Binerwischt worden mit 1,62 Promille. Was Passiert?

5 Antworten

Ab 1,1 Promille ist man absolut fahruntüchtig. Wenn man sich trotzdem ans Steuer setzt, macht man sich gem. § 316 StGB strafbar wegen Trunkenheit im Verkehr. Neben einer Geldstrafe wird das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis anordnen (§§ 69, 69a StGB).

Soweit du ansonsten nicht vorbestraft bist, bewegt sich eine Geldstrafe in der Regel bei 30-40 Tagessätzen. Die Höhe eines Tagesssatzes richtet sich nach deinem Nettoeinkommen und beträgt ein Dreißigstel hiervon.

Zugleich mit dem Entzug der Fahrerlaubnis wird der Richter anordnen, dass dir diese für einen bestimmten Zeitraum nicht wieder erteilt werden darf. Dieser Zeitraum liegt zwischen 6 Monaten und 5 Jahren (§ 69a Abs. 1 S. 1 StGB). Bei Ersttätern wird in der Regel eine Sperre zwischen 6-9 Monaten angeordnet.

Ich gehe allerdings davon aus, dass die Polizei dir vorläufig die Fahrerlaubnis entzogen hat. Diese Zeit wird angerechnet auf die Sperre (§ 69a Abs. 4 StGB). In diesem Fall beträgt die Mindestsperre dann "nur" noch 3 Monate.

Die Strafe ist Variabel und richtet sich danach was während dieser Fahrt noch alles passiert ist. Wurdest du einfach nur aufgehalten und es ist zu keinen Schäden gekommen wirkt sich das positiv für dich aus, entstanden Schäden an Sache oder Personen wird sich die Strafe sprunghaft nach oben bewegen.

Was dir sicher ist sind 3 Punkte und die MPU. Die Höhe der Geldstrafe wird erst ermittelt und die Dauer für den Entzug der Fahrerlaubnis ist ebenfalls variabel. Du kannst aber frühestens dann wieder fahren wenn du die MPU bestanden hast und du deinen Führerschein wieder beantragt hast.

Rechne mal mit mindestens 6 Monaten, wahrscheinlicher sind aber um die 10 - 12 Monate.

ok danke für die Antwort aber bestimmt nicht mehr wie 12 Monate oder?

@chris2323

Das kann ich dir nicht sagen, es kann auch länger gehen. Du kannst deinen Führerschein frühestens nach deiner Sperrfrist wieder beantragen, zudem musst du die MPU bestanden haben. Die MPU ist als Idiotentest bekannt und du wirst feststellen das besonders diejenigen die mit Drogen oder Alkohol im Kontakt sind es sehr schwierig haben. Die meisten Fallen beim ersten Versuch durch.

@chris2323

Und sind wir uns Ehrlich... 1,62 Promille sprechen bei der MPU nicht für dich, ganz im Gegenteil. Wer sich mit einem solch hohen Wert noch hinter ein Steuer setzen und fahren kann wird vor der MPU mit einem starken Alkoholproblem in Verbindung gebracht. Das macht es dir nochmal deutlich schwerer.

@peterobm

Nö, das kann auch mit kontrolliertem trinken klappen. Er ist ja so gerade eben in die MPU geschlittert. 0,03‰ weniger und es wäre keine MPU fällig.

@olfinger

Mit viel weniger kann man ja kaum (als Ersttäter) zur MPU kommen. Ist also ein "normaler" Wert für einen MPU-Kandidaten.

@ToxicWaste

Das ist so auch nicht ganz korrekt. Ich musste zwar erst noch mal nachlesen aber soweit ich das jetzt herausgefunden habe gilt hier in Bayern sowie in BaWü die MPU bereits ab 1,1 zu absolvieren. Ich habe mich auf den Wert verlassen der für mich zählt (bzw. zählen würde), das es hierfür zwei verschiedene Grenzen gab wusste ich aber nicht.

Natürlich gibt es noch andere Faktoren die zu einer MPU führen, aber hier geht es ja speziell um den Alkohol.

@olfinger

Da hast du keine aktuellen Informationen. Die Praxis einiger Bundesländer, ab 1,1‰ eine MPU zu fordern, hat das Bundesverwaltungsgericht vor kurzem gekippt. Mittlerweile ist es bundeseinheitlich ab 1,6‰ der Fall.

Die 3 Punkte sind egal. Die Fahrerlaubnis wird geschreddert. Wenn er eine neue nach der Sperrzeit bekommt, ist diese jungfräulich. 0 Punkte.

Ab 1,6 Promille: STRAFTAT – Verfolgung nach dem Strafgesetzbuch

Das Führen eines Fahrzeugs mit mehr als 1,6 Promille Blutalkoholgehalt gilt als Straftat (§316 Strafgesetzbuch) wegen absoluter Fahruntüchtigkeit. Zusätzlich geht der Gesetzgeber davon aus, dass ein Blutalkoholwert von 1,6 Promille nur erreicht werden kann, wenn der Organismus an die regelmäßige Aufnahme von Alkohol gewöhnt ist, wenn der Täter also häufig trinkt. Neben erheblichen Geldstrafen und drei Punkten im Fahreignungsregister wird die Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate entzogen. Der Führerschein wird nicht automatisch zurück gegeben. Zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis wird regelmäßig das Bestehen einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) gefordert. Die Geldstrafen werden nach dem Einkommen bemessen (Tagessätze). Die Strafen liegen je nach Schwere des Vergehens bei einem oder mehreren Monatsnettogehältern. Erfolgt im Zusammenhang mit einer Trunkenheitsfahrt eine Gefährdung des Straßenverkehrs (§315b oder 315c StGB), wirkt sich dies in der Regel strafverschärfend aus.

Quelle: https://www.bussgeldinfo.org/bussgeldkatalog/alkohol/

Fazit: kostet einen Haufen Geld, FE wird eingezogen, Wiedererteilung nach MPU.

Ab 1.1 Promille. Das wurde gesenkt vor einigen Jahren.

@uni1234

Ich weiß nur, dass einige Bundesländer das so gemacht hatten aber durch die Gerichte gebremst wurden.

In der FeV ist noch 1,6 geregelt.

Gerne andere Erkenntnisse.

@soissesnunmal

Eine Straftat ist es ab 1,1‰. Die MPU wird bundeseinheitlich ab 1,6‰ fällig.

@ToxicWaste

Danke. Diese Erkenntnis habe ich auch.

Du kannst dir schon mal ein Jahres-Abo für die Öffentlichen kaufen - mit mindestens einer Verlängerung.

Falls du deinen Führerschein wiederhaben willst, solltest du ab sofort keinen Aklohol mehr anrühren und auch keine verbotenen Substanzen konsumieren. Wenn du überhaupt eine Chance haben willst muss dein Urin absolut rein werden.

Das Problem ist, dass du damit eine Straftat begangen hast. Das gibt ein Gerichtsverfahren.

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