Betr. Wohnung: Sind Betriebskosten dasselbe wie Nebenkosten?

8 Antworten

Die Betriebskostenverordnung pflegt einen eigenen Kostenbegriff für Betriebskosten in § 1 Abs. 1 BetrKV: http://www.brunata-muenchen.de/eigentuemer/infothek/betriebskostenverordnung.html und unterscheidet dazu weitere, aber unvollständige "Nicht-Betriebskosten" (in Abs. 2), wie Verwaltungs-, Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten.

Bei der letzteren Gruppe fehlen in der BetrKV vor allem noch die Kapitalkosten (i. W. Zinsen für Fremd- und Eigenkapital), der Kapitalverzehr (z. B. Abschreibung), der wohnungsspezifische Anfall für Strom-, Telefon- und GEZ-Gebühren, vielleicht sogar auch noch die Hausrat- und Hausrechtschutzversicherung.

Alles zusammen könnte man als Nebenkosten bezeichnen. Gelegentlich werden Betriebs- und Nebenkosten synonym verwendet.

Vielfach hat sich sprachlich aber für Nebenkosten nur der "umlagefähige" bzw. "umgelegte" Teil der Betriebskosten herausgebildet. Die Umlagefähigkeit von Kosten ist aber m. E. kein definitorisches Merkmal der Betriebskosten, weil sie sich aus den einzelmietvertraglichen Regelungen ergibt. Die mietvertragliche Umlagefähigkeit einzelner Kosten kann sich bei den Mietverträgen bereits im gleichen Haus unterscheiden, geschweige denn beim Vergleich verschiedener Immobilien.

Die beiden gefragten Begriffe sollten also nicht unkritisch übernommen, sondern stets kritisch nach Inhalt hinterfragt werden. Für den Mieter kommt es natürlich in wesentlichen auch auf die gesetzlich zulässige Umlagefähigkeit und einzelvertraglich Umlage an.

Nein, natürlich nicht. Betriebskosten entstehen in Mietshäusern und können bei entsprechender Vereinbarung an die Mieter verteilt werden.

Nebenkosten sind alle Aufwendungen des Vermieters, also auch Verwaltungskosten, Bankgebühren (und auch die BK). Ein Eigentümer (Haus, Eigentumswohnung) kennt diese Begriffe eigentlich nicht. Aufgrund der gesetzgeberischen Vorgaben werden diese Dinger bei ihm Kosten und Lasten genannt und deshalb gibt es meist andere Mietverträge und meist, durch Unwissenheit der Mieter, entsprechenden Streß. Viele Gerichte meinen zudem, daß diese Mieter nicht schlechter gestellt werden dürfen in den AR und deshalb alle ET einer Wohnanlage nur eine einzige AR für alle Mieter der Anlage erstellen dürfen. Natürlich ist so etwas gar nicht umsetzbar und auch der Gesetzgeber verbietet diese Art der AR. Ein Vermieter darf danach nur die Kosten und Lasten verteilen, die ihm berechnet werden. Davon kann überhaupt nicht ausgegegangen werden, wenn fremde ET ihren Senf dazu geben. Aber die Mieter einer Eigentumswohnung sind fein raus und brauchen die Fälligkeiten nicht ausgleichen, so jedenfalls die (für mich unglaublichen) Entscheidungen der Leipziger Gerichte in einem Teilurteil. Alles Gute.

Wohnungswirtschaftlich bzw. betriebswirtschaftlich korrekt sind Nebenkosten und Betriebskosten zwei unterschiedliche Kostenfaktoren.

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die beiden Begriffe aber häufig synonym benutzt.

Ich kann die bis jetzt gegebenen Antworten nicht bestätigen, ich muss ihnen widersprechen, da sie nicht korrekt sind. Ein Blick in die „Betriebskostenverordnung“ (schlag nach bei google) offenbart das eindeutig. „Betriebskosten“ sind alle umlegbaren Kosten, die neben der Nettomiete vom Mieter eingefordert werden können (genaue Definition in der Verordnung nachzulesen). BETRIEBSKOSTEN ist also der Oberbegriff, in ihm sind die Hausnebenkosten zuzüglich Heizkosten enthalten.

Zu den Betriebskosten gehören u. a. Müllabfuhr, Grundsteuer, ggflls. Treppenhausreinigung und Winterdienst, Gartenpflege usw.

Zu den Nebenkosten kommen dann noch die Energieversorgung mit Wasser, Strom und Heizung hinzu.

Was möchtest Du wissen?