushilfe hast Du ein Recht darauf Deinen Urlaub "im Stück" zu nehmen.

Sinn eines Urlaubes ist es, sich zu erholen und von daher macht das keinen Sinn. Erst nach zwei Wochen kann sich ein Mensch überhaupt erholen, drei Wochen an einem Stück sind besser.

Wahrscheinlich wollte sie nicht, dass ihr soviel Urlaub ansammeln könnt, das ist nicht gestattet. Würde sie das öfter machen, hätte ja kein Mitarbeiter mehr die Möglichkeit für ein paar Wochen zu verreisen.

Da müsst ihr Euch wehren. lg Lilo

ich habe meinen Urlaub geplant, eingereicht und sie hat ihn auch bewilligt. Ich habe im Juni eine Reise gebucht und die werde ich antreten.

Der 1. Mai ist ein gesetzlicher Feiertag. Ich kann mich irren, aber ich glaube nicht, dass deine Chefin den Tag als Urlaub anrechnen darf. Außerdem sollten Urlaubtage nicht vom Arbeitgeber alleine festgesetzt werden. Die Mitarbeiter sollten sich alle zusammentun und der Chefin mitteilen, dass ihr das nicht mitmacht.

... ich arbeite an einer Tankstelle,die 24 Stunden geöffnet ist ...

An solchen Tanken sind Feiertage auch Arbeitstage.

@NSchuder

Hm - kann ein Gesetz von einem Arbeitgeber augehebelt werden? Ich bin mir nicht sicher.

@NSchuder

falsch, siehe oben

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