Besteuerung der teilweisen Erwerbsminderungsrente

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Grundsätzlich ist** jedes Einkommen** zu versteuern. Die meisten Rentner bemerken das aber nicht, weil die Renten zu gering sind. Die Rente wird mit dem Ertragsanteil versteuert. Dieser Ertragsanteil ist bei einem 65-Jährigen 50 % der Rente. Mit jedem Jahr, das man früher Rente bekommt, steigt dieser Ertragsanteil um 2 %-Punkte. So wäre bei einem 40-Jährigen also die komplette Rente zu versteuern. Wenn dann anderes Einkommen noch dazu kommt, ist regelmäßig Steuer nachzuzahlen. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer ja nur entsprechend dem Bruttolohn ab, was der Arbeitnehmer sonst noch für Einnahmen hat, kann er ja kaum wissen.

Ich bekomme 1/2 Erwerbsminderungsrent (434,-€), ich gehe in der Woche 20 Stunden arbeiten und verdiene dementsprechend hinzu. Insgesamt bekomme ich nicht mehr (im Gegenteil 100,-€ weniger) als ich noch 40 Stunden in der Woche gearbeitet hatte. Damals bekam ich regelmäßig vom EST-Ausgleich Geld zurück. Und nun soll ich drauf zahlen. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und für diese meine Rente eingezahlt. Ich bezahle anteilig immer noch für meine Rente ein... Wieso gehe ich eigentlich noch arbeiten. Ich habe mir die Krankheit nicht ausgesucht. Ich wäre gerne lieber gesund und würde wieder 40 Stunden die Woche arbeiten gehen. Ich soll für das Jahr 2010 810,-€ nachzahlen. Wie soll ich das denn machen? Ich kann mir auch gleich nen Strick nehmen - dann hat die liebe Seele ihre Ruh'.

Wenn dein Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt, werden Steuern fällig.

siehe Zitat:

Bis 2005 erfolgte die Besteuerung der Erwerbsminderungsrente mit dem sogenannten Ertragsanteil. Mit der Verabschiedung des Alterseinkünftegesetzes wurden die steuerlichen Regelungen geändert. Seitdem erfolgt die nachgelagerte Besteuerung. Dies bedeutet, dass beim Leistungsbezug der Fiskus zugreift. Für den Versicherten führt die Steuer zur einer Verringerung der Rente.

Dies bedeutet, dass im Rentenbezug der Fiskus zuschlägt, sofern der Grundfreibetrag aus dem Einkommensteuergesetz überschritten wird. Liegen die Zahlungen unterhalb des Freibetrages, müssen keine Steuern gezahlt werden. Die Steuerhöhe wird individuell ermittelt. Sie hängt vom Jahr des erstmaligen Renteneintritts ab. So unterliegen z.B. im Jahr 2010 60 Prozent der Rente der Steuer. Dieser Wert wird schrittweise bis zum Jahr 2040 auf 100 Prozent angehoben. Ab dann muss die Rente vollständig versteuert werden.

Der bei erstmaligem Renteneintritt festgelegte steuerpflichtige Anteil der Rente wird für die gesamte Dauer des Rentenbezugs festgeschrieben. Da die durchschnittliche Höhe der Erwerbsminderungsrente ca. 700 Euro pro Monat beträgt, ist ein Großteil der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit steuerfrei.

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