Bis wann kann ich ein Testament anfechten wenn ich Pflichtteilberechtigt bin?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Anfechtung des Testaments ihres Vaters erscheint mir gänzlich aussichtslos. Es liegt offenkundig weder ein Irrtum ihres Vaters vor noch hat er unter einer Drohung testiert. Nach § 2078 BGB sind das die einzigen Anfechtungsgründe. Ebenso aussichtslos halte ich, das Testament wegen fehender Testierfähigkeit des Vaters 20 Jahre nach der Eriichtung anzugreifen. Schließlich müssten Sie die Testierunfähigkeit beweisen. Mit den erwähnten Gutachten, die ebenfalls vor 20 Jahren erstattet wurden, wird das nicht gehen, es sei denn, die damals evtl. vorhamndene Testierunfähigkeit habe bis zum Lebensende des Vaters angedauert. Sie sollten sich mit dem Pflichtteil, also der Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils (allerdimngs "nur" in Geld !) begnühen. Diesen müssen sie aber gegenüber dem/den Erben ausdrücklich geltend machen, und zwar ínnerhalb drei Jahren nach dem Erbfall.

Notarielle Testamente anfechten ist sinnlos. Der Notar hat sich von der Testierfähigkeit überzeugt und das beurkundet, das wiegt schwerer als ein Vortrag eines enttäuscht Enterbten, der Verstorbene sei "psychisch krank".

Ein psychiatrisches Gutachten kannst du auch nicht mehr anfertigen lassen und die Krankheit als solche bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass er in den 15 Minuten beim Notar nicht wach, klar, und orientiert seinen neuen Willen unmissvertsändlich abgeben konnte :-)

Bei Tetamentsanfechtungen gilt immer noch der mutmassliche Wille des Erblassers, nicht was andere darüber denken.

Ist die Begründung der Enterbung plausibel, können Zeugen lebzeitig den Sinneswandel bestätigen, hast du auch bei einem wirksamen handschriftlichen neuen Testament keine Chance.

Meine Empfehlung: besser den Spatz in der Hand ...

Die Beerdigungskosten sind unabhängig von der Erbeinsetzung von den nächsten Angehörigen zu tragen. Das wärst du als Sohn - da du die Kosten aufbringen konntest, kannst du die eben nicht aus bloßer Enttäuschung auf die Erben ganz abwälzen. Wären das Geschwister oder Ehegatten, käme eine Teilung nach Einkünften in Betracht :-)

G imager761

Es ist kein notarielles Testament, lediglich eines beim Amtsgericht (oder sitzt dort ein Notar?).

Nach BGB sind die Erben für die Bestattung zuständig.

http://dejure.org/gesetze/BGB/1968.html

Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

Die Kosten der Beerdigung fallen den Erben zur Last. Sie sind nur dann von Unterhaltspflichtigen zu tragen, wenn sie nicht von den Erben zu erlangen sind.

Mein herzliches Beileid. - Schau doch hier mal, vielleicht macht Dich das schlauer : http://www.erbrecht-ratgeber.de/

L.G.

Vielen Dank. Aber ich finde einfach nichts über "Testament anfechten".

Rein rechtlich:

http://www.wf-kanzlei.de/wf-info/artikel/erb-und-erbschaftsteuerrecht/anfechtung-testament.html

könnte dir das weiterhelfen...

Rein moralisch: sollte man wissen, wann man verloren hat. Du bekommst immerhin deinen Pflichtteil.

Sorry, aber dein Vater hat vor 20 Jahren seinen letzen Willen niederschreiben lassen (vermutlich sehr wohl im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte). Du bescheinigst ihn eine psychische Krankheit aber das er dich als Alleinerbe bestimmt hat, nimmst du für Voll?

Irgend wie klingt das Ganze ziemlich wirr!!!!

Die Krankheit meines Vaters wurde von mehreren Psychologen bescheinigt. Er hat kurz nach der scheidung meiner Eltern und kurz nach dem aufenthalt in der psychatrie uns kinder enterbt - aus frust auf meine mutter (er hatte ihr damals damit gedroht). den links habe ich schon gelesen, kommt ja gleich wenn man googled.

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