Berufsunfähigkeitsversicherung nach Recherche mit oder ohne Makler?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

da ich selbst Makler bin, empfehle ich folgendes:

  1. Ich versichere keinen Kunden mehr gegen Berufsunfähigkeit, wenn ich nicht sämtliche Arztunterlagen der letzten 5 Jahre in Kopie habe. Die Chance wegen einer sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung den Versicherungsschutz im Leistungsfall versagt zu bekommen, ist sonst zu hoch.

  2. Wir erhalten ca. 4% der Beitragssumme (die über die ganze Laufzeit gezahlt wird) als Courtage. Dafür stehen wir im Leistungsfall an der Seite des Kunden und vermittlen kompetente Anwälte oder Berater, die sich auf die Vertretung des Kunden spezialisiert haben, da sie ansonsten weitgehend der Willkür der Versicherer ausgesetzt sind.

  3. Ich empfehle vorher eine Rechtsschutzversicherung bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen, die den sogenannten Versicherungsvertragsrechtschutz beinhaltet. Somit sind Prozesse für den Kunden im Leistungsfall auch finanzierbar. Es geht da ja nicht um kleine Summen, insofern sind die Anwalts- und Gerichtskosten auch nicht zu verachten.

  4. Der Antragsprozess, die Ausschreibung der Angebote, die Beratung und die Bearbeitung bei Diagnosen in den Arztunterlagen dauern im Normalfall zwischen 2 und 8 Wochen. Ich wende für solch einen Schutz viele Stunden Zeit auf. Wenn wir bei einem 29 jährigen über 50 EUR Beitrag reden, so verdiene ich dafür ca. 912 EUR Courtage brutto. Das kostet den Kunden aber keinen Euro extra, da die Nettotarife auch von den geeigneten Versicherern kaum oder garnicht angeboten werden. Und ich zahle über 1300 EUR im Jahr für eine Vermögensschadensversicherung, so dass wenn ich den Kunden falsch oder nicht korrekt berate, auch noch ein Haftungsanspruch gegen mich entsteht. Wer also sich den Makler sparen möchte, bitte sehr. Billiger wirds dadurch aber nicht.

Ganz ehrlich: Deckst Du dein Dach selbst, hast das Haus ohne Maurer errichtet und und und?

Ja, vieles kann man sich anlesen, einiges recherchieren.... Aber alle erforderlichen Facetten bedenken, Solidität des Anbieters, Erfahrungen im Leistungsfall, jedwede Klausel?
Da der zu zahlende Beitrag immer gleich hoch ist - egal wo und wie Du den Vertrag mit dem von Dir gewählten Anbieter schliesst - was spricht gegen einen Makler?
Er sagt Dir ggf. das er Dir den Vertrag nur dann vermittelt (weil er Dir etwas besseres vorgeschlagen hat und Du dennoch auf deinem bestehst) wenn Du im Beratungspriotokoll unterschreibst das er Dir abgeraten hat.... An der Stelle solltest Du umdenken.

Er wird Dir zuvor viele Fragen stellen, wird Dir verschiedene Vorschläge machen, Dir zeigen warum Du welchen Anbieter nimmst und welchen nicht.

Ob Du seiner Empfehlung folgst bleibt Dir überlassen, aber ohne? Das wäre echt gewagt.
Und zudem haftet der Makler mit seinem Privatbesitz für die richtige Beratung....
Zu verlieren hast Du so nichts, zu gewinnen ne Menge. Allein wirst Du im Leistungsfall zu 90% auf der Verliererseite sein, auch wenn es ggf. nur n Formfehler ist...

Wenn Du ein Produkt ohne Makler abschließt, sieh zu dass es sich um ein sog. Nettoprodukt handelt, also ein BU Vertrag, bei dem die Maklerprovision bereits rausgerechnet ist. Dann rentiert sich das Ganze durchaus!

Und mal allgemein: Es ist zwar richtig, dass es insbesondere bei der BU auf das Kleingedruckte ankommt und ein Makler da durchaus wichtige Infos liefern kann, dazu muss man aber auch erstmal an einen kompetenten Makler geraten, dessen Informationen tatsächlich einen Mehrwert darstellen und nicht nur ein typisches Verkaufsgespräch mit dem Ziel, ein Maximum an Provision ruszuholen. Das ist leider schwerer als viele glauben...  

Welche Anbieter mit welcher Qualität bietet Nettotarife in den BU Versicherungen?

Wer so etwas empfiehlt, sollte das auch wissen, ansonsosten treibt er jemand in ganz empfindliche Fallgruben und, smile, er muss dafür nicht haften, aber der Makler.

Beste Grüße

Dickie59

Ich bin Makler

Es gibt mittlerweile unzählige Nettotarif - Anbieter. Was davon für den Fragensteller interessant ist, kann ich so aus dem Stegreif nicht beantworten. Ein seriöser Makler kann das aber in der Bruttowelt mit den gemachten Angaben aber genauso wenig, insofern geht die Frage danach absolut ins Leere.

Und weil mal wieder das Thema Haftung herhalten muss: Ist der Makler nicht komplett auf den Kopf gefallen, hat er diverse Schlupflöcher, so dass dieses Argument der Haftung rein theoretischer Natur ist. Man braucht sich dabei nur mal die Statistiken der dahinter stehenden Haftpflichtversicherer ansehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man von einem Makler übers Ohr gehauen wird ist um ein Vielfaches höher als dass man tatsächlich Haftungsansprüche gegen ihn (nicht gegen die Versicherung selbst) geltend machen könnte.

Letztlich hat das alles hier aber überhaupt nichts mehr mit der Frage zu tun. Es ging dabei darum, wie man am besten eine BU OHNE Makler abschließt, und nicht darum, ob ein Makler notwendig ist oder nicht.  

Was mich aber noch interessiert ist, ob es sich lohnt auf den (freien) Makler zu verzichten und alles selbst zu beantragen?

Inwieweit sollte sich dass denn lohnen?

Sind die Beiträge bei Maklerangeboten höher durch die eingerechnete Provisionen oder wird das auf alle Versicherungsnhemer umgelegt, so dass ich die Beratung nicht extra zahlen muss?

Wenn du keine Nettopolicen hast kommt es kostentechnisch für dich auf das gleiche raus. Die an den Makler gezahlte Courtage verbleibt dann einfach beim gewählten Versicherer.

Nehmen wir an du habest eine mittel-komplexe Steuererklärung durchzuführen!  Dann könntest du dich in die ganze Thematik so hineinfuchsen, dass eine Erstellung ohne fremde, fachlich versierte Hilfe möglich wäre. Ob du die besten, aktuellsten Optionen ausschöpfst, weißt du allerdings nicht und musst ggf. auch dem Finanzamt Rede und Antwort stehen. Du haftest mit deiner Unterschrift für die Korrektheit.

Alternativ bietet dir ein Steuer-Hilfebüro, -berater o.ä. seine Hilfe/Kompetenz dahingehend, dass unter dem Strich keine Kosten für dich entstehen. All deine Fragen werden beantwortet, Tricks aufgezeigt, alles elektronisch ausgewertet und dokumentiert...

Frage dich: "WARUM wähle ich beim BU-Thema den ersten Weg!??" "Versuche ich mich bei Wehwehchen selbst zu diagnostizieren?", "Wohin gehe ich, wenn mein Motor stottert?"

Ich bin sicher, du findest die richtige Antwort.

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