Brief von real inkasso wegen sky woran kann es liegen?

7 Antworten

Davon ausgehend, dass die Forderung von Sky bzw. Realinkasso ungerechtfertigt ist, es also keine ausstehenden Verbindlichkeiten gibt. 

1. Lt. Fragesteller erfolgte die fristgemässe Sky-Abonnement-Kündigung im Juni 2015. Wurde der Kündigungseingang JEMALS durch Sky bestätigt? 

Wenn ja, dann hoffentlich noch das entspr. Sky-Bestätigungsschreiben vorhanden. 

Lt. Fragestellerin erfolgten keine Mahnschreiben etc..Auch dies wäre im Zweifelsfall rechtl. klärungsbedürftig. 

Zur sofortigen Aktivierung ohne z.B. vorangegangene Mahnungen, gerichtl. Mahnbescheide etc..von Inkassounternehmen durch Gläubiger heisst es u.a. 

Urteil des LG Berlin, AZ: 20 0 63/95 heißt es:
Die Kosten fürs Inkassobüro trägt d. Gläubiger. Wer Schulden hat und sofort durch ein Inkassobüro zur Zahlung aufgefordert wird, braucht die sehr teuren Gebühren nicht zu bezahlen. Mit der Beauftragung des Inkassobüros hat d. Gläubiger es sich zu leicht gemacht und gegen seineSchadensminderungspflicht verstoßen. Er hätte den Betrag erheblich kostengünstiger perMahnbescheid
 anfordern können.“

Heisst im konkreten Sky-bzw. Realinkasso-Fall: 

- über einen längeren Zeitraum wurden lt. Fragestellerin keine Mahnschreiben verschickt was im Zeitverlauf die angebl. Forderungssumme immer höher werden liess

- UND wohl ohne vorangegangene Mahnschreiben SOFORT ein Inkassobüro zu aktivieren

hiesse für Sky dass sie m.E. zumindest teilweise nicht ihrer Schadensminderungspflicht nachkamen. Ein gerichtl. Mahnbescheid anstelle des Inkassobüros wäre im Zweifelsfalle (auch im Interesse des Schuldners) billiger gewesen. 

Hier müsste sich Sky m.E. also zumindest teilweise ein mitschuldhaftes Verhalten anlasten lassen. 

Allein zur zeitl. Fristwahrung SOFORT bei Realinkasso Einspruch einlegen. Parallel dazu 

2. Vorsichtshalber alle Kontoauszüge (soweit möglich) deines Bankkontos seit der Sky-Kündigung sichern. Dient als Nachweis dass du alle Zahlungen geleistet hast. 

3 . Liegen dir alle entspr. Unterlagen (erwähntes Sky-Kündigungs-Bestätigungsschreiben, Kontoauszüge etc..) vor? Wenn ja dann

Unter Querverweis auf dir vorliegende Unterlagen bei Sky selbst als auch erneut bei Realinkasso Widerspruch wegen der ungerechtfertigten Forderung erheben. 

4. Mit der Forderungshöhe über rd. 935 Euro befindest du dich in "guter Gesellschaft". Schon bei einer Web-Schnellsuche mit "sky realinkasso" aufgrund deiner Frage wurde ich bei Onkel Google mehr als fündig. 

Es finden sich div. Parallelfälle über ähnliche Summen und wohl ungerechtfertigte Geldforderungen zwischen rd. 800 - rd. 900 Euro durch Sky bzw. Realinkasso. 

Auch in diesem GF-Portal sind div. Postings zum Thema "Sky und Real inkasso" auffindbar. 

Widersprüche gegen diese Forderungen ignorieren Sky bzw. Realinkasso lt. div. Webeinträgen zumindest teilweise. 

In einem Fall reagierte und verzichtete Sky auf eine wohl ungerechtfertigte Forderung erst auf ein Anschreiben der Verbraucherzentrale. 

5. Damit Sky wegen dem wohl noch nicht zurückgeschickten Receiver auf "dumme Gedanken" kommt: Den Receiver am besten umgehend per Einschreiben + Rückschein zurückschicken. 

6. Die Real inkasso-Kosten sind m.E. zu hoch angesetzt. Querverweis auf 

http://www.peter-kehl.de/ratgeber/verzugskosten/

Lt. hier auffindbarer Tabelle dürften bei einer Grundforderung über 790 Euro durch das Inkassobüro nur rd. 84,50 Euro und nicht lt. Fragestellerin Inkassokosten über rd. 124 Euro berechnet werden. 

Im übrigen dürfen Inkassokosten lt. Gesetzsprechung nicht über den Gebührensätzen von Rechtsanwälten liegen. Querverweis u.a. auf 

    §4, Nr. 5 Rechtsdienstleistungsgesetzt, wo geregelt ist, dass Inkassogebühren die Kosten, die ein Anwalt für dieselbe Tätigkeit verlangen müsste, nicht überschreiten dürfen,
    §13 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), der diese Gebühren abhängig von dem im Raum stehenden Streitwert reguliert und Nr. 2300 der Anlage 1 zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetzt, die besagt, dass die entsprechenden Gebühren einen Gebührensatz von 1,3 nicht bzw. nur unter speziellen Umständen überschreiten dürfen.

Soviel zu diesem Posting bevor es noch länger wird aber dennoch irgendwie weiterhilft. 

Wurde der Kündigungseingang JEMALS durch Sky bestätigt?

Grundsätzlich ist eine Kündigung stets wirksam, da sie eine einseitige Rechtshandlung ist. Man muss nichts bestätigen. Natürlich wäre es gut, eine Bestätigung zu haben, damit man nachweisen kann, dass jemals eine Kündigung erfolgt ist. Da der Betrag von 700€ aber sogar bei nicht erfolgter Kündigung rechnerisch unmöglich ist (12 mal 34,95€ ist mal grob nur die Hälfte) und da, wie du richtig sagst, die nicht erfolgte Mahnung auch ein Indiz ist, dürfte das hier wohl nur Unfug sein.

Hier müsste sich Sky m.E. also zumindest teilweise ein mitschuldhaftes Verhalten anlasten lassen.

Das teilweise könnte man streichen. Liegt kein Verzug vor, sind Inkassokosten ganz grundsätzlich nicht durchsetzbar. Und ohne Mahnung liegt bei Sky auch kein Verzug vor. Die andere Argumentation ist natürlich auch völlig korrekt bei so großen Konzernen wie Sky.

zu 2) Genau, siehe auch meinen Einwand von oben, dass da rechnerisch etwas nicht stimmen kann, wenn man bis Ende gezahlt hatte.

zu 5) auch hier muss man streng genommen erst dann zurückschicken, wenn man dazu aufgefordert wird. Aber um Diskussionen zu vermeiden, stimme ich deiner Empfehlung zu.

zu 6) Bitte beachte: Die Tabelle ist veraltet; seit 2013 gibt es neue Tabellen. Rechnerisch kann das, was dort gefordert wird, theoretisch begründet werden. Allerdings diskutiert man hier maximal über eine Gebühr für ein Schreiben einfacher Art, denn das Inkasso erbringt weder eine Einzelfallprüfung noch eine Rechtsberatung und das wird auch nicht beauftragt. Das wären inkl. Auslagen maximal 28,80€. Siehe http://www.refrago.de/rechtsanwaltsgebuehrentabelle_nach_rvg-ab_01.08.2013.html

Aber selbst das ist wegen der allgemeinen Schadensminderungspflicht eher strittig (und wegen §4 RDGEG Absatz 5 Satz 2).

Kannst du die fristgerechte Kündigung nachweisen?

Entweder bist du einer berechtigten Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen. Oder das Inkassoschreiben ist ein Fake. Was genau steht in dem Brief und sind die Vorwürfe denn zutreffend? Und sieht das Schreiben denn seriös aus?

Wahrscheinlich hast Du Deine Gebühr nucht bezahlt.

Hat deine Tastatur keine Satzzeichen? Groß- und Kleinschreibung beherrschst du auch nicht!

Kannst du den fristwahrenden Eingang (2 Monate vor Laufzeitende) der Kündigung bei sky nachweisen?

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