Bringt ein Rechtsanwalt immer etwas?

10 Antworten

Es gibt auch viele, die keinen Rechtsanwalt nehmen. Meistens sogar in Strafrechtsfällen, bei denen die Angeklagten den ernst der Situation nicht richtig einschätzen.

Natürlich kann es taktisch auch Klug sein, wenn man eindeutig überführt wurde und auch gestehen will, daß man dann die Kosten niedrieg hält und nicht zusätzlich noch Anwaltskosten auf sich nimmt.

Aber generell ist es ja so, daß es für jede Straftat einen Strafrahmen gibt. Und selbst wenn man überführt ist, ist es nicht verkehrt, wenn man jemanden an der Seite hat, der vom Fach ist und auch auf rechtlicher Basis zu gunsten seines Mandanten argumentieren kann. Dieses "höchstens eine Geldstrafe" ist ja entscheidend. Auch die will man gering halten, gerade wenn es darum geht, ob es mehr oder weniger als 90 Tagessätze werden. Und nur wenige sind vom Fach und nehmen deshalb einen Rechtsbeistand. Außerdem kann ein Verteidiger auch gezielte Fragen an die Zeugen stellen, auf die ein Nichtjurist gar nicht kommt, weil er gar nicht weiß, daß dies entscheidend sein kann.

Ich habe ein Verfahren am Hals wegen versuchter Nötigung, es würde behauptet dass ich am Telefon jemand genötigt haben soll und habe ein anhörungsbogen erhalten wo meine heimatadresse drauf stand weil ich nicht wusste um was es geht habe ich drauf geschrieben, dass ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht in der x Stadt war und geschrieben dass ich nicht weiss um was es geht, stand nur versuchte Nötigung drauf und den anhörbogen hab ich wieder zurückgeschickt.

Dann habe ich 1600 Euro Strafe bekommen, habe dann alles zu der Sache geschrieben und habe dann geldauflage mit Einstellung von 600euro. Hab dann auf Antrag Arbeitsstunden gestellt die mir bewilligt wurden und bekam 60 Arbeitsstunden.

Was kann mir jetzt der Rechtsanwalt noch helfen. Glaubst du wenn ich Rechtsanwalt nehme bekomme ich einen Freispruch.

Warum soll ich auf die Fragen nicht kommen.

In erster Linie würde ich auch die Fähigkeiten des jeweiligen Anwaltes in den Vordergrund stellen. Dann glaube ich, dass man auch bei den jeweiligen Gerichtsbarkeiten unterscheiden muss. Ich hatte beruflich schon viel mit Jugendstrafrecht und Familienrecht zu tun (Jugendamt). Bei kleinen Fällen im Rahmen des Jugendstrafrechts sehe ich keine Notwendigkeit für einen Anwalt, bei größeren Fällen durchaus, im Erwachsenenstrafrecht halte ich den Rechtsbeistand auch generell für förderlich. Im Familienrecht habe ich schon so viele unfähige Anwälte erlebt, welche die Situation für alle Beteiligten noch viel schwerer gemacht haben, hier sehe ich auch zumindest in ganz vielen Fällen keine zwingende Notwendigkeit für einen Anwalt. Wenn man aber über gute finanzielle Mittel verfügt, kann ein fachlich kompetenter und mit guter Menschenkenntnis ausgestatteter Anwalt immer förderlich sein.

In erster Linie würde ich auch die Fähigkeiten des jeweiligen Anwaltes in den Vordergrund stellen.

Ok, aber wie soll man vorab beurteilen können, ob ein Anwalt "fähig" ist oder nicht? Gibt es da auch solche Bewerungsportale oder dergleichen?

In vielen Fällen braucht man ja auf die Schnelle einen Anwalt und hat da meist keine Zeit und Nerven, vorab noch lange nach dem vermeintlich "besten" Anwalt zu suchen.

@Franz577

es gibt solche Bewertungsportale- allerdings hab ich keine Ahnung wie aussagekräftig die sind.

Wenn du Dreck am Stecken hast, kann ein Anwalt wohl eher selten seine Kosten wieder einspielen ; - ) Wenn es um eine Führerscheinsperre oder Auswirkungen in den Beruf geht, lohnt sich da schon eher ein Griff ins Portemonnaie.

Wenn du Dreck am Stecken hast

Was genau verstehst du darunter?

@Franz577

Bei vielen Delikten gibt es quasi keinen Spielraum. Da sind Tagessätze vorgesehen und die werden anhand deines Nettoeinkommens berechnet. Wenn die Tat also bewiesen ist: zahlen und abhaken.

@Still

Ach so, ok. Das mit dem Nettoeinkommen würde mich auch mal interessieren. Wird man da vor Gericht wirklich danach gefragt und muß darüber Auskunft geben? Oder muß man dem Gericht die letzte Lohnabrechnung vorlegen? Bei öffentlichen Verhandlungen sitzen ja auch noch Zuschauer im Gerichtssaal und die würde es doch eigentlich nichts angehen, wie hoch das Einkommen des Angeklagten ist.

@Franz577

Das muß man sich als Täter vorher überlegen ; - ) Wenn man keine Angaben macht, darf der Richter das Einkommen auch schätzen, was nicht unbedingt von Vorteil für den Angeklagten sein dürfte.

@Still
Das muß man sich als Täter vorher überlegen ; - )

Naja, was heißt "Täter"? Vor Gericht ist man erstmal nur der Angeklagte. Ob zurecht oder nicht, ist da ja noch gar nicht entschieden. Und sofern einem eine Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, bleibt dem Gericht nur der Freispruch. Und natürlich erst recht bei erwiesener Unschuld. Da wurde die Angabe zum Gehalt aber schon gemacht und falls dies im Beisein der Öffentlichkeit geschehen ist, finde ich das eben nicht richtig. Solche Details gehen nur das Gericht etwas an, aber nicht die Öffentlichkeit.

Fakt ist: Geht es vor Gericht, ist es immer ratsam, sich einen Rechtsbeistand an die Seite zu nehmen. Der Anwalt darf nur nach der vorgegebenen Gebührenordnung abrechnen. Selbstverständlich kannst Du Dir über die Rechtsanwaltskammer mehrere Anwälte empfehlen lassen, die für Deinen Schwerpunkt vertretbar sind. Die meisten Anwälte nehmen alles an, um zu verdienen; das würde Dir nichts einbringen. Ein guter Anwalt kann Dir dementsprechend in etwa voraussagen, wie das Ergebnis sich bei Gericht herausstellen könnte. Ein Beratungsgespräch mit einem von Dir ausgewählten Anwalt könnte für Dich die Antwort konkretisieren, ob Du nun einen Rechtsbeistand nutzen möchtest oder nicht.

Viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung.

*Liebe Grüße

Piwi Bommel*

Was bringt einem einen RA empfeheln zu lassen? Du schreibst richtig allgemeines Geschwafel. Was bringt dir eine Voraussage wie das Verfahren ausgeht. Zahlst 150 Euro dass du besser schlafen kannst oder wie stellst du dir das vor?

Ein Rechtsanwalt bringt überhaupt nur was, wenn er überhaupt einigermaßen fähig ist. Ein unfähiger Anwalt im Gegenteil kann noch zusätzlichen Schaden anrichten.

Wenn z.b. ein Anwalt eine Frist versäumt, ist beim Gericht , wenn ein Anwalt eingeschaltet wurde, sicher keine Gnade zu erwarten.

Ob es sinnvoll ist , einen Anwalt einzuschalten, hängt neben Deinen Überlegungen in erster Linie davon ab, ob man überhaupt einen FÄHIGEN Anwalt zur Hand hat.

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