Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn

5 Antworten

War Interessant hier mal alles zu lesen, leider muß ich jetzt zur Arbeit, sonst hätte ich das, was ich sagen will, noch einmal überprüft und versucht zu belegen. Aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, daß sich da ganz offiziell etwas geändert hat im Verkehrsrecht und daß es sogar inzwischen vorgeschrieben ist, daß man auf dem Standstreifen (sofern vorhanden) weiterfährt und sich dann aber schnellstmöglich einfädelt. Verweise auf Urteile von 2003 mögen damiligen Rechts soch konform gegangen sein. Und wenn jetzt einer meint, dort anhalten zu müssen, habe ich auch ein gewisses verständnis dafür, weil es eben lange Zeit definitiv so vorgeschrieben war.

das hat nichts mit Rechtssprechung zu tun, sondern die Gesetze sind hier ganz eindeutig. Es ist keine Auslegungssache. Fakt ist nach wievor: Die Benutzung des Standstreifens zum Befahren ist generell verboten. Nur Noteinsatzfahrzeuge dürfen diesen Benutzen. Einzige Ausnahme ist, wenn Schilder aufgestellt sind, die ein Benutzen des Standstreifens erlauben oder sogar vorschreiben. Auch Bei Staus, darf man den Verzögerungsstreifen nicht zum Ausfahren benutzen

Es tut mir in den Augen weh, wenn ich die hier ach so gefestigten Meinungen lese. Fast jeder hier verkennt, dass es doch beinahe immer auf den Einzelfall ankommt.

Das Weiterbeschleunigen auf dem Standstreifen habe ich auch noch so in der Fahrschule gelernt. Es galt aber nur für den Fall, dass ein Einfädeln in den Verkehr nicht mehr möglich ist. Stehen zu bleiben auf der Beschleunigungsspur kann gefährlicher sein, als 50m weiter zu fahren, sofern dies gefahrenlos möglich ist.

Zu dem Urteil aus Gießen: Es darf nicht außer Acht gelassen bleiben, dass es sich hierbei um ein Landgerichtsurteil handelt. Noch dazu im zivilrechtlichen Rahmen und nicht bezüglich eines Bußgeldes. Dieses Urteil spiegelt nicht undbedingt die Rechtslage in Deutschland wider. Eine solche, absolute Rechtslage gibt es nämlich nicht immer. Höchstens, wenn der BGH sein "Machtwort" spricht, kann man von einer gewissen Rechtslage sprechen. Aber auch daran ist ein anderes Gericht nicht zwingend gebunden.

Es sei außredem noch anzumerken, dass Gerichtsurteile in den Median oftmals total unzureichend wiedergegeben werden. Auf Zeitungsberichte oder dergleichen gebe ich jedenfalls nichts mehr.

Im Falle dessen, dass ein Autofahrer ausreichend weit nach vorne blicken und übersehen kann, dass er niemanden behindert, gefährdet etc., sollte er definitiv den Standstreifen als Notfalllösung zum Einfädeln benutzen, sofern er das nicht konnte. Ansonsten läuft er Gefahr, dass andere, beschleunigende Fahrzeuge ihm von hinten reinknallen. Dadurch kann es zu einer (teilweisen) Sperrung der Autobahn und zu einer massiven Behinderung des nachfolgenden Verkehrs auf der Auffahrt und davor kommen. Mit anderen Worten: Der Verkehrsfluss ist dadurch schneller im Eimer, als anders herum.

Wenn ich das nächste Mal in der Bib bin und es nicht vergessen haben sollte, werde ich noch ein paar Verkehrsrechtskommentare wälzen und hier die eine oder andere Ergänzung schreiben.

Ich weiß nicht, wann du deinen Führerschein gemacht hast, aber heutzutage bekommt man seinen Führerschein nicht, wenn man weiter auf dem Standstreifen gefahren ist. Durchgefallen .... Siehe auch die Antwort von DaSu81

@guslan

Das war 1998 bei einem sehr fähigen Fahrlehrer. Darauf lasse ich nichts kommen.

Und um es zu verdeutlichen: Man sollte natürlich NUR dann auf dem Beschleunigungsstreifen weiter gasgeben, wenn man überblicken kann, dass ein Einfädeln daraufhin möglich ist.

@Ruedi

... Ansonsten nutzt man den Notstreifen als Fahrspur aus.

Dass einen bei einer solchen Aktion natürlich eine besonders hohe Sorgfaltspflicht trifft, muss ich wohl nicht gesondert erwähnen, oder?

So, falls noch jmd reinschaut hier die Antwort der jur. Abteilung des ADAC.

"Die Standspur darf nach ständiger Rechtsprechung nur in absoluten Ausnahmefällen (Glatteis, Unfall, entgegenkommender Falschfahrer) benutzt werden, da durch sie nur bezweckt werden soll, dass Fahrzeuge bei Not- und Unfällen abgestellt werden können. Zum Beschleunigen und Einfädeln darf sie allenfalls benutzt werden, wenn ein Unfall sonst unter keinen Umständen mehr vermieden werden kann. Grundsätzlich muss jedoch am Ende der Einfädelspur abgebremst werden, wenn die Einfahrt auf die durchgehenden Fahrstreifen nicht möglich ist."

DH!

Du darfst auf einer Autobahn grundsätzlich nicht stehenbleiben, ausser in dringenden und begründeten Ausnahmefällen! Und dieser Fall ist garantiert keiner! Idealerweise fährst Du auf der Standspur weiter, bis Du einscheren kannst. Man sollte aber lernen, den Verkehr so zu beobachten, dass man vom Beschleunigungsstreifen aus einscheren kann. Manchmal muss man auch nur den Fuß etwas vom Gas nehmen, um ein Fahrzeug vorbeizulassen und hinter ihm einscheren zu können, während man beschleunigt...

Falsch! Meie Freundin ist genau deswegen durchgefallen - nur weil sie weitergefahren ist. Sie hätte (laut Fahrprüfer) angeblich anhalten müssen.

@DaSu81

Das würde ich an ihrer Stelle anfechten! Diese Meinung des Prüfers ist lebensgefährlich! Oder es war nicht nur deswegen...

@MikeFFM

auf diese einschlägen urteile wäre ich nun gespannt. der gegenbeweis ist bereits angetreten.

@WhiteAngelmzg

Hoffentlich geht dieses schwachsinnige Urteil (aus Gießen, woher sonst...) in die nächste Instanz, denn es widerspricht, was das Anhalten betrifft, § 12, Absatz 1, Satz 3 der StVO!

@MikeFFM

das kann man natürlich nicht anfechten, da es eindeutig ist.

@Mismid

Man kann nahezu jedes Urteil anfechten! Woher hast Du eigentlich Deine haarsträubenden juristischen "Kenntnisse"?

@MikeFFM

klar kann man wenn man viel Geld übrig hat auch die aussichtsloseste Situtation anfechten. In dem Fall aber ohne jeglichen Erfolg, da das Gesetz hier eindeutig ist und keine Auslegungssache

@MikeFFM

öhm hallo??? die frist um in diesem urteil rechtsmittel einzulegen und um!!! und nur weil die rechtslage nicht deinem empfinden entspricht wird sie durch deine abenteuerliche argumentation nicht richtiger!

@WhiteAngelmzg

er verwechselt halt "halten" mit "warten"

@WhiteAngelmzg

@ WhiteAngelmzg: Stimmt, die 2003 hatte ich übersehen. Egal wie die Rechtslage sein mag (sollte sie tatsächlich so sein, wie mismid herumkrakeelt, ist sie dringend reformierungsbedürftig!), ich werde ganz sicher niemals am Ende einer Beschleunigungsspur anhalten und riskieren, dass mir irgend ein Träumer plötzlich auf der Rückbank steht, weil er sich nur auf den Aussenspiegel konzentriert hat! Wenn mismid und Konsorten in diesem Fall gesetzestreu in ihrem Wrack krepieren wollen, meinetwegen! Ich nicht!

@MikeFFM

mike, ich versteh ja deine meinung bezügl der sicherheit. ich glaube mal gehört zu haben, dass auch automobilclubs zum weiterfahren raten. allein aus dem grund, wenn man schon am ende steht, wo soll man dann wieder beschleunigen um nicht mit schrittgeschwindigkeit auf die autobahn zu fahren? das ändert jedoch nichts an der rechtslage und der rechtsprechung. die sagt eindeutig anhalten!

@WhiteAngelmzg

Es mag durchaus sein, dass ich einige Stellungnahmen des ADAC und/oder AvD mit einem Urteil verwechselt habe, denn ich bin zu 100% sicher, die Empfehlung zum Weiterfahren mehrmals gelesen zu haben! Naja, Verkehrsrecht ist eh nicht mein Fachgebiet...

@MikeFFM

Stimmt, an die Frage hat wahrscheinlich auch Besserwisser mismid noch nicht gedacht! Wo soll man denn nach dem Anhalten am Ende der Spur aus Null km/h heraus beschleunigen? Etwa auf der Fahrspur? Viel Spaß! Das hätte man den weltfremden Richter in Gießen mal fragen sollen, vielleicht hätte er zum Zurücksetzen geraten... ;-)

@MikeFFM

naja das wo wird auch irgendwo im netz zu finden sein. (wär ja vllt eine neue frage wert) jedoch war dieser richter nicht allein. es gibt mehrere olg urteile, die dasselbe sagen.

@WhiteAngelmzg

Mit Dir kann man wenigstens trotz gegensätzlicher Meinungen sachlich und polemikfrei diskutieren! Ich frage mich, ob man bei gesetzeskonformem Verhalten nicht automatisch gegen den "Kardinalparagrafen" 1 der StVO verstößt, denn eine Gefährdung und Behinderung begeht man meiner Meinung nach ganz bestimmt, wenn man aus dem Stand heraus auf die Fahrbahn der BAB auffährt! Oder man wartet schlimmstenfalls Stunde um Stunde, bis sich eine riesengroße Lücke auftut...

@MikeFFM

ich denke nicht, dass man dagegen verstößt. es gibt ja auch zahlreiche auffahrten , wo der beschleunigungsstreifen im nichts endet. da kommt dann kein seitenstreifen mehr. bei uns in der gegend ist das bei stark befahrenen autobahnen mehrfach der fall. da kann sich der einfahrende dann nicht reinquetschen. er muss anhalten und aus dem stand auf die bahn.

@WhiteAngelmzg

Naja, wenn es keinen Seitenstreifen gibt, hat sich die Frage eh erledigt, ob man ihn mitbenutzt...

der Beschleuningungstreifen gehört laut Straßenverkehrsordnung aber nicht zur Autobahn und daher darf man da auch stehen bleiben, wenn keine Möglichkeit zur Einfahrt besteht. Daher darf man dort auch rechts überholen. Bei zähliesendem Verkehr oder sehr kurzen Einfahrten bleibt oft gar keine andere Wahl. Es ist auf jeden Fall absolut und bei Strafe verboten den Standstreifen zum Einfahren zu nutzen. Den Standstreifen dürfen nur Noteinsatzfahrzeuge oder im Pannenfall benutzt werden.

Niemals stehen bleiben. Wenn du stehen bleibst ist das ein erhöhtes Unfallrisiko. Du kannst die Geschwindigkeit verringern und versuchen dich in eine Lücke zu quetschen.

Wenn du bei der Prüfung stehen bleibst, dann bist du durchgefallen.

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