Bürgschaft / Privatinsovenz

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

erstmal würde ich Dir raten, auf jeden Fall zu einem Anwalt zu gehen, weil das so ein spezieller Fall ist, dass jedes Halbwissen was hier gepostet wird, für Dich nur ein Risiko darstellt.

Grundsätzlich hast Du ganz sicher einen Fehler gemacht, dass Du dem Insolvenzverwalter die Bürgschaft nicht gemeldet hast. Aber das Kind ist nun schon in den Brunnen gefallen und für das Verfahren stellt es kein Problem mehr dar.

Meine persönliche Vermutung ist, dass die Restschuldbefreiung nicht greift, weil während der Insolvenz die Schuld noch nicht bestanden hat. Das ist aber eher meine persönliche Meinung. Theoretisch gibt es nämlich in der Insolvenzordnung den § 46 Wiederkehrende Leistungen. Der gilt für Verträge, die vor der Insolvenz geschlossen wurden und andauern.

Die Bank wird nämlich nicht beweisen können, dass Du die Bürgschaft vorsätzlich vergessen hast. Schon alleine deshalb, weil es so lange her ist und Du ja bisher nichts zahlen musstest. Und dann könnte man argumentieren, dass der $ 46 gilt und die Bürgschaft erloschen ist. Zudem kommt nämlich, dass wegen der Insolvenz die Bank eigentlich Deiner Freundin hätte mitteilen müssen, dass Du wegen der Insolvenz als Bürge nicht mehr tauglich bist und dann hätte Deine Freundin entweder einen neuen Bürgen besorgen müssen, oder der Kredit hätte gekündigt werden müssen. Der Anwalt könnte daher auch noch prüfen, ob die Bürgschaft ab der Insolvenz sittenwidrig war.

Nimm Dir einen Anwalt, idealerweise einen, der auf Insolvenzrecht spezialisiert ist und besprich den Fall mit ihm. Wahrscheinlich wird es auf ein Gerichtsverfahren hinauslaufen. Könnte aber sein, dass Deine Karten gar nicht so schlecht stehen.

Viel Glück

Jepp, die Forderung ist neu. Bürgschaften, aus denen man noch nicht in Anspruch genommen wurde, fallen nicht unter die Restschuldbefreiung, weil noch keine Schuld bestand. Aber das ist schon ziemlich link von der Bank.

Wenn du in deinem Insolvenzverfahren, diese Bürgschaft "vergessen" hattest, ist das Insolvenzverfahren an sich schon hinfällig. Dann hast du ja mit falschen Karten gespielt

Diese Bürgschaft ist zu sehen wie ein selbst abgeschlossener Kredit und hätte in Deiner Privatinsolvenz angemeldet werden müssen. Das ist jetzt ein großes Problem. Du bist für die Bürgschaft auf jeden Fall in die Haftung zu nehmen.

Du musst dafuer aufkommen, weil das neue Schulden sind und diese ja nicht bei der Privatinsolvenz mit beruecksichtigt werden konnten. Sie waren ja zum Zeitpunkt des Antrages auf Privationsolvenz, also vor 6 Jahren noch nicht vorhanden.

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