Brauche ich als Vermieter einen Zusatz in der Haftpflichtversicherung?

5 Antworten

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Die interessante Frage ist - wem gehört die Wohnung drunter :-)

Wenn dem Vermieter das gesamte Haus gehört sind Schäden am Gebäude, egal in welcher Wohnung (Wasser läuft nun mal nach unten, Feuer brennt normal nach oben...) über die entsprechenden Bausteine der Wohngebäudeversicherung abgedeckt.

Ist es ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen und jede gehört jemand anderem besteht im Normalfall ein kombinierter Gebäudeversicherungsvertrag der eben über die Eigentümergemeinschaft läuft und von der jeder seinen Anteil zahlt. Dann verhält es sich wie oben.

Ist das nicht so, Konstellationen gibts ja viele (Doppelhaushälfte zB.), kommt hier bei einem fiktiven Rohrbruch wieder der geschädigte "Dritte" ins Spiel. Das gilt ebenso was den Hausrat, das Inventar und ggf. Hotel- uoder Unterbringungskosten bei Unbewohnbarkeit der Wohnung für betroffene Mieter angeht, worauf die Frage vermutlich ausgerichtet war. In dem Fall wäre es für den Eigentümer der Wohnung in der der Schaden auftritt sinnvoll eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung zu haben, die entsprechende Regressforderungen bedient

Der normale Ablauf ist dann dass der Mieter den Schaden von seiner Hausratversicherung im vertraglichen Rahmen ersetzt bekommt, diese sich dann jedoch mit Regress an den "Verursacher" wendet. Hat der Mieter keine Hausrat, kann er sich direkt an den Vermieter bzw. dessen Haftpflichtversicherung wenden sofern vorhanden, Nachteil : die bezahlt nur den Schaden bzw. Zeitwert, NICHT den Neuwert wie die Hausrat.

Vorsicht : Ein Nachweis des Verschuldens ist nicht erforderlich, als Haus- oder Grundbesitzer besteht grundsätzlich ein vermutetes Verschulden (d.h. man muss beweisen dass man nicht Schuld hat, sog. Exkulpation) wenn jemand zu Schaden kommt -> Gefährdungshaftung! Eine entsprechende Versicherungsdeckung mach für JEDEN Vermieter Sinn.

Danke, das war sehr hilfreich!

Also, ein Rohrbruch richtet doch in anderen Wohnungen keinen Schaden an. Es sei denn, bei der Reparatur im Bereich des Fußbodens müssen die Handwerker auch an die Decke und auch das ordnet doch komplett die VGV.

Die Wohnung darunter kann so nass werden, dass das Wasser von der Decke tropft. Alles schon erlebt.

@taigafee

.... aber doch nur, wenn eine Wasserleitung bricht und Wasser auch ausläuft und dies kann ich aus der Frage nicht ersehen. Solche Schäden ordnet zudem die VGV, die sich ja jeder ET leistet, oder? Keiner wird so dumm sein, und solche Schäden über eine H zu ordnet, die ja auch lediglich den Schaden ersetzt und eine VGV bezahlt die Reparatur in voller Höhe.

Eine Gebäudeversicherung deckt nur die Schäden am eigenen Haus und sollte die Bausteine, Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Frost und Elementarschäden (Überschwemmung, Rückstau, Schneedruck, Erdbeben und Erdrutsch) beinhalten.

Fremdschäden sind über eine Gebäudeversicherung nicht abgedeckt und dazu gehört z.B. der Hausrat des Mieters, Personenschäden von Mietern, Personenschäden von Zeitungsausträgern die auf dem Bürgersteig gestürzt sind, weil der Hauseigentümer seinen Schnee oder Eis nicht geräumt hat.

Dafür wird eine Grundstück- und Gebäudehaftpflicht benötigt.

Merke beim Einfamilienhaus ist dies bereits in der Privathaftpflichtversicherung enthalten. Bei einzelnen Versicherungstarife ist dies auch für ein Zweifamilienhaus in der PHV enthalten.

Bei allen anderen Gebäuden sollte man eine ergänzende Grundstücks- und Gebäudehaftpflichtversicherung abschließen. Der Beitrag richtet sich meistens auf die Anzahl der vermieteten Wohnungen, bzw. Gewerberäumen.

Bei einer Ölheizung ist auch eine Gewässerschadenshaftpflicht zu empfehlen.

Und zusätzlich sollte man auch eine Glasversicherung abschließen, denn der Mieter muss hier nur leisten, wenn er oder seine Familie den Schaden verursacht hat.

Gruß A

Hallo,

als Vermieter sollte man eine GUTE Wohngebäudeversicherung mit den gewünschten Zusätzen und eine Haus & Grundbesitzerhaftpflichtversicherung haben.

Du solltest dir jedoch im Klaren darüber sein, dass man nicht jedes Risiko absichern kann. Jeder Schutz hat seine Lücken.

In dem von dir beschriebenen Beispiel, müsste erst mal ein „ Verschulden „ deinerseits festgestellt werden, bevor Du in der Verantwortung stehst.

Also wenn ich an einem Rohrbruch keine Schuld habe, muss der Wohnungseigentümer der beschädigten Wohnung darunter selbst haften?

@taigafee

So sieht es aus.

Zu empfehlen ist neben der Gebäudeversicherung eine Grundstücks-/Gebäudehaftpflichtversicherung.

Ob die aber solche Schäden übernimmt wage ich zu bezweifeln.

Die Gebäudeversicherung sollte auch Leitungswasserschäden beinhalten.

Ja, aber nur wenn es die äußeren Wände betrifft. Da hatten wir Glück, als ein Heizungsrohr leckte.

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