Muss man Bußgeld bei der DB wegen Schwarzfahren bezahlen, wenn man bei dem Automaten nur mit Karte zahlen kann, aber keine Karte hat?

11 Antworten

Die DB schreibt dazu:

Bei technischen Störungen oder Beschädigungen melden Sie bitte die Störung telefonisch unter Angabe der Automatennummer/ Entwerternummer bzw. des Standortes des Automaten/ Entwerters an unsere Störungshotline. Die Automaten- / Entwerternummer und die Telefonnummer sind an jedem Automaten angebracht. Versuchen Sie, auf einen anderen Automaten /Entwerter auszuweichen. Steht kein anderer Automat zur Verfügung, die Störungshotline hat die Störung aufgenommen und es besteht keine andere Möglichkeit, eine Fahrkarte zu erwerben (z. B. im Reisezentrum) oder zu entwerten, steigen Sie in den Zug ein und melden Sie sich sofort und unaufgefordert beim dortigen Zugbegleitpersonal. Teilen Sie ihm die Umstände mit, warum Sie keine Fahrkarte lösen oder entwerten konnten und die Automaten- bzw. Entwerternummer. Unser Prüfer wird Ihnen eine Fahrpreisnacherhebung mit einem entsprechenden Hinweis ausstellen. Die bearbeitende Stelle der Bahn wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.

http://www.bahn.de/p/view/service/vertriebswege/fahrpreisnacherhebung/uebersicht.shtml

Hat dein Freund bei der Kontrolle angegeben, dass der Automat kein Bargeld angenommen hat? Wenn das entsprechend vermerkt wurde, wird der Automat überprüft und man zahlt nur den normalen Fahrpreis.

Man ist natürlich nicht verpflichtet, mit einer Karte zu zahlen, aber es kann einem unnötigen Ärger ersparen.

Die 40 Euro sind übrigens kein Bußgeld sondern nur ein erhöhter Fahrpreis.

Dein Freund soll Widerspruch gegen das Bußgeld einlegen und genau beschreiben, wo er eingestiegen ist. Normalerweise kann man das Ticket, wenn man es nicht am Bahnhof bekommt, beim Schaffner kaufen. Allerdings muss erkennbar sein, dass man nicht schwarzfahren wollte. Das heißt, nicht hinsetzen, sondern auf die Suche nach dem Schaffner gehen, ihn ansprechen und das Ticket lösen. Erst danach soll man sich einen Stizplatz suchen, dann kommt man gar nicht erst unter Verdacht.

Dein Freund soll Widerspruch gegen das Bußgeld einlegen

Es handelt sich weder um ein Bußgeldverfahren, noch kann hier Widerspruch eingelegt werden (im Bußgeldverfahren wäre es ein Einspruch, hier ist es aber schlicht ein einfacher zivilrechtlicher Anspruch, der da behauptet wird).

"Und wenn man bei dem Automaten nur mit Karte zahlen kann, aber keine Karte hat und man dann im Zug eine Fahrkarte kaufen möchte, darf der Schaffner einen dann als "Schwarzfahrer" beschuldigen und ein Bußgeld ausstellen?" ... Fakt ist: Er hat kein Ticket gehabt und ist trotzdem mit der Bahn gefahren... also ist dies "schwarzfahren".

Er hat halt Pech gehabt, dass er an einen Schaffner geraten ist, der solche Stories einfach nicht glaubt. Die 40€ kann er als Lehrgeld sehen, sich vorher mit den Beförderungsbedingungen der Bahn vertraut zu machen und vorab sich ein Ticket zu kaufen.

wenn es nicht möglich war am bahnsteig ein ticket zu kaufen kann man das im zug nachholen allerdings unverzüglich nach dem einsteigen (also vor dem hinsetzen)

Mein Freund ist gerade mit dem Zug gefahren und er hat mir geschrieben, dass er ein Bußgeld von 40 Euro zahlen muss.

Nein, dort steht sehr wahrscheinlich nichts von einem Bußgeld oder einer Geldbuße, sondern von einem erhöhten Beförderungsentgelt.

Dafür, dass er keine Fahrkarte kaufen konnte, weil der Automat nicht richtig funktioniert hat, ist dein Freund im Zweifel beweispflichtig. Ob im Zug überhaupt Fahrkarten verkauft werden, regeln die jeweiligen Beförderungsbedingungen, ggf. die des Tarifverbundes.

darf der Schaffner einen dann als "Schwarzfahrer" beschuldigen und ein Bußgeld ausstellen?

Er wird sicherlich "nur" behaupten, dass dein Freund ohne gültigen Fahrausweis war, als er im Zug kontrolliert wurde. Und das ist ja durchaus zutreffend. Ferner wird man den Beförderungsbedingungen entnehmen können, dass ein Fahrausweis vor Beginn der Fahrt zu kaufen und zu entwerten ist. Und ein Bußgeld hat er nicht "ausgestellt".

Nein, man ist nicht verpflichtet, einne Karte zu haben, aber man ist verpflichtet, ein Ticket zu haben. Man muß sich eben rechtzeitig darum kümmern. Alles weitere ist Kulanzsache. Aber das Recht ist auf der Seite der DB.

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